Internat Krüger

Verlässliche Unterstützung für Familien

Die Steinmühle mit Schule & Internat bietet umfangreiche pädagogische Begleitung

Das Heranwachsen bringt für Jugendliche und ihre Familien häufig Auseinandersetzungen mit sich. Der Besuch eines Internats wie der Steinmühle in Marburg kann wesentlich dazu beitragen, typische konfliktäre Themen aus Familien auszulagern.

Den eigenen Weg entdecken, Freund finden, Teil einer Peergroup sein, die Welt kennen lernen und mit ihren Verlockungen zurechtkommen, schwanken zwischen Lernen und Leben, zwischen Sicherheit und Freiheitsdrang… Das strengt junge Menschen enorm an. Und natürlich auch ihre Familie!

Eine Möglichkeit, diese üblichen familiären Spannungsfelder zu entzerren, ist der Aufenthalt in einem Internat. Erfahrungsgemäß lassen sich dadurch die Themen Schule und Lernen aus dem Familienalltag lösen. Die Jugendlichen und ihre Familien können wieder zu einem entspannteren Miteinander zurückkehren.

Steinmühle: umfassende Betreuung, vielfältige pädagogische Unterstützung

Die Kinder und Jugendlichen erhalten in einem Internat einen zusätzlichen Ort zum Leben und Lernen, in dem sie – begleitend zur Familie – in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung gefördert werden.

Eine Besonderheit der Steinmühle in Marburg ist es, dass den Internatskindern in Schule und Internat voneinander unabhängige Ansprech- und Vertrauenspersonen zur Seite stehen. Das hat mehrere Vorteile:

• Die jungen Menschen können bei Sorgen und Fragen aus dem einen Bereich immer auch „unabhängige“ Vertrauenspersonen aus dem anderen Bereich zu Rate ziehen.
• Die Lehrkräfte der Schule und die Pädagog:innen des Internats erleben die jungen Menschen jeweils in unterschiedlichen Kontexten und aus unterschiedlichen Blickwinkeln, lernen sie daher mit all ihren Facetten und Besonderheiten kennen.
• Da das pädagogische Team des Internats nicht in den Schuldienst eingebunden ist, kann es sich zeitlich und inhaltlich ganz auf die Lebensbegleitung konzentrieren und die Kinder und Jugendlichen als Menschen, losgelöst von ihren schulischen Leistungen, betrachten.

So wird sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler ganzheitlich gefördert und gefordert, mit ihren Besonderheiten, Bedürfnissen, Zweifeln und Wünschen angenommen und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung bestmöglich begleitet und gestärkt werden.

Kontaktaufnahme und Beratung

Die Entscheidung für ein Internat will wohl überlegt und mit gutem Gefühl getroffen werden. Deshalb steht die Internatsleiterin der Steinmühle, Anke Muszynski, interessierten Eltern für ein ausführliches Informationsgespräch zur Verfügung. Termine sind kurzfristig möglich, auch abends oder am Wochenende.
Tel. 06421 408-0, E-mail: internatsleitung@steinmuehle.de.

Online-Infotag im Lietz Internat Hohenwehrda

Zu einem Online-Infotag lädt das Lietz Internat Hohenwehrda für Samstag, den 24. April 2021, ein.

Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr mit einer Vorstellung der Schule durch die Internats- und Schulleiterin Sabine Hasenjaeger. Anschließend bietet das Lietz Internat Hohenwehrda bis 16 Uhr die Möglichkeit zu ausgiebigen Beratungen und weiteren Informationen rund um das Internat – idyllisch gelegen oberhalb des Haunetals zwischen der Kurstadt Bad Hersfeld und der Domstadt Fulda.

Neben einer Orientierungsstufe für die Klassen 5 und 6 bietet Hohenwehrda Gymnasial- und Realschulzweig für die Klassen 7 bis 10 mit der Möglichkeit, die Mittlere Reife zu erlangen.

Ein weiterer möglicher Schulabschluss im Portfolio des Lietz Internats ist das Fachabitur mit dem Schwerpunkt Sozialwesen in der Fachoberschule. „Ich freue mich darauf, unsere Schule und Internat zu präsentieren und interessierte Eltern zur Zukunft ihrer Kinder beraten zu dürfen“, sagt Leiterin Sabine Hasenjaeger.

Anmeldungen sind möglich und erwünscht über das Sekretariat des Lietz Internats Hohenwehrda, Birgit Göbel, per email: birgit.goebel@hohenwehrda.de

Besser Lernen im Internat

Digitale Elterngespräche zum Wechsel auf das Internat

Die Entscheidung, sein Kind auf ein Internat zu schicken, ist sicher keine leichte. Welchen Mehrwert das Internatsleben für die Entwicklung junger Menschen bringt, erfahren interessierte Eltern und auch Schülerinnen und Schüler im digitalen Elterngespräch von Internatsleiter Francis Retter.

Im Norden Thüringens findet sich, umgeben von Fluss und Wäldern, eine der ältestens Schulen Deutschlands. 1554 gründete Heinrich von Witzleben die Schule in einem aufgelösten Kloster, um allen Kindern der Region, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Heute nimmt das überkonfessionelles Internatsgymnasium für Mädchen und Jungen einen besonderen Platz unter den Internaten in Deutschland ein. Die Verbindung von einer gelebten Tradition kritischen Denkens und innovativer Pädagogik bildet den Kern des schulischen Leitbildes.

Bei der Wahl eines Internats spielen nicht nur die fachliche Ausrichtung oder die Entfernung vom Heimatort eine Rolle. Gerade zur aktuell schwierigen Situation an Schulen kommen ganz neue Aspekte hinzu. Homeschooling, Fernunterricht, Onlineplattformen für die Aufgaben – jede Schule fand hier eigene Lösungswege, um den Unterricht mit Corona aufrechtzuerhalten. Und damit kommen die Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Wissenstand an die neue Schule. Darauf sind die Lehrkräfte und die Betreuerinnen und Betreuer bestens eingestellt. Das Lernen in kleinen Klassen ermöglicht es, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen.

Roßleben fördert zudem die sprachliche Entwicklung und lebt – als Schule im Round Square Netzwerk – das British Boarding. ,,Wir bieten unseren Schülern mit unserem Sprachenangebot und dem internationalen Austausch ein weltoffenes Flair und geben so die Chance, sich zu global citiziens entwickeln zu können., so der Brite Francis Retter.

Das traditionsreiche Internatsgymnasium bietet aber auch jede Menge Freizeitaktivitäten in seinen Gilden an. ,,Mit unserem umfangreichen Gildenangebot schaffen wir den Ausgleich zum Unterricht. Ob die hauseigene Musikakademie, Rugby spielen oder die Holzbauwerkstatt – für jeden ist etwas dabei. Die Kinder wachsen im Internat zu einer Gemeinschaft über die Klassenstrukturen hinaus zusammen. Dadurch lernen und profitieren sie voneinander.“, erklärt der Internatsleiter.

Neben der Vorstellung des Internats, werden natürlich auch Fragen zum Schulwechsel, zum Schulalltag, zu Unterkunft und Kosten geklärt. Das Digitale Elterngespräch, bei dem auch Eltern und Schüler aus Roßleben zu Wort, findet an folgenden Tagen statt: So, 7.3., 16 Uhr, Di, 16.3., 18 Uhr und Do, 15.4., 19 Uhr. Interessierte können sich online unter www.klosterschule.de dafür kostenfrei und unverbindlich anmelden.

KONTAKT FÜR PRESSEFRAGEN:
MDKK, Sandra Kilian, Tel: 0391-53539282, kilian@mdkk.de

KONTAKT ZUR KLOSTERSCHULE:
Susanne Lottermoser-Mohr, Tel: 034672-98100, susanne.lottermoser-mohr@rossleben.com

Auslandserfahrung mit Absicherung

Immer mehr Schülerinnen und Schüler der Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik nutzen das Angebot der Zinzendorfschulen, einen Teil ihrer Ausbildung im europäischen Ausland zu absolvieren. Auch gibt es immer mehr Länder, in denen die Zinzendorfschulen Partnereinrichtungen für das EU-Förderprogramm Erasmus+ gefunden haben, das vor drei Jahren mit Partnern in Spanien, Italien und Rumänien an den Start ging.

Violetta Mronz, Victoria Schlegel und Sabeth Mühleisen sind drei der Reisenden, die gerade die Hälfte ihres Anerkennungsjahres in Polen, Rumänien und Finnland absolvieren. Sie sind in ihren Einrichtungen gut eingebunden und können sehr selbstständig Verantwortung übernehmen. Die angehende Jugend- und Heimerzieherin Violetta Mroncz ist derzeit im Schul- und Kindergartenkomplex in Nadrybie, kurz vor der ukrainischen Grenze im Osten Polens. Sie hat Verwandte in Polen und hatte sich schon als Kind vorgenommen, irgendwann für ein Jahr dort hin zu ziehen. ,,Durch das Erasmus Projekt konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: in Polen leben und meine Ausbildung beenden, freut sie sich.

Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse konnte sie sich gleich zu Anfang mit der Leiterin der Einrichtung über die Unterschiede im Bildungssystem austauschen. Der Kindergarten in Nadrybie ist in drei verschiedene Altersgruppen unterteilt, die 2-3-Jährigen, die 4-5-Jährigen und die Sechsjährigen, zum gleichen Komplex gehört eine Schule mit den Klassenstufen 1-8. ,,Jede Gruppe befindet sich in einem anderen Lern- und Spielstadium“, schreibt sie. Violetta hat abwechselnd in den drei Gruppen gearbeitet, bis die Corona-Einschränkungen das nicht mehr erlaubten.

,,In den Kindergarten-Gruppen beobachtete ich, spielte und lernte mit den Kindern und durfte sogar selber ein paar Angebote machen. Dadurch lernte ich nicht nur das polnische Bildungssystem kennen, sondern die Erzieherinnen erhielten auch einen kurzen Einblick in meine Arbeitsweise.“ Seit der strengeren Pandemie-Einschränkungen wurde sie der ersten Klasse der Grundschule zugeteilt, wo sie zwei behinderte Mädchen in ihrem Schulalltag unterstützt.

Auch Victoria Schlegel arbeitet in der ersten Klasse einer Grundschule. Sie ist noch bis Ende Februar für insgesamt ein halbes Jahr an der Deutschen Schule in Bukarest, die nach dem baden-württembergischen Bildungsplan unterrichtet. Die meisten der 22 Kinder, mit denen sie arbeitet, sprechen zu ausschließlich Rumänisch, ein kleiner Teil ist bilingual aufgewachsen und zwei Kinder sprechen ausschließlich Deutsch.

Im Präsenzunterricht durfte Victoria in Absprache mit ihrer Praxisanleiterin eigene Ideen einbringen und vereinzelt sogar ganze Schulstunden selbst übernehmen. ,,Ich war besonders für die Vermittlung und Erklärung deutscher Traditionen und Werte verantwortlich.“

Nachmittags machte sie verschiedene Freizeitangebote, die sie frei gestalten durfte, in den Teamsitzungen und zum Teil auch den Lehrerkonferenzen bekam sie Einblick in die Strukturen der Schule und Schulsozialarbeit.

Seit Ende Oktober gibt es keinen Präsenzunterricht mehr. Victoria unterrichtet im wöchentlichen Wechsel jeweils die Hälfte der Klasse vorwiegend in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Die angehende Jugend- und Heimerzieherin hatte sich bewusst für die Stelle in Bukarest beworben, weil sie mit älteren Kindern arbeiten wollte, was an der Deutschen Schule gegeben ist. ,,Rumänien war für mich ein völlig neues Land, von dem ich recht wenig wusste. Es hat mich gereizt, dies zu ändern.“

Vorkenntnisse in Rumänisch hatte sie nicht, sich aber per App schnell die wichtigsten Wörter beigebracht. ,,Ich lerne die Sprache hier durch Alltagssituationen, zum Beispiel im Supermarkt oder durch Werbeschilder, aber vor allem durch meine Schüler. Diese helfen sich gegenseitig, wenn ein Kind ein Wort nicht auf Deutsch weiß. So höre ich es und lerne ganz nebenbei mit.“ Ansonsten kommt sie auch mit Englisch gut weiter.

Finnisch erschließt sich einem deutschen Muttersprachler nicht so leicht, weshalb Sabeth Mühleisen erstmal einen Sprachkurs belegte, als sie nach Helsinki ging. Dort arbeite sich am Kindergarten der Deutschen Schule. ,, Dass ich nach Finnland gegangen bin, war eher Zufall“, sagt sie. ,, Ich wollte aufgrund der guten Pädagogik in ein nordisches Land.“ Auch sie kann ihre eigenen Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen. Vormittags arbeitet sie in einer Gruppe mit Vier-, nachmittags mit Fünfjährigen.

Während Sabeth und Victoria an ihren Praktikumsstellen in ihrer Freizeit viel Kontakt zu anderen Deutschen haben, ist Violetta sehr stark in die polnische Gemeinschaft integriert. Sie konnte ein Zimmer im Haus einer polnischen Angestellten der Schule und deren Mutter mieten. ,,Es ist fast schon eine familiäre Stimmung“, berichtet sie. ,,Ich bin froh, dass ich bei ihr untergekommen bin, dadurch fühlt man sich nicht so alleine.“

Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Alltag konnten die Erasmus-Praktikantinnen ihren Horizont erweitern. Victoria hat viel über die rumänische Geschichte gelernt und zugleich die Chance ergriffen, durch Reisen im Inland und durch Besuche des Stadtrandes auch die Schwierigkeiten und Probleme des Landes zu erkennen. In Polen stellte Violetta fest, dass sie sofort Kaffee oder Tee angeboten bekommt, wenn sie jemanden besucht. ,,Außerdem kommt immer Kuchen, Kekse oder eine ganze Mahlzeit auf den Tisch. Man fühlt sich sehr willkommen.“ Sabeth beobachtete in Finnland, dass die Menschen dort sehr höflich sind. ,,Die Eltern bedanken sich bei den Erziehern, wenn sie ihre Kinder abholen. Dies wär etwas, das ich in Deutschland ebenfalls gern hätte.“

Wenn die drei demnächst zurückkommen, bringen sie eine Fülle von Eindrücken mit nach Hause. Violetta schwärmt: ,,Ich kann es nur jedem empfehlen, am Erasmus-Projekt teilzunehmen. Es ist eine Erfahrung wert, egal in welchem Land. Man wird dadurch selbstständiger. Das allerbeste daran ist aber, dass man ganz genau weiß, dass die Lehrer der Zinzendorfschulen für einen da sein und einem helfen, falls irgendetwas schief geht. Man hat einfach eine kleine, geheime Absicherung im Koffer. Das gibt einem auf jeden Fall ein besseres Gefühl!“

Info zu Erasmus+:
An den Zinzendorfschulen haben die Schülerinnen und Schüler der Fachschulen für Sozialpädagogik und Sozialwesen an zwei Stellen ihrer Ausbildung die Möglichkeit, mit einem Erasmus+ Stipendium ins europäische Ausland zu gehen. Im ersten Jahr für sieben Wochen oder im Anerkennungsjahr, das zwischen der schulischen Ausbildung und der staatlichen Anerkennung liegt, für einen individuellen Zeitraum zwischen sechs und 12 Monaten.

Der Arbeitsalltag in einem neuen Umfeld ermöglicht den Schülern einmalige Einblicke in unterschiedliche Vorgehensweisen, Kulturkreise und andersartige pädagogische Konzeptionen. Auch hilft es ihnen, sich auf einen multikulturellen Arbeitsalltag vorzubereiten.

Die angehenden Erzieher werden auch im Ausland an ihren Praktikumsstellen professionell angeleitet, die Lehrer der Zinzendorfschulen bleiben Ansprechpartner für die Ausbildung und begleiten sie phasenweise im Rahmen von Hospitationen vor Ort. Dabei lernen auch die Lehrer unterschiedliche Methoden kennen und können ihre eigenen Erfahrungen und Vorgaben mit verschiedenenBildungssystemen vergleichen. Die intensiven Einblicke in die Arbeit der kooperierenden Einrichtungen helfen auch ihnen, Unterschiede und kulturelle Eigenheiten zu verstehen.

,,Schreib dein Leben! Eine Liebeserklärung an Internate“

Der bundesweit bekannte Poetry Slammer Lars Ruppel zeichnet in seinem Filmbeitrag ,,Schreib dein Leben in lyrischer Form ein Bild vom Leben im Internat. ,,Wie es heute tatsächlich ist mit all seinen vielfältigen Angeboten und Möglichkeiten.“

Er selbst sei nie im Internat gewesen, habe es aber immer als düsteren und strengen Ort betrachtet. ,,Das hat sich komplett gewandelt.“ Für den Imagefilm „Schreib deine Zukunft“, den er mit seinem Bruder Ole produziert hat, besuchte er verschiedene Internate in Deutschland. ,,Jetzt weiß ich: Kinder und Jugendliche werden hier zu Autor:innen ihres Lebens“, so der erfolgreiche Poetry Slammer.

Der Geist der Gemeinschaft spiegelt sich in der Sprache wie auch in den beeindruckenden Aufnahmen des Films wider. Ruppel hebt dabei die Verbundenheit und das gemeinsame Wachsen der Internatsschüler:innen hervor. ,,Man teilte sich Raum und schenkte sich Zeit. Man machte sich gemeinsam fürs Leben bereit.“ Ansprechen möchte Lars Ruppel damit vor allem die Kinder und Jugendlichen selbst. Die Jahre im Internat sieht er als eine Reise der jungen Menschen ins Leben: ,,Jedes Wort, das dort steht, hast du selber kreiert. Hast Träume gehabt und sie ausformuliert. Hast der Geschichte Leben eingehaucht, bist mit Kopfsprung in dein eigenes Leben getaucht.“

Idee entstand an der Steinmühle

Dass es zu dieser ,,Liebeserklärung an Internate“ kam, geht auf eine Idee von Björn Gemmer zurück. Der Schulleiter der ,,Steinmühle – Schule und Internat“ in Marburg hatte bei einer Veranstaltung Ruppels Imagefilm über Mittelhessen gesehen. Dabei sei ihm der Gedanke zu diesem Film gekommen. ,,So können wir sehr poetisch vermitteln, welch umfassende Angebote für Bildung-, Betreuungs- und Freizeitangebote Internate heute bieten und wie intensiv junge Menschen dort sowohl gefördert als auch gefordert werden und wie wohl sie sich damit fühlen.“

,,Die Internate-Vereinigung“ (DIV) griff diesen Vorschlag gerne auf. Dadurch sei ein Imagefilm der besonderen Art möglich geworden, so Gemmer, denn es gehe darum, dass jungen Menschen die Internatsidee im Allgemeinen bekannt gemacht werde. ,,Ein Internatsbesuch ist für sie ein attraktiver Weg, die eigene Zukunft zu schreiben.“

Film ansehen

Stream & Chat: Virtueller Infotag der Zinzendorfschulen

Zurzeit sind keine Informations-Veranstaltungen an Schulen möglich. Natürlich wollen Schüler und Eltern trotzdem wissen, welche Möglichkeiten ihnen für einen Schulabschluss oder eine Ausbildung offen stehen und wie es weitergehen kann. Die Zinzendorfschulen präsentieren daher alle Schularten, die sie anbieten, in einzelnen Filmen.

Darüber hinaus gibt es am 23. Januar einen virtuellen Infotag für die beruflichen Gymnasien, die Berufsfachschulen und zur Erzieherausbildung. Über die Videos hinausgehend erklären die Leiter dieser Schularten per Live-Stream beziehungsweise in einer Videokonferenz weitere Einzelheiten und beantworten Fragen.

Eine Übersicht über die Filme gibt es unter www.zinzendorfschulen.de/info-events, von dort aus führen Links zu den gewünschten Schularten, wo auch jeweils erklärt wird, wie Interessenten zu dem Stream kommen.

Der Stream & Chat beginnt um 10 Uhr mit dem Sozialwissenschaftlichen Gymnasium, ab 11 Uhr geht es ums Wirtschaftsgymnasium. Um 12 Uhr fängt der Stream zur Erzieherausbildung an.

Fragen zur Berufsfachschule Hauswirtschaft und Ernährung sowie der Berufsfachschule Wirtschaft werden ab 11 Uhr in einer Video-Konferenz beantwortet, für die eine Anmeldung erforderlich ist. Interessenten müssen bis Freitag, den 22. Januar 12 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff ,,Video-Konferenz Berufsfachschulen an ferro@zinzendorfschulen.de schicken und bekommen dann eine Einladung.

Nach der Realschule zum Abitur mit Digitaler Bildung – Lietz Internat Schloss Bieberstein

Das Oberstufengymnasium des Lietz Internats Schloss Bieberstein steht auch Schülern mit einem qualifizierenden Realschulabschluss offen. Damit können Realschüler*innen ihren Weg zum allgemeinen Abitur einschlagen und dazu einen alternativen und außergewöhnlichen Einstieg in die E-Phase wählen. Mit E-International – der Schule auf Reisen – werden ihnen die jeweiligen Unterrichtseinheiten geografisch passend mittels E-Learning bei einem 6-monatigen Auslandsaufenthalt vermittelt.

Für Schüler mit einem qualifizierenden Realschulabschluss ist der Übergang nach der Jahrgangsstufe 10 in die gymnasiale Oberstufe möglich. Es wird unterschieden zwischen dem Realschulabschluss und dem qualifizierenden Realschulabschluss. Letzterer berechtigt zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe, das berufliche Gymnasium, die Fachoberschule und weitere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Hermann-Lietz-Schulen bieten mit ihren Bildungswegen alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse mit verschiedenen Schwerpunkten an.

Die Berechtigung zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe kann zudem erlangt werden, wenn die Voraussetzungen gemäß § 2 Abs. 2 OAVO erfüllt sind. Hier gilt: Die Schülerin oder der Schüler hat den mittleren Abschluss mit einer Durchschnittsnote von besser als befriedigend (< 3,0) und außerdem in den Fächern Deutsch, Mathematik, erste Fremdsprache und einer Naturwissenschaft gleichfalls eine Durchschnittsnote von besser als befriedigend (< 3,0) erreicht.

Die gymnasiale Oberstufe im Internat erleben

In der Einführungsphase (E-Phase) der gymnasialen Oberstufe des Lietz Internats Schloss Bieberstein werden die Schüler*innen mit den Arbeitsformen der Oberstufe vertraut gemacht. Hier bietet die Hermann-Lietz-Schule Schloss Bieberstein seit einigen Jahren eine einzigartige Alternative mit ihrer Schule auf Reisen, der E-International. Die halbjährliche Einführungsphase im Ausland bedeutet einmalige Auslandserfahrungen inklusive Vermittlung des Schulstoffs per E-Learning. Für diese besondere E-Phase können sich auch Schülerinnen und Schüler von anderen Schulen aus ganz Deutschland bewerben.

Leistungskurswahl für die Qualifikationsphase

In der E-Phase haben die Schüler noch den gesamten Fächerkanon, können allerdings im Rahmen des Bildungskonzeptes auch mehr Fächer belegen, wie zum Beispiel Erdkunde, Wirtschaftswissenschaften und Spanisch als dritte Fremdsprache. Am Ende der Einführungsphase wählen die Schüler ihre Leistungskurse für die Qualifikationsphase, dabei entscheiden sie, ob sie einen sprachlichen oder naturwissenschaftlichen Weg gehen möchten.

Die Sprachausbildung in Englisch, Französisch, Latein oder Spanisch ist eingebettet in Kontakte mit verschiedenen europäischen Schulen. Außerdem werden Sprachkurse für internationale Schüler angeboten. Der Leistungskurs Wirtschaftswissenschaften bereitet Schüler gezielt auf das Studium der Volks- oder Betriebswirtschaft vor. Große Tradition hat in Bieberstein auch der künstlerische Schwerpunkt mit dem Leistungskurs Kunst und etlichen künstlerischen Angeboten wie Malerei, Töpfern, Goldschmiede, Schreinerei etc.

Das Lietz Internat Schloss Bieberstein folgt als staatlich anerkannte Privatschule der hessischen Oberstufenverordnung (OAVO). In einigen Fächern wird mehr Unterricht erteilt als von der staatlichen Schulbehörde gefordert, um das Erlernte zu festigen. Nach einem Jahr Qualifikationsphase kann der schulische Abschluss der Fachhochschulreife erlangt werden. Nach zwei Jahren Qualifikationsphase wird die zentrale hessische Abiturprüfung im Hause abgelegt.

Digitale Bildung – iPad Klassen in der Oberstufe – Unterrichtsgarantie

Der Einsatz von digitalen Medien gehört als multimediale Unterstützung in den Lietz-Internaten im Unterricht dazu. Die Gymnasiale Oberstufe im Lietz Internat Schloss Bieberstein arbeitet bereits seit Jahren mit iPads. Das iPad kann handschriftlich bedient werden, die Handschrift kann im Dokument gespeichert, hochgeladen, runtergeladen, gelesen und von den Lehrern korrigiert werden. Sollte Präsenzunterricht nicht möglich sein, unterrichten die Pädagogen online. Über ein Videokonferenzraumsystem werden dann Referate erstellt und präsentiert; Frontalunterricht als auch vom Lehrer supervisierte Kleingruppenarbeit ist möglich. Somit wird eine Unterrichtsgarantie inklusive persönlicher Betreuung gewährleistet.

Zum Kennenlernen des Internatslebens und Vertiefen von Wissen für einen guten Einstieg in die Oberstufe wird der Besuch der Summerschool 2021 „Fit für die Oberstufe – mit Lietz!“ empfohlen: 14-tägiges Bildungsprogramm mit tollem Freizeitangebot vom 31.07. bis 14.08.2021 – Begrenzte Plätze, frühzeitig anmelden!

Internatsgemeinde der Steinmühle verteilt 180 Mal Nächstenliebe – das begeistert auch den Hessischen Rundfunk

,,Alles fing mit einer kleinen Idee an. Und jetzt trage ich mit dem Oberbürgermeister zusammen die Plätzchen! Noah strahlt. 180 ,,Mut-Mach-Tüten“ haben die Internatschüler:innen der Steinmühle in Marburg gefüllt – mit selbstgebackenen Plätzchen und liebevoll gestalteten Weihnachtskarten. Im Rahmen des Projektes ,,In Würde teilhaben“ übergeben sie die kleinen Geschenke zum Teil sogar persönlich und mit einem kleinen Ständchen an ältere und alleinstehende Mitmenschen.

Kleine Idee mit großer Wirkung

Die ,,kleine“ Idee, wie Noah es nannte, hatte Francine Olschewski für dieses Projekt. ,,Verbundenheit und soziales Engagement sind ganz wichtige Elemente bei uns an der Steinmühle“, sagt die Internatspädägogin. ,,Und so haben wir überlegt, wie wir trotz – oder besser gesagt: gerade jetzt während der Corona-Maßnahmen – aktiv sein können.“ Eine Gruppe Schüler:innen traf sich und trug Ideen zusammen. Schnell war klar: Sie wollten etwas Gutes für bedürftige Menschen tun. Und sie wollten dabei selber aktiv und kreativ sein. Und so fiel die Wahl auf die ,,Mut-Mach-Tüten“. ,,Gemeinsam Plätzchen backen und damit anderen eine Freude bereiten können, das gefiel uns sofort.“

Die gesamte Internatsgemeinschaft hilft mit

Die Idee sprach sich schnell herum und schon bald liefen in allen sechs Wohngruppen der Steinmühle die Öfen heiß. Plätzchenduft erfüllte die Gebäude. Parallel wurden in liebevoller Handarbeit bunte und fröhliche Weihnachtskarten gestaltet. So konnten 180 Mut-Mach-Tüten mit Plätzchen und Karten bestückt werden. ,,Ich hatte das Gefühl, etwas sehr Sinnvolles zu tun“, berichtet Schülerin Frederike. ,,Kleine Dinge können so viel Freude bereiten.“

HR dokumentiert Übergabe

So viel Begeisterung, Nächstenliebe und Engagement: Da ließ es sich auch der Marburger Oberbürgermeister nicht nehmen, den Internatschüler:innen persönlich zu danken. Sogar der Hessische Rundfunk kam hinzu und dokumentierte die Übergabe an die Projektleiterin von ,,In Würde teilhaben“.
Mit einem Besuch (natürlich auf Abstand und mit FFP2-Masken) besuchten drei Schülergruppen die älteren Mitbürger:innen dann auch persönlich. Besonderes Highlight: Schüler Felix, der später einmal Gesang studieren möchte, verblüffte mit spontanen Arien und Chorgesängen an der Haustür. Die Beschenkten brachten ihre Freude über die Überraschung überschwänglich und liebevoll zum Ausdruck. Dass eine derart kleine Geste so viel Freude bereiten kann, das wiederum berührte die Schüler*innen sehr. ,,Ich kann es kaum glauben, wie viel Liebe uns da entgegengekommen ist. Ich möchte im nächsten Jahr unbedingt weitermachen mit solchen Aktionen“, erzählt Schülerin Verena später ergriffen.

Kooperation soll bestehen bleiben – Gutes tun auch in 2021

Durch diese Erfahrung sehr beflügelt, möchten die Schüler:innen des Internats Steinmühle 2021 weitermachen. Angedacht sind Patenschaften und regelmäßige Kontakte zwischen Jung und Alt. ,,Die Internatsgemeinschaft Steinmühle wird auch 2021 mit Herz und Freude und viel Kreativität wieder dabei sein“, sind alle überzeugt.

Kriegsheimkehrern den Neustart ermöglichen – 75 Jahre Internatsschule Krüger

Privatschule und Internat Krüger verbindet man heute zutreffenderweise mit dem Standort Lotte-Wersen. Weniger bekannt dürfte sein, dass die Einrichtung vor 75 Jahren in Osnabrück gegründet wurde und hier auch bis 1967 blieb. Dann war der Neubau ,,auf der grünen Wiese an der Westerkappelner Straße in Wersen fertig, und die Schule zog um.

Gründungsidee vor 75 Jahren war, den vielen Kriegsheimkehrern einen beruflichen Neustart zu ermöglichen. Die jüngeren unter ihnen hatten bis dahin nichts anderes als das Kriegshandwerk gelernt. Damit konnten sie nach der Niederlage und der Demilitarisierung aber nichts mehr anfangen.

Fritz Krüger war Lehrer für Kurzschift und Maschinenschreiben. Er kehrte im Sommer 1945 selbst aus der Gefangenschaft nach Osnabrück zurück und erkannte unter seinen ehemaligen Kameraden einen großen Umschulungsbedarf. Kaufmännisches Rüstzeug erschien vielversprechend für eine Exisenzgründung in der neuen Zeit.

Fritz Krüger stieß auf ein kleines Nebengebäude im Hinterhof des Hauses Schnatgang 18, das für den Anfang geeignet erschien.

Schon im September 1945 versammelte er in dem acht Quadratmeter großen Raum die ersten sechs Schüler um sich. Bänke und Tische stammten aus einem Luftschutzkeller, für Wärme sorgte ein alter Bollerofen. Die Schüler waren gehalten, Brennmaterial selbst mitzubringen, wenn sie es warm haben wollten. Acht geliehene Kofferschreibmaschinen und eine ausgediente Wandtafel bildeten die Anfangsausstattung.

Fritz Krüger und seine Frau Ursula beschafften sich eine Baracke aus Wehrmachtsbeständen, um den wachsenden Zulauf bewältigen zu können. Anfang 1946 erhielten bereits 28 Kriegsversehrte Unterricht in kaufmännischen Fächern wie Buchhaltung, Steno und Maschinenschreiben. Hinzu kamen 35 Abendschüler, die sich berufsbegleitend fortbildeten.

1950 war die Zeit des Improvisierens vorbei. Mit dem Wiederaufbau des Hauses Schnatgang 22 standen der ,,Kaufmännischen Privatschule Krüger“ dort im Haupthaus fünf annehmbare Klassenräume zur Verfügung. 200 Tages- und 250 Abendschüler sorgten für guten Geschäftsgang, der vier Jahre später den nächsten Expansionsschritt nach sich zog: 1954 war die Kromschrödersche Villa an der Bergstraße ,,vom Engländer“, der sie beschlagnahmt hatte, freigegeben und stand zur Verpachtung.

Den Prachtbau mit allen Zutaten des Historismus, vom Wohnturm über Balkone, Säulengänge und Veranden bis zur großen Freitreppe hinein in den Park mit dem chinesischen Teehaus, hatte Gaszählerfabrikant Otto Kromschröder (1844 – 1916) in den 1880er-Jahren errichten lassen. Im Urteil vieler Osnabrücker war sie die schönste Villa der Stadt.

Der große Speiseraum mit Marmorauskleidung sollte den Rahmen für den festlichen Empfang für Kaiser Wilhelm I. abgeben, den Otto Kromschröder eingeladen und der sein Kommen auch schon zugesagt hatte. Doch dann zerschlug sich der Termin, der Name ,,Kaisersaal“ aber blieb bis in die Nachkriegszeit.

Wohnturm nachgebaut

In der Villa stand Fritz und Ursula Krüger nun so viel Raum zur Verfügung, dass eine Internatsunterbringng für auswärtige Schüler möglich wurde. Das Internat Krüger als Nebenbetrieb zur Handelsschule war geboren. Die Schlafräume gliederten sich in das ,,Unterhaus“, dem Hauptgebäude und das ,,Oberhaus“.

Das war ein rückwärtiger Anbau in direkter Nachbarschaft zur Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei, der den älteren Schülern vorbehalten war. Aber auch das Wohnen im Turm war höchst attraktiv. Bei einem späteren Ehemaligen-Treffen rückte ein früherer Bewohner damit heraus, dass er aus Begeisterung den Turm originalgetreu auf seinem Grundstück nachgebaut hatte.

Unerwartet bewarben sich auch mehrere Mädchen um einen Internatsplatz. Aus ,,Sicherheitsgründen“ sollten sie nicht im selben Haus wie die männlichen Schüler untergebracht werden. Kurzerhand mieteten die Krügers ein weiteres Haus nahebei in der Werderstraße an. Die jungen Damen durften dann jeden Morgen den Bismarckplatz überqueren und zu den Schulräumen an der Bergstraße laufen. Die Hausordnung des Internats sorgte dafür, dass sich die Ausgangszeiten für Jungen und Mädchen nicht überschnitten.

Der Sohn des Gründers, Peter Krüger (67), hat viele Erinnerungen an die Zeit an der Bergstraße, weil er mit der Familie dort auch wohnte. Er erzählt von den ,,Krüger-Bullis“, deren Hauptaufgabe es war, auswärtige Schüler zum Bahnhof zu bringen und von dort abzuholen. Da zunächst auch ältere Schüler diese Kleinbusse fahren durften und einige sehr sportlich über die Wälle brausten, um neue Rekordzeiten bis zum Bahnhof zu schaffen, gab es Beschwerden von anderen Verkehrsteilnehmern. Wohin sie die Beschwerden zu adressieren hatten, war nicht zu übersehen, denn das Krüger-Werbelogo prangte unübersehrbar auf allen Fahrzeugflanken. Fortan durften nur noch der Chef selbst und seine Mitarbeiter die Bullis bewegen.

Suche nach neuer Bleibe

Eigentumer der Villa waren die Geschwister Julius und Amanda (Adda) Heywinkel. Ihre Absicht war es, auf dem Grundstück Bergstraße 31/33 ein Altenheim zu errichten, was dann später mit dem 1971 eingeweihten Heywinkel-Haus auch geschah. Über das Jahr 1967 hinaus bekam Krüger deshalb keine Verlängerung des Pachtvertrags. Man musste sich also nach einer neuen Bleibe umschauen, was gleichzeitig eine weitere Vergrößerung ermöglichte.

1967 war der Neubau ,,auf der grünen Wiese“ in Wersen fertig, und die Schule zog um. Peter Krüger erinnert sich, dass die alte Villa nicht sofort danach abgerissen wurde. Übergangsweise nisteten sich Obdachlose dort ein, die sich nachts mitunter lautstark bemerkbar machten. Im Herbst 1967, als die Internatsschule das Feld längst komplett geräumt hatte, meldete sich eines Abends die Osnabrücker Polizei bei Fritz Krüger und forderte ihn auf, seine Schüler besser in den Griff zu bekommen, da sich Bewohner am Westerberg laufend über Ruhestörungen ,,bei Krüger“ beschwerten. Die Sache war dann schnell geklärt.

1967 übernahm der Diplom-Handelslehrer Eberhard Mittag die Schulleitung. Er fand nicht nur Gefallen an der Arbeit, sondern auch an Fritz Krügers Tochter Petra. Die beiden heirateten, Petra Krüger-Mittag wurde Teil des Leitungsteams des familiär geführten Betriebs mit mittlerweile 40 Beschäftigten in Schule und Internat.

Im Internat waren die Mädchen weiterhin in einem separierten Gebäudeflügel untergebracht. Der männlichen Jugend Wersens blieb das nicht verborgen. ,,Sie kamen auf ihren Mopeds angeknattert und umrundeten den Mädchen-Block. Da war hier abends richig was los“, erinnert sich Mittag an die späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre.

Eberhard Mittag vergrößerte das Ausbildungsangebot mit Einführung der Höheren Handelsschule (Ziel: Fachabitur) und des Wirtschaftsgymnasiums (Ziel: Vollabitur). Die Kapazität des Internats liegt bei rund 70 Betten in Ein- und Zweitbettzimmern.

Heute Berufskolleg

Peter Krüger war von 1994 bis 2017 Schulleiter. Er ist weiterhin Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Krüger-Stiftung. Er trieb die weitere Differenzierung der Aus- und Weiterbildungsangebote zum ,,Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung“ voran und intensivierte die Kontakte zur heimischen Wirtschaft, die den Schülern unter anderem in Form von Praktika- und Ausbildungsplätzen zugutekommen.

Stolz ist die Schule auch auf das internationale Flair, das heute auf ihren Fluren herrscht. Die Aufnahme von jungen Leuten aus der ganzen Welt, deren Eltern es beispielsweise als Führungskräfte oder Wissenschaftler in die Region verschlagen hat, ist bei Krüger Tradition. In Intensiv-Sprachkursen wird auf die Leistungsniveaus von A1 bis B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens vorbereitet. Seit 2017 leitet Andre Soßna die Schule.

Lietz Internat Hohenwehrda denkt an Senioren

„Ich freue mich sehr, dass man an uns denkt. Und ich freue mich darauf, die Briefe zu lesen.“ Wilfried Hübner wohnt seit drei Jahren in der Senioren- und Pflegeeinrichtung Haus Bethanien in Hünfeld. Nun erhielten er sowie die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner Post vom Lietz Internat Hohenwehrda.

Die Klassen 10 R 1 und R 2 schrieben im Deutschunterricht Briefe an die Senioren. Sie wollten mit der Aktion ein Stück Hoffnung vermitteln. Adrian (Internatssprecher 10 R 1) und Luna (10 R 2) überbrachten die Briefe und überreichten sie an die Delegation des Haus‘ Bethanien: Wilfried Hübner, Luisa Ayada (soziale Beratung), Joshua Bittorf (Pflegedienstleitung) und Michael Lotz (Einrichtungsleitung). Wilfried Hübner, 78 Jahre alt, bekräftigte, wie wertvoll er diese Geste empfindet.

Bewohner, die nicht mehr in der Lage sind, die Briefe eigenständig zu lesen, werden nicht ausgeschlossen. Ihnen werden sie vorgelesen.

In den Briefen schildern die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 R des Lietz Internats Hohenwehrda ihren Tagesablauf, den Umgang mit der Pandemie, beschreiben ihre Hoffnungen und Wünsche, wollen Zuversicht und Hoffnung schaffen. So wie Sophie: „Ich denke, wir alle wissen, wie schwer diese Zeit für Sie sein muss. Doch wir alle müssen versuchen, an das Positive zu denken …“

Alle Hohenwehrdaner Schüler verabschiedeten sich mit den Wünschen für ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest, einen guten Start ins Jahr 2021 und vor allem Gesundheit.

Text und Foto: Martin Batzel

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