In Zusammenarbeit mit der Initiative "sozialgenial - Schüler engagieren sich" absolvierten die Schülerinnen und Schüler der beiden
10. Klassen der Realschule Schloss Varenholz ein zweiwöchiges Sozialpraktikum. "sozialgenial" ist die Service Learning-Initiative
der genossenschaftlichen WGZ BANK in Trägerschaft von Aktive Bürgerschaft e.V. Die Intitiative steht unter der Schirmherrschaft der
Schulministerin und wird vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen offiziell unterstützt.
Als einer von insgesamt 31 Zehntklässlern der Realschule Schloss Varenholz engagierte sich Hagen Tiemann zwei Wochen lang
bei der Paritätischen Lebenshilfe in Rinteln.
Im Rahmen ihres Sozialpraktikums engagierten sich die Varenholzer Schülerinnen und Schüler in den unterschiedlichsten sozialen und
humanitären Aufgabenfeldern. In der paritätischen Lebenshilfe in Rinteln z. B. unterstützten die Schüler Janis und Hagen motorisch
eingeschränkte Mitbürger beim Bau von Lattenrosten oder sonstigen Montage- oder Verpackungstätigkeiten, während Andreas in einen
Altenbegegnungsstätte das Pflegepersonal bei den täglichen Arbeiten wie Essenzubereitung, Betten beziehen, Hilfe bei
Toilettengängen, täglichem Waschen und Ankleiden unter die Arme griff.
So konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie anstrengend und intensiv die Arbeit und der Umgang mit Menschen mit
altersbedingter Demenz oder einer Einschränkung durch Berufs- und sonstige Unfälle sein kann. Häufig mangelt es an der nötigen
Akzeptanz in der Gesellschaft für diese durchaus mühevolle Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler der Realschule wissen nun diese
Arbeit aus eigener Erfahrung heraus zu würdigen.
Selbsterfahrungsbericht von Jan Stiege, der während seines Sozialpraktikums zwei Wochen lang zu Gast im Alten- und Pflegeheim
Haus Sylvia im Kalletal war:
"Klassische Musik und den Wiener Walzer höre ich eigentlich nicht, aber wenn wir im Alten- und Pflegeheim Haus Sylvia das Video
vom Wiener Opernball einlagen, dann leuchten die Augen de älteren Damen. Und diejenigen, die mit Wörtern nichts sagen können,
die zeigen mit ihrem Blick, dass sie in Gedanken mit prächtigen Kleidern über das Pakett schweben. Musik ist sehr wichtig für
die älteren Menschen. Am Mittwochvormittag gibt es zum Beispiel eine Musikstunde mit Gitarrenbegleitung. Da singe ich dann auch
schon mal Kinderlieder wie "Der Kuckuck und der Esel."
Ich habe mich recht schnell eingefunden im Alten- und Pflegeheim. Ich überlege gar nicht lange, wie ich mit den alten Menschen
umgehen soll. Ich mach das einfach. An meinem ersten Tag hier im Pflegeheim war ich schon früher da als meine Betreuerin,
Frau Raschke. Da habe ich mit der Gruppe im Wintergarten gefrühstückt. Ich habe mich dazugesetzt, mitgefrühstückt und mit
einem Herrn über Fußball geredet. Als dann Frau Raschke dazukam sagte sie: "Das ist ja so, als würdest Du schon immer hier sein!".
Eine Frau, ich nenne sie "meine Freundin", möchte, dass ich immer neben ihr sitze beim Essen. Sie kann aber nichts sagen.
Ich weiß es nur, weil sie dann mehr isst und irgendwie zufrieden aussieht. Vielleicht freuen sich die älteren Damen auch,
weil ich ein Junge bin und sie sonst nur von Frauen betreut werden.
Mal sehen, ob ich weiterhin hierher komme. Ich habe noch nicht darüber nachgedacht. Vielleicht bin ich im Sommer beim
Teichfest dabei. Das feiern alle Bewohner im Garten. Weil ich mich hier vor Ort gut auskenne, kann ich immer schnell
einspringen, wenn was fehlt. Vor Kurzem hatten wir eine Veranstaltung im Haus und eine Mitarbeiterin war krank, da habe
ich einfach mitgeholfen."
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