Das Internat hilft!

Ein Beitrag von Prof. Dr. Volker Ladenthin

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Bei dem Elternabend an der weiterführenden Schule entwickelte sich plötzlich eine angeregte Diskussion. Die Lehrer beklagten, dass die Schülerinnen und Schüler oft ohne Unterrichtsmaterial und mit unvollständigen Hausaufgaben in die Schule kämen, montags unausgeschlafen und bis zu den Ohren voll mit Youtube, Computerspielen und Fernsehfilmen seien.
Das gaben die Eltern gleich zurück: Es gäbe viel zu viele Hausaufgaben; sie wären zu schwer, und außerdem habe man nicht immer Zeit, auch noch die dritte Ableitung einer Formel durchzuarbeiten und die Gründungsdaten der GUS-Staaten samt Ölproduktion im Netz zu recherchieren. Schließlich sei Unterricht Aufgabe der Schule.

Schule ist anstrengend … für Kinder und Jugendliche, aber nicht selten auch für Eltern. Unsere verdichtete Arbeitswelt erfordert viel Kraft und volles Engagement im Beruf. Der Beruf geht vor, er sichert die Existenz. Er sichert das Alter. Diese Maxime gilt inzwischen für beide Elternteile. Und so erhoffen Eltern sich von der Schule Entlastung. Damit freie Zeit für die Familie bleibt. Der Unterricht soll so sein, dass zu Hause kein Nacharbeiten oder Vorarbeiten notwendig ist. Keine Hausaufgabe, die die Eltern kontrollieren und aufhübschen müssen. Eltern erhoffen sich von der Schule zudem, dass sie nicht nur unterrichtet, sondern auch erzieht. Die Schule soll von Aufgaben entlasten; sie soll die Kinder zum Leben befähigen, erziehen – kurz bilden.

Es war eine angeregte Diskussion, denn beide Seiten hatten gute Argumente. Selbstredend ist die Schule auf außerschulische Mithilfe angewiesen. Und ebenso selbstredend soll die Schule die Eltern entlasten.

Freilich stößt in den Tagesschulen eine solche Entlastung der Eltern schnell an Grenzen: Soll Schule Schule bleiben und für die immer anspruchsvolleren Lebenswelt qualifizieren, dann kann sie nicht nur mal eben so nebenbei auch noch jene Aufgaben übernehmen, die früher einmal die Aufgaben der Eltern waren: Kinder beschulungsfähig zu machen. Schule darf nicht zum Ort der Betreuung werden. Sie hat andere Aufgaben.

Das Internat aber wäre genau so eine Institution. Es bietet mehr als nur Unterricht. Es unterstützt Eltern bei Aufgaben, die sie alleine nicht mehr bewältigen können. Warum auch immer. Das Internat hilft bei der Ergänzung des schulischen Unterrichts und unterstützt bei der Erziehung. Es ist eine moderne Lösung für eine Gesellschaft, in der Eltern, gerade weil sie alles gut und richtig machen wollen, ihre Zeit genau einteilen müssen. Das Internat entlastet Eltern – und ihre Kinder. Es hilft den Eltern, Zeit für die Familie freizuschaufeln. Zeit für das Familienleben. Zeit für die Zukunft. Es hilft den Kindern, schulfähig zu sein.

Das Internat hilft bei den Hausaufgaben; es unterstützt so Schule UND Elternhaus. Qualifizierte Fachkräfte helfen beim Lernen; sie zeigen, wie man sinnvoll und zeitökonomisch (effektiv und effizient) lernt. Wie man sich erfolgreich auf Klausuren und Prüfungen vorbereitet – und wie man für sich lernt. Für das eigene Leben.

Die Schule entstand einst, um Eltern von Aufgaben des Unterrichts zu entlasten. Das Internat denkt diesen Ansatz weiter: Es hilft Eltern, Kinder in anspruchsvollen Zeiten so aufzuziehen, dass sie ihr Leben erfolgreich und sinnvoll gestalten können.

Prof. Dr. Volker Ladenthin

Lehrstuhl für Historische und Systematische Erziehungswissenschaften an der Universität Bonn


Das Internat: Struktur und Zukunft.
Ein Handbuch
Herausgeber: u.a. Volker Ladenthin
Ergon Verlag


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