Ein Ohr für Ideen der Schüler

Viele Gelegenheiten, sich auf seinen Lieb-lingsplatz auf dem Krüger-Schul-gelände zu-rückzuziehen, bleiben André Soßna als neuer Leiter nicht mehr.

Neues Schuljahr, neuer Schulleiter: Das gilt jedenfalls für die privaten Wersener Krüger-Schulen. André Soßna hat die Verantwortung von Peter Krüger übernommen. Über den ku-riosen Start an den Schulen vor 19 Jahren, sein Credo für die Arbeit und seine Hobbies sprachen wir mit dem Neuen.

André Soßna wurde im Jahr 1970 in Neugersdorf bei Bautzen in der Oberlausitz ge-boren. Nach dem Abi studierte er Pädagogik an der TU Dresden (damals noch Pä-dagogische Hochschule) mit den Fächern Mathe und Physik.

Koffer mit Examina gestohlen
Das Referendariat schloss er im Jahr 1998 in Baden-Württemberg ab – mit einer Zensur unter zwei. „Damals gab es für meinen Notendurchschnitt keine freien Stellen in Baden-Württemberg. Ich hätte ein Jahr warten müssen, wollte aber gleich als Leh-rer arbeiten“, berichtet André Soßna. Im Internet fand er eine Stellenausschreibung der Krüger-Schulen. Der Bewerbung folgte eine Einladung nach Wersen. „Es war eine schöne Zugfahrt am Rhein“, erinnert sich der Pädagoge - und an den großen Schrecken, als ihm der Koffer gestohlen wurde. „Es waren keine Wertsachen drin außer den beiden Staatsexamina, dem Abi-Zeugnis und Kleidung“, sagt Soßna.

Schrecken mit gutem Ende
Peter Krüger holte den Besucher vom Osnabrücker Bahnhof ab. „Er ist ein paar Mal an mir vorbeigegangen, weil ich keinen Koffer dabeihatte“, blickt Soßna schmunzelnd zurück. Sie fanden sich doch. Gute Gespräche folgten. Peter Krüger wollte schließ-lich die Examenszeugnisse sehen. „Da habe ich gedacht: „Das war‘s dann wohl“, erinnert sich der Mathe- und Physiklehrer.

War es nicht. Noch am gleichen Abend reiste er nach Dresden. Tags drauf hielt er ein Duplikat des ersten Staatsexamens in Händen; anschließend wurde in Stuttgart das zweite ausgestellt. Soßna wurde bei den Krüger-Schulen eingestellt und ist bis heute der einzige Physiklehrer dort.

Was ihn und Peter Krüger von Beginn an einte, sei die Einstellung gewesen, eigene Ideen der Unterrichtsvermittlung und -inhalte umzusetzen. „Klar muss man den Rahmenplan einhalten. Aber es gibt Freiräume“, erklärt der Pädagoge. Bei Experi-menten war und ist ihm wichtig, dass auch Schülerinnen feststellen, dass ihnen Na-turwissenschaften liegen.

Ideen der Schüler aufgreifen
„Jede Klasse ist anders. Jeder Schüler ist anders. In jedem Jahr sind daher die Expe-rimente anders, die ich für die Klassen vorbereite. Gern greife ich Ideen der Schüler auf, wenn ich merke, dass sie zum gewünschten Ziel führen“, beschreibt der Lehrer sein Credo, sich möglichst individuell auf die Schüler einzustellen.

„Ich sehe mich nicht in der Meisterrolle. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Schüler zu führen und zu motivieren. Hilfreich ist, dass ich eher ein ruhiger Typ bin“, beschreibt sich der Familienvater. Das beinhalte, sich Zeit zu nehmen, und darauf zu achten, dass die gesamte Klasse folgen kann. „Freiheit der Lehre heißt auch, andere Worte zu finden und zu erklären. Positive Rückmeldungen aus den Klassen bestätigen mich, dass das der richtige Weg ist. Da waren Peter Krüger und ich uns immer einig“, resümiert Soßna.

Als Oberstufenkoordinator an den Krüger-Schulen hat sich der Analytiker in Gesetze und Ausführungsbestimmungen eingearbeitet. „Darin gibt es Strukturen, die der Ma-thematik ähnlich sind“, erklärt er. Ohne Struktur gehe es auch an den Krüger-Schulen nicht, betont der Schulleiter. „Konsequentes Handeln ist für alle wichtig, auch wenn es Raum gibt, Individualismus zuzulassen.“

Geocaching als Hobby
Dahinein passt ideal das Hobby Geocaching, bei dem Familie Soßna sich bevorzugt in Fahrradsätteln mit GPS-Gerät und beim Lösen kniffeliger Aufgaben und Rätsel auf Schatzsuche in der Region begibt.

Als Vertrauenslehrer war er anerkannter Ansprechpartner für die Schüler. „So lange, bis mich Peter Krüger vor sechs Jahren fragte, ob ich mir vorstellen könne, die Lei-tung zu übernehmen“, berichtet André Soßna.

„Ich bin darauf bedacht, das Krüger, so wie es Schüler schätzen und respektieren und wie meine Kollegen es mit pädagogischer Vielfalt mit Leben füllen, weiterleben zu lassen. Dann bleiben wir auf einem guten Weg“, beschreibt Soßna überzeugt die Zukunft der Krüger-Schulen.

Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 31.08.2017



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