„Mein Kind wird nicht als Person wahrgenommen, ist nur ein Schüler unter
vielen anderen!“, „Auf die Bedürfnisse meines Kindes
wird nicht eingegangen!“, „Mein Kind braucht einen schulischen
Neuanfang!“ Diese Sätze sind mir aus vielen Aufnahme und
Beratungsgesprächen mit Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern
sehr vertraut. Auf diese Erwartungen und Wünsche wollen und können
Evangelische Internate eine Antwort bieten. Evangelische Internate bieten
hier durch geistige Orientierung, an der Ausrichtung am einzelnen Schüler
und ihr Angebot von Bildung und Erziehung aus einer Hand Kindern und Jugendlichen
Lösungen und Chancen.
Die Eltern suchen im Allgemeinen nicht die Alternative zur Familie, sondern
sie suchen die optimale Ergänzung, eine Einrichtung, in der
Erziehung und Bildung stattfinden. Eine solche Ergänzung
sind die evangelischen Schulen mit ihren Internaten.
Die evangelischen Internate sind damit auch heute eine Antwort der evangelischen Kirche auf die
pädagogischen Herausforderungen und Bedürfnisse unserer Gesellschaft.
Sie wollen und können die Familie nicht ersetzen, sondern als stabilisierender und fördernder
Faktor für Familien bzw. Kinder oder Jugendliche eintreten.
Gewünscht und gelebt wird eine Erziehungspartnerschaft mit den Eltern zum Wohle
der Kinder.
Auch wenn Eltern selten unmittelbar nach einer christlichen Erziehung
suchen, wenn sie sich für ein evangelisches Internat entscheiden,
so suchen sie doch verlässliche Träger und Einrichtungen, denen
sie vertrauen, die für christliche Werte und geistige
Orientierung stehen. Evangelische Internate und Schulen sind
in ihrem Konzept darauf ausgerichtet, der weltanschaulichen Vielfalt eine
Erziehung gegenüberzustellen, die sich an den Kernaussagen des Evangeliums
orientiert. Die evangelischen Internate sind damit auch heute eine Antwort
der evangelischen Kirche auf die pädagogischen Herausforderungen
und Bedürfnisse unserer Gesellschaft. Evangelische Internate wollen
in erster Linie nicht missionieren, sondern mit Kindern und Jugendlichen
lernen, wie Leben mit Sinn gefüllt werden und gelingen kann. Evangelisches
Internatsleben bedeutet somit in Gemeinschaft leben lernen.
Unsere Evangelischen Internate sind keine bloßen Schülerwohnheime.
Das Vermitteln von Schulabschlüssen und die Förderung
des „Lernen-lernens“ sind elementare Aufgaben
der Internate. Diesen werden wir gerecht, indem wir in enger Absprache
mit unseren Schulen feste Zeiten für begleitete Arbeitsstunden und
Förderunterricht, aber auch für die Vermittlung von Lernmethodik
und Konzentrationsfähigkeit bieten.
Darüber hinaus haben Evangelische Internate aber auch einen eigenen,
weiterreichenden pädagogischen Anspruch. So hat das
„soziale
Lernen“ einen hohen Stellenwert in der konzeptionellen
Ausrichtung der Internate.
Kinder erhalten in unseren Einrichtungen eine gute schulische Ausbildung
und lernen außerdem das, was von ihnen im späteren Berufsleben
in besonderem Maße gefordert wird, nämlich
Verantwortung
zu übernehmen und
soziale Kompetenz. Das Leben in
einer Gemeinschaft ist sicher der beste Weg, diese Fähigkeiten auszubilden
und zu entwickeln. Organisierte Gemeinschaft mit verbindlichen Gemeinschaftsregeln
ist im Zeitalter der Kleinfamilie und der weitgehend von der momentanen
Lust abhängigen Freizeitgestaltung für unsere Kinder rar geworden.
Wesentlich ist - und das macht uns unverwechselbar - nicht nur die
Förderung der individuellen Begabung, sondern deren Sozialverpflichtung.
Als wesentliche Mittel zu dieser „ganzheitlichen“ Erziehung
stehen Beziehung und Struktur im Vordergrund, wobei die
Strukturen durch unsere Traditionen, Rituale und Ordnungen gesetzt werden,
die wir gemeinsam mit den Schülern einüben und leben.
Der Begriff der „Therapie des geordneten Alltags“ fasst die Wirkung dieser
Ordnung kurz und prägnant zusammen.
In diese Struktur eingebettet, wirkt die Beziehung zwischen Kindern und
Erwachsenen, deren Grundlagen Annahme und Wertschätzung
sind, aber auch die Beziehung der Kinder untereinander als wesentliches
Medium der Erziehung.
Die Umsetzung dieser Konzeptionen verlangt nach engagierten, gut
ausgebildeten und professionellen Mitarbeitern, die sich auf
Beziehung einlassen und die Strukturen aufrechterhalten sowie diese gemeinsam
mit den Kindern erarbeiten und nötigenfalls an veränderte Bedingungen
anpassen, Mitarbeitern, die sich der Orientierung unserer Einrichtungen
verpflichtet fühlen.
Wesentlich ist – und das macht uns unverwechselbar – nicht
nur die Förderung der individuellen Begabung, sondern deren Sozialverpflichtung.
Dies heißt, dass wir die Kompetenzen unserer Schülerinnen und
Schüler und die Bildungs und Erziehungsarbeit unserer Häuser
als Beitrag begreifen, sie zum Wohl der Menschen, für Frieden und
Gerechtigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.
Und schließlich: Evangelische Internate sollen
Internate
für alle sein, nicht exklusiv. Das heißt, sie sollen
durch die Unterstützung der Träger und durch die Zusammenarbeit
mit der Jugendhilfe bezahlbar sein. Sie sind somit „offene Kirche“,
Kirche in der Gesellschaft, Kirche, die unsere Jugend erreicht, oder mit
den Worten eines Schülervaters: „24 Stunden sinnvolle kirchliche
Jugendarbeit am Tag“. Gerne beraten wir Sie über Möglichkeiten,
auch Ihrem Kind das Privileg einer evangelischen Internatserziehung in
einer intakten Gemeinschaft zu ermöglichen.
Arnd Rutenbeck