Internat Solling

Steinmühle – Schule & Internat: Elektronik und Programmieren im Wahlunterricht

Die Steinmühle mit Schule & Internat in Marburg stellt sich für die Zukunft auf: Im Rahmen des Wahlunterrichts (WU) wurde in diesem Schuljahr das Angebot im Bereich Technik und Computer erweitert. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen 8 und 9 hatten aktuell die Möglichkeit, mithilfe von Arduino Mikrocontrollern eigenständige Elektronik-Projekte zu realisieren. Arduino, so Malte Klimczak als zuständiger Lehrer in seinem Bericht, ist eine Open-Source-Elektronik-Prototyping-Plattform für flexible, einfach zu bedienende Hardware und Software. Sie wird vor allem von Künstlern, Designern, Tüftlern und Bastlern verwendet, um kreative Ideen zu verwirklichen. An den Mikrocontroller können verschiedene Sensoren (z.B. Temperatur, Bewegung, Helligkeit etc.) und LEDs, Motoren, Taster und Displays angeschlossen werden. Die einzelnen Komponenten werden durch eine einfache Programmierung gesteuert. Auf diese Weise entstehen in kurzer Zeit kleine interaktive Objekte.

Analytisches Denken wird trainiert

Die Schülerinnen und Schüler bauten auf diese Weise unter anderem einen kleinen Roboter, der dem Licht einer Taschenlampe folgt, ein per Bluetooth und Smartphone gesteuertes Auto oder ein digitales Thermometer. Weiterhin wurde von einer Schülergruppe in Eigenregie eine Motorensteuerung für ein ferngesteuertes Modellflugzeug entwickelt.

In dem Projekt ging es nicht nur um die Programmierung der Mikrocontroller, sondern auch um den praktischen Aufbau der elektronischen Schaltungen. Insbesondere können Fähigkeiten im technischen Bereich entwickelt und Kompetenzen in Informatik/Programmierung erworben werden. Logisches und analytisches Denken werden trainiert und in Anwendungssituationen umgesetzt. Das Angebot schließt sich an den Physik- und den Projektunterricht an und stellt eine sinnvolle Ergänzung dar, ganz im Sinne von ,,Bereit für die Zukunft!

10. Klasse Gymnasium mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt

Das Lietz Internat Schloss Bieberstein bietet zum Schuljahr 2019/2020 im G9-Zweig erstmalig eine 10. Klasse Gymnasium (10G) mit dem Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften an. Die Besonderheit dieser 10. Klasse ist die Vermittlung von wirtschaftswissenschaftlichen Kernkompetenzen sowie eine optimale Vorbereitung auf die gymnasiale Oberstufe und an die sich später anschließende Studium- oder Berufsphase.

Dabei ermöglicht der Besuch der 10G allen Schülerinnen und Schülern, die auf Grund ihrer unterschiedlichen Bildungswege bis Klasse 10 nicht direkt in die Einführungsphase eintreten können, die hierfür erforderlichen Voraussetzungen zu erwerben. Es wird besonders darauf geachtet, dass sich soziale Kompetenzen im Gleichgewicht mit fachlichen Inhalten gegenseitig ergänzen und den Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Ausgangsbasis für den Besuch der weiterführenden Oberstufe bieten.

Die Schüler erhalten in der 10G und der sich anschließenden Einführungsphase eine umfassende Berufs- und Studienorientierung durch spezielle Profilbereiche und Praxistage und können so ihre persönlichen Stärken erkennen, festigen und weiter ausbauen.

Hierzu zählen beispielsweise

  • Vermittlung von Kernkompetenzen
  • Persönliche Stärken erkennen, festigen und weiter ausbauen
  • Umfassende Berufs- u. Studienorientierung durch Profilbereiche und Praxistage
  • Vertiefung von Praxiserfahrung durch Betriebsbesichtigungen
  • Sammeln von ersten Praxiserfahrungen in internatseigenen ,,Schülerbetrieben
  • Bewerbertrainings in Kooperation mit der Agentur für Arbeit und dem BBZ
  • Schuleigenes Curriculum
  • Verstärkte Berücksichtigung von Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsenglisch und Mathematik
  • Optimale Vorbereitung auf die Oberstufe
  • Verteilung der Stofffülle über ein zusätzliches Jahr

 

Darüber hinaus werden neben den schulischen Schlüsselbereichen der selbständigen Arbeit, Fachkompetenz und Medienkompetenz auch soziale und persönliche Skills erworben: Die Fähigkeit, gegenüber anderen für seine Auffassung einzustehen, sowie Selbstsicherheit und Verantwortungsbewusstsein für sich und andere sind in einem Lietz Internat – insbesondere im Oberstufeninternat Bieberstein, dem die 10G Wiwi als jüngste Lerngruppe angehört – essentiell.

Weiterhin wird es ein schuleigenes Curriculum geben, in dem die Profilfächer Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsenglisch und Mathematik im Lehrplan verstärkt Berücksichtigung finden werden.

Stofffülle wird über ein zusätzliches Jahr verteilt

Zur Verbesserung der Kompetenz der Schülerinnen und Schüler werden E-Learning in ausgewählten Fächern sowie soziales Lernen innerhalb des Klassenteams Bestandteil des Lernkonzeptes sein.

Ein weiterer Vorteil der 10G ist der Umstand, dass die zu vermittelnde Stofffülle über ein zusätzliches Jahr verteilt wird und somit dem Leistungsdruck der Oberstufe effektiv begegnet wird. Dabei sind die Jugendlichen altersmäßig unter Ihresgleichen, denn in Bieberstein arbeiten und leben ausschließlich Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 aufwärts.

Nach erfolgreichem Abschluss der 10G kann zwischen dem Besuch der üblichen Einführungsphase oder der besonderen Einführungsphase ,,E-International“ gewählt werden. Die anschließende Belegung des wirtschaftswissenschaftlichen Leistungskurses in der Qualifikationsphase ist mit beiden Wegen möglich.

Mit der 10G steht die Tür für einen passgenauen und optimal vorbereiteten Einstieg in eine wirtschaftlich orientierte, akademische Karriere weit offen.

Jugend forscht: Team der „Steinmühle – Schule und Internat“ holt gleich drei Preise

Besser hätte es beim „Jugend Forscht-Regionalwettbewerb“ gar nicht klappen können, endete die Teilnahme der Steinmühle doch gleich mit drei Preisen: Die Schülerinnen Lena Noelle Joußen und Janina Seip holten zusammen mit ihrem Lehrer Dr. Dietmar von der Ahe den Projektpreis, den Umweltpreis und den Betreuerpreis.

,,Macht weiter, schöpft das Potenzial dieses Projektes aus und beteiligt euch wieder an dem Wettbewerb.“ So lautete genau vor einem Jahr der Rat der Jury, als die damaligen Elftklässlerinnen ihre Hypothese beim Wettbewerb ,,Jugend Forscht“ erstmals dem Expertenkreis bekanntmachten. Sie stellten in den Raum, dass das Plastik-Umweltproblem möglicherweise durch die Große Wachsmotte (Galleria Mellonella) gelöst werden könnte. Für das Experiment waren von Wachsmottenlarven befallene Bienenwaben in Plastiktüten verstaut worden. Schon wenige Zeit später war das Plastik durchlöchert und zerkrümelt. Es konnte im Labor nachgewiesen werden, dass die Larven tatsächlich Polyethylen (PE) abbauen.

Auf der Suche nach passendem Enzym
Um dem Thema weiter auf den Grund zu gehen, erforschten Lena und Janina nun die Frage, ob die Larven der Großen Wachsmotte im Darm so genannte Symbionten tragen, also Mikroorganismen, die den Plastikabbau mit fördern. Die Arbeiten am frisch verstorbenen Tier, die Übernahme der Bakterien in ein Nährmedium, das Anwachsen der Bakterien, die Bakterienklone und die Durchführung der Polymerasekettenreaktion (PCR) erbrachten die Erkenntnis, dass sich ein bestimmtes Gen aus den Bakterien vermehrt – und warfen gleichzeitig die Frage auf, ob dieses Gen als Bestandteil eines vielleicht schon bekannten ähnlichen Enzyms in der Natur vorliegt und dieses durch die Fähigkeit, Kohlenstoffverbindungen zu zersetzen, entscheidend zum Plastikabbau beitragen kann.

,,Wir sind dem Ergebnis ein entscheidendes Stück nähergekommen“, berichtet Biologielehrer Dr. Dietmar von der Ahe. ,,Es ist nicht nur ein Bakterium allein. Auf rund zwei Dutzend mögliche Bakterien haben wir den Kreis der Bakterienkandidaten verringert“, sagt der Fachmann. Hier noch weiterzuforschen, sei eine Zeit- und vor allem auch Kostenfrage.

Misserfolge entmutigten nicht
Bis November, so der promovierte Biologe, sah es so aus, als würden die Forschungsarbeiten nicht funktionieren. Über 200 PCR-Reaktionen hätten die Zwölftklässlerinnen durchgeführt und sich trotzdem nicht entmutigen lassen. Dank vieler motivierender Worte, der Koordination und der schlüssigen Strategie des Projekts fiel der Steinmühle auch der Betreuerpreis zu. Das aktuelle und brisante Thema ,,Plastik“ war für den Umweltpreis ein geeignetes Feld. Den Projektpreis in Höhe von 1600 Euro entrichtete der Sponsorenpool Hessen des Wettbewerbs für beharrliches, genaues und zielstrebiges Arbeiten.

Voraussetzungen durch Schülerlabor
Für die Arbeiten der jungen Steinmühlen-Forscherinnen ist das vom Förderverein ausgestattete Schülerlabor der Steinmühle eine wichtige Voraussetzung. Jasmine Weidenbach, Vorsitzende des Fördervereins, hatte im Juni 2014 die Finanzierung (5100 Euro) bei Roche Deutschland als Hauptsponsor beantragt. Die Zentrale genehmigte den Antrag einen Monat später, das Labor wurde im Herbst 2014 eingerichtet. Die offizielle Eröffnung des Labors fand im Februar 2015 statt.

Der Gesamtwettbewerb Jugend Forscht wird von der gleichnamigen Stiftung organisiert. Sie möchte Nachwuchsforscherinnen und -forscher für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern und das Interesse an diesen Berufsfeldern fördern.

Die Auferstehung des ehemaligen Dorfladens

Lietz Internatsdorf Haubinda übernimmt Verantwortung für die örtliche Bevölkerung und betreibt ab sofort in Eigenregie einen Schul-Konsum. Somit haben die Dorfbewohner in Westhausen wieder „ihren“ Dorfladen zurück bekommen und die Internatsschüler können in einem realen Projekt unternehmerisches Handeln erkennen, begreifen und erlernen.

Eine Win-win-Strategie, auch als Doppelsieg-Strategie bekannt, hat das Ziel, dass alle Beteiligten und Betroffenen einen Nutzen erzielen. Jeder Verhandlungspartner respektiert auch seinen Gegenüber und versucht, dessen Interessen ausreichend zu berücksichtigen, so lautet die Definition beim Internetportal Wikipedia. Und genau diese Situation gibt es mit dem neuen Dorfladen ,,Schul-Konsum, der am vergangenen Dienstag (19.03.2019) offiziell in Westhausen seine Pforten öffnete. Die beiden Partner sind das Lietz Internatsdorf Haubinda und die Gemeinde Westhausen.

Nach Schließung des Dorfladens gab es keine Einkaufsmöglichkeit mehr

Nach der Schließung des Konsums vor zwei Jahren, war eine wichtige Einrichtung in der Gemeinde verloren gegangen – nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit, sondern zugleich ein Treffpunkt zum Austausch von sozialen Kontakten und Informationen rund um das Geschehen im Ort, der 600-Seelen-Gemeinde. Dem Unternehmergeist von Burkhard Werner, Internats- u. Schulleiter in Haubinda und Bürgermeister Ulf Neundorf war es zu verdanken, dass die beiden Visionäre die Idee entwickelten, in einer gemeinsamen Aktion den Lebensmittelpunkt der Gemeinde mit einem neuen Ladengeschäft – unter Federführung der Hermann-Lietz-Schule – auferstehen zu lassen.

Die Gemeinde stellte als Mieter die Räumlichkeiten zur Verfügung und die Mitarbeiter des Internatsdorfes unter Leitung von Manuel Both begannen mit den Renovierungsmaßnahmen, hauchten dem ehemaligen Konsum mit viel Energie, handwerklichem Geschick und zahlreichen Einsatzstunden innerhalb eines halben Jahres neues Leben ein.

Während für die Dorfgemeinschaft nun wieder eine Einkaufsmöglichkeit und ein zentraler Treffpunkt besteht, haben die Schüler des Internatsdorfes die einzigartige Möglichkeit unternehmerische Fähigkeiten nicht am Computer im Planspiel mit Mausklick zu üben, sondern in der Realität anzuwenden: kalkulieren und planen, organisieren und improvisieren sowie Kundenfreundlichkeit, Zuverlässigkeit, Engagement und Unternehmergeist zu trainieren, um erfolgreich als Unternehmen zu bestehen. Eine besondere Herausforderung für die Schüler und Schülerinnen der Fachoberschule und des Beruflichen Gymnasiums – getreu dem Motto: Learning by doing.

Pfarrer, Landrat und Bürgermeister kamen zur Eröffnung des Schul-Konsums

Dass die Auferstehung des neuen Ladens unter einem guten Stern steht, dafür sorgte Pfarrer Johannes Heinze, der bei der Eröffnung die Räumlichkeiten segnete. Zuvor hatten die weltlichen Vertreter das Wort. Landrat Thomas Müller lobte den Mut und Weitblick der Initiatoren, die mit dem Projekt einen großen Beitrag und sozialen Dienst für die Dorfgemeinschaft leisten – und er wünschte sich Nachahmer. Bürgermeister Ulf Neundorf lobte das Engagement der Hermann-Lietz-Schule Haubinda, die nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber in der Region ist, sondern auch immer wieder die umliegenden Gemeinden mit ihren Aktivitäten bereichert.

Internats- u. Schulleiter Burkhard Werner letztendlich bedankte sich für die zahlreiche Unterstützung von kommunaler Seite und zahlreichen Partnerunternehmungen und Handwerksbetrieben. Gleichzeitig lobte er das außerordentliche Engagement seiner Mitarbeiter aus dem Handwerksbereich, die über das normale Maß hinaus großen Einsatz gezeigt haben, um das Projekt zeitnah fertigzustellen.

Schul-Konsum verfügt über umfangreiches Sortiment vom Alaska-Seelachsfilet bis zu Zitronen

Gleichzeitig rührte der ,,Unternehmer“ kräftig die Werbetrommel für das reichhaltige Sortiment, das über die Edeka-Gruppe ständig ergänzt wird und von den gängigen Lebensmitteln, Molkereiprodukten, frischem Obst und Gemüse über Tiefkühlkost, Fleisch und Wurstwaren bis hin zu Backwaren, Getränken und Zeitschriften keine Wünsche offen lässt. Eine gemütliche Plauderecke lädt zudem zum Verweilen und Gedankenaustausch ein. Und für die nahe Zukunft ist auch ein Lieferservice geplant, der von den Schülern des Internatsdorfes mitgetragen wird.

,,Immer wieder geht die Sonne auf“, sang der Nachwuchs des Kindergartens aus Westhausen vielstimmig und überbrachte Geschenke an Anett Schlemmer, die als Mitarbeiterin der Hermann-Lietz-Schule für die Betreuung des Schul-Konsums verantwortlich ist. Der Schul-Konsum ist täglich geöffnet: montags bis freitags von 8 -12.30 Uhr sowie dienstags, donnerstags und freitags von 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Wer vom Chef selbst bedient werden möchte, muss die Öffnungszeiten am Samstag von 8 – 11.30 Uhr nutzen. Dann wird der Kunde von Burkhard Werner persönlich bedient.

Text u. Fotos: Volker Kilgus

High Seas High School – Das segelnde Klassenzimmer

Bis zum 31. März nimmt das Segelprojekt der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog noch Bewerbungen von Schüler*innen der 9. und 10. Klasse aus ganz Deutschland an.

Am 12. Oktober 2019 startet dann der 27. Törn des ‚Segelnden Klassenzimmers‘ über den Atlantik.

Fast sieben Monate sind die etwa 30 SchülerInnen auf einem traditionellen Großsegler unterwegs. Nach einem Zwischenstopp auf den Kanaren geht es quer über den Atlantik, in die Karibik, nach Panama und Kuba und wieder zurück nach Norddeutschland. An Bord unterrichten vier Lehrer nach gymnasialem Lehrplan.

Segelsetzen, steuern, das Wetter lesen, die Gezeiten verstehen, navigieren: Das alles übernehmen die Schüler nach einigen Wochen selbst, bei Tag und Nacht, Wind und Wetter. In Mittelamerika gehen sie für vier Wochen an Land; leben in Gastfamilien, lernen Spanisch vor Ort, arbeiten auf einer Finca bei der Kaffee- und Zuckerrohrernte, erkunden auf Exkursionen den Regenwald und lernen Tauchen – eine echte Entdeckungsreise.

Bewerbung bitte NUR per Email:

High Seas High School – Das segelnde Klassenzimmer an der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog

bewerbung@high-seas-high-school.de

Mutbürger statt Wutbürger

Das Lietz Internatsdorf Haubinda schickt ihre Schüler und Besucher auf die Suche nach ,,Vorbildern und Friedensstiftende. Diesem Thema ist die gleichnamige Wanderausstellung gewidmet, die am 21.02.2019 im Lietz Internatsdorf eröffnet wurde. Per Kurz-Porträt werden 12 historische Persönlichkeiten wie Albert Schweizer, Friedrich Schiller, Edith Stein, Anne Frank, Stephane Hessel vorgestellt. Sie alle haben sich zu ihren Lebzeiten eingesetzt u.a. für Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden, religiöse Toleranz und Hilfe für Bedürftige. Sie setzen die Impulse für die Besucher, sich diesem Thema zu nähern und sich auf die Suche nach ihren ganz persönlichen Vorbildern zu begeben. Schüler und Besucher haben die Möglichkeit, sich mit ihren porträtierten Vorbildern an der Ausstellung zu beteiligen und sie mit ihren Wortmeldungen sinnvoll zu ergänzen. Mit der Ausstellung wird der Focus auf konstruktive, Werte vermittelnde Persönlichkeiten, Vorgänge und Sachverhalte gelegt. Es wird eine spannende und interessante Zeit, die Vorbilder und Friedensstiftenden der Besucher kennenzulernen und dieses Thema in einer breiten Öffentlichkeit zu besprechen.

Nicht wegschauen oder selbstgefällig zurücklehnen, sondern Einfluss nehmen, diskutieren, Werte verteidigen und handeln. ,,Wir brauchen Mutbürger, keine Wutbürger“, brachte es Dr. Andreas Jantowski, auf einen einfachen Nenner und appellierte an die Handlungsmacht des Einzelnen. Der Direktor des Thillm (Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien) war am Donnerstag (21.02.2019) im Lietz Internatsdorf Haubinda der Festredner bei der Eröffnung der Wanderausstellung ,,Vorbilder – Friedensstifter.“ Das Projekt, initiiert und organisiert von der Mittelstands-Akademie Made in Germany, wird unterstützt vom Thillm, der Thüringer Ehrenamtsstiftung sowie dem einzigen in Thüringen ansässigen internationale Kinderhilfswerk ,,Ourchild e. V. , der Maria-Pawlowna- Gesellschaft e.V. und der Deutschen Stiftung Meditation.

,,Ich hoffe ihr zwingt eure Klassenlehrer mit euch über die Ausstellung und eure Vorbilder zu reden“, so die Aufforderung von Schulleiter Burkhard Werner an seine Schüler bei der Begrüßung der Ausstellungs-Eröffnung. Angesichts der Spannungen bei der Sicherheitskonferenz in München, Aufkündigung des Abrüstungsvertrages, zahlreicher Krisenherde weltweit sowie eine drohende Klimaveränderung, nannte es Schulleiter Burkhard ermutigend – mit Blick auf die Freitagsdemonstrationen von Schülern – dass junge Leute sich zu Wort melden, sich für ihre Zukunft engagieren. In der Rückschau auf seine Schullaufbahn in Römhild bekannte Werner: ,,Wir bekamen von den Lehrern gesagt, wer unsere Vorbilder sind.“ Und er fügte hinzu: Ich schwärmte für die Sportler – insbesondere die Leichtathleten.

Wanderausstellung bleibt die ersten sechs Monate in Haubinda

Mit der Ausstellung, die in den nächsten sechs Monaten in Haubinda zu sehen ist, will die Schule Impulse für Schüler und Besucher setzen, sich auf die Suche nach den ganz persönlichen Vorbildern zu begeben. Mit Kurz-Porträts 12 historischer Persönlichkeiten wie Albert Schweitzer, Friedrich Schiller, Edith Stein, Anne Frank, Stephane Hessel, Gustav Stresemann und Gandhi werden Menschen vorgestellt, die sich eingesetzt haben für Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit, religiöse Toleranz und Hilfe für Bedürftige. Gleichzeitig besteht für die Besucher die Möglichkeit sich aktiv einzubringen, sich mit ihren porträtierten Vorbildern an der Ausstellung zu beteiligen und sie mit Wortmeldungen zu ergänzen.Festredner Dr. Andreas Jantowski rief dazu auf: ,,Nicht wundern, sondern kümmern!“ Gleichzeitig bedauerte er den schwindenden Anstand im Umgang miteinander und stellte klar: „Anstand ist anstrengend“. Exemplarisch bezog er sich auf Stéphan Hessel und dessen Streitschrift ,,Empört Euch“. Darin ruft der ehemalige französische Widerstandskämpfer, KZ-Überlebende und spätere UN-Diplomat zum friedlichen Widerstand gegen die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft auf. Gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus, gegen die Unterdrückung von Minderheiten, gegen die ökologische Zerstörung unseres Planeten. Jantowski mahnte zugleich Widerstand nicht als Legitimation zu nutzen, wie es bei Gewaltausschreitungen 2017 beim G-20 Gipfel im Hamburger Schanzenviertel vorkam.

Er vertrat weiterhin die Auffassung, dass wir als Zivilbevölkerung aufgerufen sind Veränderungen zu fordern. ,,Freiheit und Frieden sind wie flüchtige Rehe und man bemerkt sie erst, wenn sie nicht mehr da sind“ , so das Credo des Festredners. Die Friedenspädagogik lerne nicht wie man Konflikten ausweicht, sondern wie man sich ihnen stellt. Gleichzeitig warnte er vor einfachen Lösungen: ,,Kulturen lassen sich nicht in Vorgaben pressen, müssen diskutiert und hinterfragt werden. Bei Songtexten am Rande von Gewaltverherrlichungen helfen keine Verbote. Stattdessen muss in der Schule darüber offen diskutiert und hinterfragt werden.“ Im gleichen Atemzug stellte der Festredner die Frage, ob die starke Ausprägung der Individualität in den vergangenen Jahren möglicherweise zu Lasten des Gemeinschaftssinns gegangen sei.

Friedensstifter sind weiterhin notwendig

Dirk Lindner, 1. Beigeordneter des Landkreises Hildburghausen, berichtete in seiner Grußrede von seiner Sozialisation in der ehemaligen DDR, die das Thema Frieden als Hauptziel ausgegeben hatte. ,,Die morgendliche Begrüßung lautete Frieden und Sozialismus – gleichzeitig war es die Zeit des Kalten Krieges und des Wettrüstens.“ Nach dem friedlichen Widerstand mutiger Menschen und der Wiedervereinigung dachte Lindner, Krieg würde es nie mehr geben. Inzwischen hegt er Zweifel und fragt: ,,Stehen wir vor einem neuen Wettrüsten?“ Aufgrund dieser Fragestellung folgerte er: ,,Wir haben Friedensstifter weiterhin notwendig.“

Dr. Volker Düssel, der Vorsitzende der Thüringer Ehrenamtsstiftung, betonte die Bedeutung des Ehrenamtes und lobte das Engagement der 850.000 Ehrenämtler in Thüringen: ,,Ohne ihre Arbeit würde spätestens nach drei Tagen Chaos in Thüringen herrschen.“ Gleichzeitig lobte er das Engagement der mittelständischen Unternehmen und der Lietz Schule Haubinda, die – wie mit dieser Wanderausstellung – immer wieder den Dialog mit den Heranwachsenden anbieten und suchen. Er forderte die Schüler auf sich für ein Ehrenamt-Zertifikat zu bemühen, denn bei Bewerbungen signalisiere solch ein Zertifikat, dass der Inhaber nicht nur auf der Schulbank gesessen hat, sondern auch Eigenschaften wie Teamfähigkeit und Sozialkompetenz erworben hat.

Nach der offiziellen Eröffnung lud Ernst Haberland, Präsident und Gründungsinitiator der Mittelstandsakademie Made in Germany, zum Besuch der Wanderausstellung ein. Neben dem Eintrag ins Gästebuch und anregenden Gesprächen, waren die Haubindaner Schüler schnell im Diskussionsprozess. Sie beteiligten sich aktiv mit Wortbeiträgen und schriftlichen Ausführungen zu ihren Vorbildern, wobei neben Sportlern und Künstlern auch Unternehmer wie Steve Jobs und Politiker wie Barack Obama aufgeführt wurden.

Text & Bilder: Volker Kilgus

VR-Brillen für das Internat Solling

Virtual Reality- (VR-) Brillen kennt man heutzutage hauptsächlich aus Science-Ficton-Filmen oder von Computer- und Spiele-Messen wie der Gamescom. Dass diese Brillen auch für den schulischen Bereich eingesetzt werden können, ist bisher nur wenig bekannt. Dies zu ändern hat sich Dr. Frank Hubenthal vom Internat Solling vorgenommen. Auf sein Bestreben hin bekam das Internat Solling von der Firma Zeiss Oberkochen 30 VR-Brillen zur Verfügung gestellt. Die VR-Brillen sind mit einer Präzisionsoptik ausgestattet und ermöglichen es mit der ebenfalls bereitgestellten lizenzierten Software, sich virtuell in die verschiedensten naturwissenschaftlichen Themen einzuarbeiten. Alles was man dazu benötigt, ist ein geeignetes Smartphone, auf das man sich die passende App der FA Zeiss kostenlos aufspielt. Die Software ermöglicht es dann dem Träger der Brille sich z.B. räumlich durch das Weltall oder auch eine Zelle zu bewegen. Noch sind die VR-Brillen bei uns in der Erprobungsphase und es muss sich noch zeigen, wie gut sich die bereitgestellte Software im Unterricht einsetzen lassen. Für den AG-Bereich stellen sie mit Sicherheit eine Bereicherung dar.Das Internat Solling bedankt sich daher bei der FA Zeiss Oberkochen für die freundliche Unterstützung und freut sich darauf, mit diesen Brillen einen weiteren Schritt in die Zukunft des Lernens gemacht zu haben.

Steinmühle mit Schule & Internat ganz vorne bei Mathewettbewerben

Gleich mehrfach konnte die Marburger Steinmühle mit Schule & Internat bei Mathe-Wettbewerben Erfolg vermelden: Bei der Bundesrunde der Mathematikolympiade 2018 in Würzburg belegte Steinmühlenschüler Jan Audretsch (Kl. 9) den zweiten Platz. ,,In diesem mathematisch anspruchsvollen Wettbewerb hast du unter Beweis gestellt, dass du über ein hohes Maß an abstraktem Denkvermögen und eine große Vielfalt an mathematischen Methoden verfügst, heißt es im persönlichen Glückwunschschreiben des Hessischen Kultusministers Prof. Dr. Alexander Lorz.

Bei der Mathematik-Olympiade können Schülerinnen und Schüler ihre mathematischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. ,,Anspruchsvolle Aufgaben fördern logisches Denken, Kombinationsfähigkeit und den kreativen Umgang mit mathematischen Methoden“, ist auf den Seiten zu lesen. Der Wettbewerb erstreckt sich über mehrere Runden.

Hessenbeste beim Bolyai-Wettbewerb

Auch beim Bolyai- Mathematikwettbewerb hatte ein Team aus Schülerinnen und Schülern der Marburger Gymnasien ,,Steinmühle – Schule & Internat“ und ,,Philippinum“ die Nase vorn: In der Jahrgangsstufe 5 schlossen die Steinmühlenschülerinnen Sophia Rogosch und Teresa Katharina Dinges zusammen mit Jonathan Hundt und Leo Yu’an (beide Philippinum) als Hessenbeste ab.

Der Internationale Mathematik-Teamwettbewerb ,,Bolyai“ wurde 2004 in Ungarn ins Leben gerufen und 2014 das erste Mal auch in Deutschland durchgeführt. Ziel ist, Schülerinnen und Schüler anzuregen, Denkaufgaben gemeinsam zu lösen. Der Leitspruch des Wettbewerbs lautet dementsprechend: „Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit ist ein ganz zentraler Wert unseres Lebens.“ Die Schülerinnen und Schüler diskutieren in Vierer-Teams im vorgegebenen Zeitrahmen von 60 Minuten sowohl Aufgaben als auch vorgegebene Lösungen und können die Arbeit geschickt aufteilen. Der Wettbewerb ist nach dem 1802 geborenen ungarischen Mathematiker János Bolyai benannt, der als einer der ersten Mathematiker auf dem Gebiet der nichteuklidischen Geometrie arbeitete.

Rudern an der Steinmühle

Der Rudersport hat am Internat Steinmühle eine langjährige Tradition. Diese Chance hat der 14jährige Internatsschüler Maxim Dyck ergriffen und in den vergangenen Monaten so eisern trainiert, dass er bei den Hessischen Meisterschaften im Ergometerrudern in Frankfurt auf Anhieb die Silbermedaille holte – und das als Jüngerer in der älteren Klasse der 15/16-jährigen in seinem allerersten offiziellen Wettkampf!

Viermal wöchentlich beim Training

Ohne Fleiß kein Preis. Der Jugendliche gehört derzeit zu den Ehrgeizigsten beim Training im Kraftraum der Steinmühle. Viermal pro Woche betätigt er sich dort und nimmt es in Kauf, dass seine Freizeit ansonsten eher knapp bemessen ist. Im Sommer ändert sich wenig. Dann sitzt der 14-Jährige im Einer und trainiert im selben Rhythmus auf der Lahn.

Zu Maxims Vorbildern gehört Lucas Schäfer, der wie er an der Steinmühle Internatsschüler war, dort die Liebe zum Rudern entdeckte und im Laufe seiner Karriere an Welt- und Europameisterschaften teilnahm.

Rudern: fester Bestandteil des Lebens an der Steinmühle

Die Steinmühle mit Schule und Internat liegt direkt an der Lahn und verfügt über einen eigenen Bootssteg sowie ein Bootshaus mit über 30 Ruderbooten – vom Übungs-Skiff bis zum Renn-Achter. Der Rudersport ist fester Bestandteil des regulären Sportunterrichts an der Steinmühle. Um in diesem Bereich besondere sportliche Leistungen gezielt fördern zu können, hat die Steinmühle mit dem ,,Rudern und Sport Steinmühle e. V. einen eigenen Verein gegründet, der hauptsächlich Angebote im Bereich des Leistungsruderns schafft. Trainiert werden kann aber auch für den Freizeitbereich.

,,Vielversprechendes Talent“

Trainer Martin Strohmenger bezeichnete Maxim als ,,vielversprechendes Talent“, sodass man gespannt sein kann, wie es weitergeht. Die Internats- und Rudervereinsgemeinde der Steinmühle wünschen Maxim für seinen Ruderkarriere ,,Riemen- und Dollenbruch“!

Steinmühle – Schule & Internat zur „MINT-freundlichen Schule“ ernannt

Die ,,Steinmühle – Schule & Internat in Marburg wurde jetzt als ,,MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet. Sie erfährt damit eine offizielle Würdigung ihrer Schwerpunktsetzung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die Ehrung fand im Rahmen einer gemeinsamen Feier von ,,MINT Zukunft Schaffen!“ und des Zentrums für Chemie auf Einladung von Dr. Thomas Schneidermeier im Hessischen Landtag in Wiesbaden statt. Die Auszeichnung der Schulen in Hessen steht unter der Schirmherrschaft von Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz und der Kultusministerkonferenz (KMK).

Zur Auszeichnung, so die Juroren, tragen verschiedene Punkte bei: Informatik als Prüfungsfach, der besondere Naturwissenschaftliche Unterricht (NaUnt), Wettbewerbe der MINT-Fächer im Wahlunterricht, die erfolgreiche Teilnahme an ,,Jugend forscht“, Beratung in Berufen entsprechender Fachrichtungen sowie Kooperationen mit Unternehmen und Universität.

Bundesweite Partner der Initiative »MINT Zukunft schaffen« zeichnen in Abstimmung mit den Landesarbeitgebervereinigungen und den Bildungswerken der Wirtschaft diejenigen Schulen aus, die bewusst MINT-Schwerpunkte setzen. Die Schulen werden auf Basis eines anspruchsvollen, standardisierten Kriterienkatalogs bewertet und durchlaufen einen bundesweit einheitlichen Bewerbungsprozess. Die »MINT-freundlichen Schulen« werden von Schülerinnen und Schüler, Eltern, Unternehmen sowie in der Öffentlichkeit durch die Ehrung wahrgenommen und von der Wirtschaft anerkannt und besonders unterstützt.

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