Fachtag von Schloss Varenholz und den Einrichtungen der Fachinstitute Blauschek zum Thema „Systemsprenger“

Am 06.12.2019 veranstalteten die Fachinstitute Blauschek im Kinocenter Rinteln einen Fachtag zum Thema ,,Umgang mit Systemsprengern in bestehenden Hilfesystemen, an dem neben den pädagogischen Fachkräften aus den Jugendhilfeeinrichtungen und Privatschulen der Fachinstitute Blauschek auch zahlreiche Fachkräfte und Entscheider aus dem Bereich Erziehung und Bildung teilnahmen.

Als ,,Systemsprenger“ gelten Kinder und Jugendliche, bei denen aufgrund von schweren Traumatisierungen, gewaltförmigen oder verfestigten selbst- und fremdverletzenden Verhaltensmustern, Drogen- und Suchtabhängigkeit, massiv schuldistanziertem und schulaversivem Verhalten oder gar ,,Entkoppelung alle Maßnahmen der Jugendhilfe scheitern. Pädagoginnen und Pädagogen werden dabei immer wieder damit konfrontiert, dass diese High-Risk-Klientel offenbar durch Unterstützungsangebote nicht erreichbar erscheinen und aufgrund ihrer nicht selten massiv provozierenden und grenzverletzenden Handlungen durch die einzelnen Systeme ,,hindurchgereicht“ werden, bis sie letztlich in einer Pendelbewegung zwischen Jugendhilfe, Straßenszene, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugend-Justizvollzugsanstalt hängen bleiben und vor den Augen des Hilfesystems zu ,,hoffnungslosen Fällen“ erklärt werden.

Wie aber kann eine individuelle Passung zwischen den Bedarfen dieser Zielgruppe und den pädagogischen Angeboten hergestellt werden? Können klare Grenzen, Präsenz, Beziehung und Stärke eine erfolgversprechende Perspektive sein? Im Rahmen einer Kinovorstellung hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Fachtag zunächst die Gelegenheit, sich den vielfach prämierten deutschen Spielfilm ,,Systemsprenger“ anzuschauen. Das Drama stellt ein 9-jähriges Mädchen in den Mittelpunkt, das als titelgebender Systemsprenger einen Leidensweg zwischen wechselnden Pflegefamilien, Wohngruppe und Sonderschule durchläuft. Anschließend erläuterte Tijs Bolz in seinem Vortrag zum Thema: ,,Systemsprenger in Schule und Jugendhilfe“ u.a., welche Faktoren dazu beitragen, dass aus ,,Kindern in Schwierigkeiten schwierige Kinder werden“ und wie konzeptionelle bzw. personenbezogene Interventionsmaßnahmen bzw. Settings gestaltet sein sollten, um wirksam und effektiv helfen zu können. Tijs Bolz ist Sonderpädagoge und arbeitet am Lehrstuhl ,,Pädagogik bei Verhaltensstörungen/ Emotionale und Soziale Entwicklung“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Abgeschlossen wurde der Fachtag durch eine ausgiebige Diskussionsrunde, in der Tijs Bolz konkrete Fragen aus dem Auditorium beantwortete und auch den anwesenden Lehrkräften pädagogische Ansätze und Unterstützungsmaßnahmen im Hinblick auf eigentlich ,,unbeschulbare“ Kinder und Jugendliche an die Hand gab.

Weihnachtsmarkt im Lietz Internatsdorf Haubinda

Im Jahre 1434 wurde in Dresden erstmals der Striezelmarkt eröffnet und im November 2019 zum 585-mal. Er gilt als Vorläufer des Weihnachtsmarktes, ist wohl der älteste seiner Art. Tradition und großen Zuspruch hat auch der Weihnachtsmarkt im Lietz Internatsdorf Haubinda, der am 07. Dezember 2019 wieder über 1000 Besucher anlockte und seinesgleichen nur schwer zu finden ist.

Glühwein, Bratwurst und Weihnachtslieder, eingebettet in Holzbuden mit Tannengrün und vielen Lichterkerzen sind die Grundlagen einer weihnachtlichen Veranstaltung und ist inzwischen auch ein deutscher Exportschlager. So gibt es in Chicago (USA) den Nürnberger Christkindlesmarkt seit 1996 und in Sapporo (Japan) den Münchner Weihnachtsmarkt seit 2002. Der Weihnachtsmarkt in Haubinda hat indes weit mehr zu bieten: Hier sind Kinder und Jugendliche mit Herz und Hand gemeinsam mit ihren Lehrern und den Mitarbeiter des Internatsdorfes bereits Wochen zuvor am planen, basteln, proben und organisieren.

Und dabei geht es nicht in erster Linie um den Verkauf – sondern es soll ein stimmungsvolles und friedliches Fest von und mit den Schülern für die Besucher sein. Ein Höhepunkt ist dabei die Theatervorstellung der Grundschule wo die kleinen Talente professionell ihr Publikum mit Musik und Performance in malerischer Kulisse begeistern. Ein weiterer Glanzpunkt und zugleich Abschluss bildet der Chor der Klassen 5 und 6 unter der engagierten Leitung von Margarete Bernhardt, die auch diesmal ein Werk mit eigenen Texten und Musikkompositionen mit den Kindern und einigen Eltern perfekt einstudiert hatte.

Dass das Konzept ankommt und es vielen fleißigen Helfern jedes Jahr gelingt eine stimmungsvolle Atmosphäre zu zaubern, beweist der ungebrochene Zuspruch der Gäste. Alle Jahre wieder beschreibt das altbekannte deutsche Weihnachtslied treffend die Tatsache, dass sich viele ehemalige Schüler und Schülerinnen regelmäßig auch nach vielen Jahren noch ein Stelldichein geben und auf ein Wiedersehen freuen. Internats- und Schulleiter Burkhard Werner konnte sich an diesem Tag beruhigt im Hintergrund halten, schlenderte zufrieden über den Markt, schüttelte Hände, klopfte auf Schultern, lobte die fleißigen Helfer, traf ehemalige Schüler und Honoratioren.

Organisationskünstler Detlev Notzke hatte im Zusammenhang mit dem technischen Leiter Manuel Both und seinem Team bereits seit Tagen für die technischen Rahmenbedingungen gesorgt. Das Haubindaner Backhaus war ebenfalls rechtzeitig angefeuert worden und rund dreihundert Brote fanden reißenden Absatz. Gleiches galt für die Pizza und den Dresdner Stollen, der ebenfalls aus der Haubindaner Produktion von Schülern stammte.

Hunger dürfte indes bei keinem Besucher aufgekommen sein. Neben Stockbrot vom offenen Feuer, Waffeln, Crepe, Schmalzbroten und Spießbraten gab es allerlei Naschwerk. Für den Durst hatten die Besucher die Auswahl zwischen Kaffee, Tee, Glühwein, Punsch, Cocktails, Softdrinks, Punsch und Kakao. Weitere Einkaufsmöglichkeiten gab es im Dorfladen des Internatsdorfs sowie an den zahlreichen Weihnachstbuden, wo die Schüler Weihnachtsartikel und selbstgebastelte Dekomaterialien und Geschenkartikeln anboten.

Zwischendurch bestand die Möglichkeit sich eine kleine Weihnachtsgeschichte von einem Schüler vorlesen zu lassen oder gar selbst in einer Spielecke seine Fertigkeiten zu beweisen.

Und noch ein Umstand hat Tradition beim Weihnachtsmarkt in Haubinda: Trotz widriger Wettervorhersagen und Sturm und Regen in der Nacht, blieb es tagsüber weitgehend trocken, hellte im Laufe des Tages auf und als kleines Dankeschön gab es am Nachmittag noch ein zaghaftes und freundliches Lächeln der Sonne, verbunden mit einem kleinen Abendrot zum Ausklang eines gelungenen Weihnachtsmarktes.

Text und Fotos: Volker Kilgus

Steinmühle in Marburg ist „digitales Internat“

Die Digitalisierung schreitet voran. Sie aktiv und gleichzeitig reflektiert zu nutzen, wird künftig ein wichtiger Faktor im Allgemeinen und beruflichen Leben sein. Für die Steinmühle bedeutet ,,Digitales Internat deshalb, die vielfältigen Möglichkeiten, die sich aus der Digitalisierung ergeben, für die jungen Menschen bereitzustellen und als ,,natürlichen“ Bestandteil in den Lern- und Lebensalltag zu integrieren.

Technisch und pädagogisch gut aufgestellt
Die Steinmühle mit Schule & Internat hat deshalb schon frühzeitig begonnen, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, dass alle Schüler*innen einfachen Zugang zu online verfügbarem Wissen haben, etwa durch schnelles Glasfasernetz, sehr gutes Wlan, eigene Clouds, eigene Server auf dem Gelände, Laptops und iPads im Lernbüro wie auch eine umfangreiche Sammlung an Lernvideos. Die pädagogische Aufmerksamkeit richtet die Steinmühle vor allem auf die Nutzung von digitalen Medien. Dafür wurde eigens eine Medienpädagogin ans Internat geholt, die das Thema im Team wie auch mit den Schüler*innen bearbeitet.

Schüler leiten Arbeitsgemeinschaften
Und schließlich gib es spezielle AGs, die von den Schüler*innen selbst realisiert werden. Hier zwei Beispiele:

AG Digitales Zeichnen: Ein idealer Raum für Kreative
Francis Wang ist 19 und findet es äußerst komfortabel, dass er ab sofort keine Platzprobleme mehr hat. Denn alles ist voll: Die Sammelmappe, die Wände – und sein Kopf. Dort plant er nämlich gerade schon sein nächstes Meisterwerk: An kreativen Einfällen mangelt es ihm nicht – nur muss er die Ergebnisse auch unterbringen. Ab jetzt ist das kein Problem mehr. Er tauschte die Leinwand gegen ein Tablet und lernte den Umgang mit einer Zeichen-App.
Inzwischen hat der Internatsschüler der Steinmühle Routine darin. Aber nicht nur das. Er traut sich durchaus zu, sein Wissen auch weiterzugeben. Gern leitet er Mitschüler*innen an, das Bearbeitungsprogramm kennenzulernen, damit auch sie ihren kreativen Ideen freien Lauf lassen können. Die Sorge, wo alles aufzubewahren ist, gehört schließlich der Vergangenheit an. Und noch eine Option bietet sich den „Digital Creatives“: Sie können ihre Werke auf Wunsch sofort mit Freunden teilen!

AG für Programmierer*innen: Konstantin (14) zeigt’s euch!
Programmierer stellt man sich so vor: Mal mindestens Mitte zwanzig, das Abi längst in der Tasche und jenseits von allem, was „Schule“ heißt. Diese Hürde hat Konstantin Knorre noch nicht genommen, programmieren tut er trotzdem. Seit einem Jahr ist der 14jährige Internatsschüler der Steinmühle in diesem Bereich aktiv, jetzt belegte er „Programmieren“ im Wahlpflichtunterricht. Zusätzlich bietet er in diesem Fach eine AG für Mitschüler*innen an. Zwei eigene Handyspiele hat er bereits programmiert. Darin muss er Hindernissen ausweichen oder sich bewegende Planeten vor einer Kollision bewahren. Konstantin arbeitet mit dem Programm „unity“ in der Originalprogrammiersprache „c#“. Damit sind komplexe dreidimensionale Programmierungen möglich.

Digitalisierung also ,,normaler“ Bestandteil der Lebenswelt
Wenn wir, so der Tenor an der Steinmühle, die Digitalisierung als Teil der Lebenswelt junger Menschen akzeptieren, können wir sie in den Lern- und Lebensalltag sinnvoll integrieren. Und zwar unaufgeregt, selbstverständlich, wertfrei. Smartphones und Co. werden dann (idealerweise) weder Störfaktor noch Suchtmittel, sondern als Werkzeug und Chance begriffen.

Gesang und Tanz mit Jugendlichen aus aller Welt

Musik verbindet, daher ist die US-amerikanische Organisation ,,Up with People auch schon seit 54 Jahren erfolgreich. Derzeit reisen wieder rund 100 junge Menschen aus 15 unterschiedlichen Ländern gemeinsam ein halbes Jahr durch die Welt, leben in Gastfamilien und bedanken sich bei diesen mit einer Show für die Aufnahme. Etwa die Hälfte der Gruppe, die zurzeit in Donaueschingen Station macht, hatten die Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen jetzt nach Königsfeld geholt, um mit den Schülerinnen und Schülern in Workshops gemeinsam zu singen und zu tanzen.

Ein Teilnehmer der Gruppe ist der Syrer Ahmed, der sich an den Zinzendorfschulen zum Jugend- und Heimerzieher ausbilden lässt. Für seine Teilnahme an dem Programm ,,Up with People“ wurde er vom Schulbesuch beurlaubt. Durch ihn kam der Kontakt zu der Gruppe zustande und als die Jugendlichen im Schwarzwald-Baar-Kreis gastierten, hatten die Fachschulen die Chance wahrgenommen, die Workshops zu organisieren. Die Zinzendorfschulen spendierte den Bustransport und einen Snack für die Jugendlichen, zum Mittag hatten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher Fingerfood vorbereitet. Der Tag begann mit Workshops für die Unterstufe, anschließend war die Mittelstufe an der Reihe und zum Abschluss die Fachschüler.

,,Durch das Programm sieht man die Welt mit anderen Augen“ sagt Ahmed, der bereits mit der Gruppe in Kanada und in der Schweiz war. Er sagt, die Teilnehmer würden vor allem durch die Begegnung mit den Gastfamilien weltoffener und bestätigt damit einen der Slogans der Organisation: ,,Let places become faces“ – zu Deutsch: ,,Lasst aus Orten Gesichter werden“.

Weihnachtsmarkt im Lietz Internatsdorf Haubinda am 07. Dezember 2019 ab 12.22 Uhr

Besuchen Sie den Weihnachtsmarkt im Lietz Internatsdorf Haubinda und erleben Sie besinnliche Stunden sowie viele Attraktionen für Groß und Klein.

12.22 Uhr: Der Weihnachtsmarkt wird eröffnet.
Die Weihnachtsbuden stehen im Bereich der Werkstatt bis zum Gewächshaus. Der Dorfladen, das Backhaus, die Spinnstube und das Gewächshaus sind am Weihnachtsmarkt geöffnet. Angeboten werden viele weihnachtliche Bastelarbeiten.

14.00 Uhr: In der Grundschule findet eine Kapelle mit dem Theaterstück ,,Eine schöne Bescherung statt.

17.00: Uhr In der Turnhalle führt der Chor ein Mini-Musical ,,Der verblasste Weihnachtsstern“ auf.

Für das leibliche Wohl ist auf dem gesamten Weihnachtsmarkt bestens gesorgt.

Das ganze Team des Lietz Internatsdorfs Haubinda freut sich auf Ihren Besuch und wünscht Ihnen jetzt schon eine besinnliche Vorweihnachtszeit.

Segeln: Nicht nur ein Sport, sondern eine Lebensschule

Die Hermann Lietz-Schule Spiekeroog erweitert daher ihr Segelangebot mit der Skippertraining-AG

Beim Segeln sammeln Kinder wertvolle Erfahrungen fürs Leben. Daher ist an der Spiekerooger Lietz das Segeln fest im Schulalltag verankert. Seit diesem Schuljahr können segelbegeisterte Schüler*innen ihren Erfahrungshorizont in der Skippertraining AG nun noch erweitern. Neben der Segel-AG, der Segelwoche in der 8. Klasse und der Bootbaugilde bietet die Skippertraining-AG eine Möglichkeit verschiedenen Sportbootscheine zu erhalten.

In der Skippertraining AG können Lietzer ab der 10. Klasse, die bereits Segelerfahrung haben, teilnehmen. Um größere Segelschiffe mit fester Antriebsmaschine sicher führen zu können, werden im Spiekerooger Hafen und dem angrenzenden Wattenmeer Manövertrainings durchgeführt. Eine sichere Crewführung und die Planung von Törns gehören auch zum praktischen Teil der AG. Jetzt im Winter, wenn die schuleigenen Lietz-Boote im Bootschuppen sind oder in der Werft, lernen die angehenden Skipper den theoretischen Grundstein, wie Navigation, Wetterkunde oder Schifffahrtsrecht. Die Wintermonate werden auch für die Schiffsinstandhaltung genutzt. Hier lernen die AG-Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Motorwartung, das Spleißen – das fachgerechte Verknoten von Tauwerk – und Arbeiten am Schiffsrumpf wie Schleifen und Streichen

Dazu wird eine Schiffswerft am Festland besucht, in die das Plattbodenschiff Tuitje der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog im Winter zur Werftzeit gebracht wird. Um das gelernte Wissen auch außerhalb der Nordseeinsel Spiekeroog offiziell nutzen zu können, können je nach Interesse vier verschiedene Sportbootscheine, die teilweise aufeinander aufbauen, abgelegt werden. Mit dem Sportbootführerschein See (SBF-SEE), dem Sportküstenschifferschein (SKS), Funk (SRC) und Pyroschein (FKN) können alle Voraussetzungen geschaffen werden, um sich später auch außerhalb der Lietz-Spiekeroog mit einem größeren Boot sicher und rechtlich korrekt bewegen zu können. Die Kosten für den Erwerb der Sportbootscheine müssen von den Eltern der Internatsschüler getragen werden.

Lietz Internat Hohenwehrda erweitert sein Programm durch „Tiergestützte Interventionen“

Tiergestützte Intervention verbindet die ursprüngliche Soziale Arbeit mit dem lebendigen Element der Natur und der Tiere. Hierdurch ist eine niedrigschwellige Öffnung und somit ein neuer Zugang zur Pädagogik möglich. Förderung wird mit Lebendigkeit gefüllt und wird erlebbar.

Seit dem Schuljahr 2019/2020 wird das Team im Lietz Internat Hohenwehrda https://www.lietz-schulen.de/hohenwehrda/lietz-internat/?L=0 durch Saskia Fitzky als „“Fachkraft für Tiergestützte Interventionen““ mit ihren beiden Königspudel-Hündinnen Marla (schwarz) und Winnie (braun) unterstützt. Marla, sechs Jahre alt, ist ein ausgebildeter Therapiebegleithund und Winnie, ein Jahr alt, befindet sich aktuell noch in der Ausbildung.

Tiere haben auf Menschen eine ganz besondere Wirkung. Jeder Mensch assoziiert etwas mit Tieren. Manchmal sind es gute Erfahrungen, die Freude, Wärme oder Sicherheit empfinden lassen, oder auch schlechte Erfahrungen, die zum Beispiel Angst, Skepsis und Zurückhaltung hervorrufen können.

Ein Tier kann Erinnerungen wecken oder ein Ansporn sein, einen Menschen mit Stolz erfüllen oder Mut machen. Tiere und Natur erhalten heutzutage, in einer Welt die immer digitalisierter wird, einen ganz neuen Stellenwert. Tiergestützte Intervention kann hier ansetzen, um mit Tieren aber auch über Tiere, eine neue Möglichkeit der Kontaktaufnahme und neue Wege in dem Umgang mit Adressaten zu finden.

Tiergestützte Intervention bietet einen Aspekt in der Arbeit mit Menschen, der seit einigen Jahren immer präsenter wird.

Tiergestützte Intervention bietet eine Bandbreite an Unterstützung und Möglichkeiten, die unter anderem durch das Zusammenspiel von Biophilie, Bindungstheorie, Du-Evidenz und Spiegelneuronen ihren Adressaten erreichen können und so die Grundlage zu einer funktionierenden Mensch-Tier-Beziehung bilden.

  • Biophilie oder auch „“die Liebe zum Lebendigen““. Menschen haben sich in ihrer Entwicklung über Jahrtausende immer mit der Umwelt zusammen entwickelt. So lässt sich nicht nur eine Verbundenheit mit der Natur erklären, sondern auch der Bezug zu anderen Lebewesen.
  • Tiere können durch die Du-Evidenz zu einem Partner werden und zu einem Freund mit Namen und Charakter. So werden sie für Menschen individuell, bekommen Rechte und haben Bedürfnisse, denen man gerecht werden will. So kann man auch bei Tieren Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Empathie und Lernfähigkeit nachweisen. In Filmen gibt es zahlreiche Beispiele für Du-Evidenz. So ist der Delfin „“Flipper““ ein echter Familienfreund, genauso wie die Hündin „“Lassie““ und der Affe „“Charly““.
  • Spiegelneuronen bilden die Grundlage dafür, dass Menschen etwas nachahmen, die Absicht von anderen erkennen und sich in ein anderes Lebewesen hineinversetzen können. Spiegelneuronen werden spontan aktiv und sind nicht auf den Verstand eines Menschen angewiesen.
  • Bindungsverhalten ist ein Verhalten des Menschen, die Nähe eines anderen Menschen zu suchen, der häufig sogar als kompetenter erscheint. Verstärkt wird dieses Verhalten vor allem in Momenten gezeigt, in denen das Bedürfnis nach Zuwendung am höchsten ist, zum Beispiel bei Angst, Krankheit oder Müdigkeit. Das Gefühl der Geborgenheit kann dadurch entstehen, dass man sich auf eine einfühlsame Beziehungsperson verlassen kann. Mit diesem Menschen im Hintergrund lassen sich auch schwierige Situationen meistern und es kann im Zweifel dort um Unterstützung gebeten werden. Diese Art von Bindung lässt sich auch auf ein Tier übertragen. Hierbei kann das Tier sowohl die sichere Basis als auch ein Vermittler und Türöffner zu neuen Bindungsversuchen mit Menschen sein.

Die Wirkungseffekte der Tiergestützten Intervention sind vielseitig und der Fokus liegt in unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit auf unterschiedlichen Schwerpunkten. Trotzdem lassen sich viele Wirkfaktoren übertragen und so auch in der Pädagogik umsetzen.

  • Überwindung sozialer Isolation – Tiere werden als Gesprächsgrundlage genutzt. Über Tiere kann man ins Gespräch kommen. Sie bringen Menschen mit dem gleichen Interesse zusammen und unabhängig davon, ob das Tier anwesend ist oder nicht, bietet es eine Vielzahl an Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen.
  • Stärkung des Selbstwertes – Im Umgang mit dem Tier geht es um Versorgung und Pflege, die vom Menschen für das Tier geleistet wird. Der Mensch erfüllt hier einen Nutzen.
  • Nähe und Körperkontakt – Vor allem in sozialen Einrichtungen sind Nähe und besonders Körperkontakt zu Klienten nicht erwünscht. Jeder Mensch hat seine Individualdistanz. Das Bedürfnis nach Nähe steht hier meist im Hintergrund. Tiere bieten die Möglichkeit, einen Körperkontakt und Nähe zuzulassen und das Bedürfnis nach Berührung zu stillen. Einige Tierarten werden gerne gestreichelt und mögen die Nähe zum Menschen.
  • Angstabbau – Ängste können sich abbauen oder sogar komplett auflösen durch die Anwesenheit eines Tieres. Durch die Konzentration auf das Tier ist der Fokus verschoben und die Angst rückt in den Hintergrund. Zusätzlich wirkt das Fell sowie die Körperwärme und die regelmäßige Atmung eines ruhigen Tieres beruhigend auf den Menschen.
  • Fokusverschiebung – Der Fokus des Klienten liegt nicht mehr auf der „“Schwäche““ die er mitbringt, sondern auf dem Versuch, die Aufgabe für das Tier zu erfüllen.
  • Motivation – Etwas für jemand anderen, und besonders für ein Tier, zu machen bringt eine höhere Motivation hervor als für sich selbst. Besonders wenn die Notwendigkeit der Übung nicht gesehen wird, wird sie trotzdem für das Tier erfüllt.

Herbstprojekt im Lietz Internatsdorf Haubinda

Es ist bereits eine kleine Tradition im Lietz Internatsdorf Haubinda: zum sechsten Mal fand ein gemeinsamer Herbstprojekttag der Grundschule und der Klasse 8b statt.

Für die achte Klasse ist das Projekt Teil der Unterrichtseinheit ,,Freizeit und umweltverträglicher Tourismus, in der sie sich Gedanken machen, wie Familien die Herbstferien verbringen können. Sie kreieren ein Programm für Ferien auf dem Bauernhof, aus dem dann gemeinschaftlich ausgewählt wird, welche Aktivitäten sich für einen Projekttag in der Grundschule eignen. In diesem Jahr waren es zehn Stationen, die die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Lehrern und technischen Mitarbeitern vorbereiteten.

Immer dabei ist das Saftpressen. Die Äpfel werden zusammen gesammelt, gewaschen, zerkleinert und gepresst. Den frischen Saft gibt es dann zum Abschluss im Forum der Grundschule. Ebenfalls ein Klassiker – Apfelkuchen bzw. Apfelmuffins backen. Auch sie werden am Ende an alle Teilnehmer und Stationsbetreuer verteilt.

Die anderen Aktivitäten wechseln je nach Interesse und Fähigkeiten der vorbereitenden Schüler. Dieses Mal konnten die Grundschüler zwischen der Drachenbau und Herbstmandala wählen, Fensterdekoration oder Figuren aus Eicheln, Kastanien und anderen Früchten basteln, mit Blättern und Textilfarbe T-Shirts oder Stofftaschen bedrucken. Andere suchten anhand von Steckbriefen verschiedene Baumarten und fertigten von den Blättern Frottagen (Rubbelbilder) an. Handwerkliches Geschick benötigte, wer einen kleinen Ausflug in die Bionik unternehmen wollte. [Bionik bedeutet, sich technische Lösungen von der Natur abzuschauen] Die Natur kennt viele raffinierte Varianten, wie Samen durch Wind verbreitet werden können. Einige dieser Varianten bauten die Kinder nach: kleine Fallschirmchen oder Propeller, mit denen dann Bohnensamen durch die Luft fliegen konnten. Die letzte Gruppe beschäftigte sich mit der Vielfalt der Apfelsorten. Die Mädchen hatten ein Kartenspiel vorbereitet, mit dem sie den Grundschülern alte Sorten wie Schafsnase, Hasenkopf oder Prinzenapfel vorstellten. Zum Abschluss durften die Kinder verschiedene Sorten verkosten – in Form von Schoko-Äpfeln. Sehr, sehr lecker!

Am Ende des Schultages trafen sich alle im Forum der Grundschule und präsentierten sich gegenseitig ihre Ergebnisse.

Für die Grundschüler aus dem Lietz Internatsdorf Haubinda war es in erster Linie ein kunterbunter Projekttag, voller Naturerkundung, Werken, Kreativität und Leckereien. Für die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse vermutlich stressiger als ein ,,normaler“ Schultag. Diese Arbeit verlangt von den Achtklässlern viel Kooperation und Organisation. Bei der Durchführung der Aktivitäten wurde sehr deutlich, wie gut sich die einzelnen Teams darauf vorbereitet hatten. Manche agierten schon richtig souverän, während andere ohne eine erwachsene Begleitung sang- und klanglos untergegangen wären. Doch nicht nur soziale Kompetenzen wurden trainiert. Wer Grundschülern die heimischen Baumarten näherbringen will, muss sich selbst intensiv damit beschäftigen. Daher wird dieses Projekt sicherlich in den kommenden Jahren weitergeführt werden.

Text: Susanne Plaumann
Fotos: Riccardo Fischer

Theater-AG der Zinzendorfschulen: Auftritt im Landratsamt

Eine besondere Ehre wurde zwei Schülerinnen und einem Schüler der Zinzendorfschulen zuteil, als sie im Rahmen der offiziellen Einbürgerungsfeier im Landratsamt des Schwarzwald- Baar-Kreises mit einem kurzen Theaterstück auftreten durften. Einmal im Jahr werden dort die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in einem Festakt begrüßt. Teil des bunten Rahmenprogramms war dieses Mal auch die Theater AG des Königsfelder Schulwerks.

An etlichen Nachmittagen trafen sich Lisa Menath, Lisa Schlenker (beide 8b) und Lukas Jauch (8a) mit ihrem Theaterlehrer Philipp Hudek, um gemeinsam ein kurzes Stück zu entwickeln und zu proben, das dann am Mittwochabend im Landratsamt aufgeführt wurde. Passend zum Thema Einbürgerung beschäftigt sich das Stück mit der Frage, was denn eigentlich typisch deutsch sei. Eine Frage, auf die es nicht unbedingt eine Antwort braucht, da viel wichtiger ist, dass sich alle Menschen in ihrer (neuen) Heimat wohlfühlen. Ob man dabei jetzt typisch deutsch ist, oder einfach man selbst, ist eigentlich unwichtig.

Die Aufführung sorgte für tosenden Beifall und auch Landrat Sven Hinterseh und Villingen-Schwenningens Bürgermeister a.D. Rupert Kubon waren begeistert von den schauspielerischen Fähigkeiten der jungen Darsteller.

Wincent Weiss singt exklusiv für die Zinzendorfschüler



Ein wahres ,,Feuerwerk an guter Laune zündete der Popstar Wincent Weiss vor den Schülerinnen und Schülern der fünften bis neunten Klassen der Zinzendorfschulen. Diese haben mit ihrer als ,,Action!Kidz“ im vergangenen Jahr erwirtschafteten 5000-Euro-Spende an die Kindernothilfe die Gesamtspendensumme von einer Million Euro geknackt – und damit das exklusives Event mit dem Chartstürmer aus Schleswig-Holstein gewonnen.

Begleitet nur von seinem Keyboarder und seinem Gitarristen gab der Sänger im Kirchensaal der Herrnhuter Brüdergemeine ein Unplugged-Konzert, das zugleich eine Begegnung mit den Fans war, unter die er sich immer wieder mischte. High Five, Low Five und Ghettofaust verteilend lief er durch die Reihen und stellte sich immer wieder singend auf die Bänke – er machte nicht einmal vor der Orgelempore Halt, auf deren Brüstung er sich rittlings setzte.vMit strahlenden Gesichtern und ungeduldigen Jubelrufen wurde Weiss begrüßt, nachdem die Pressesprecherin der Kindernothilfe, Angelika Böhling, die lange Geschichte der Zusammenarbeit der Zinzendorfschulen mit der Kindernothilfe zusammengefasst hatten und erklärten, wie und wo mit den Spendengeldern geholfen wird. So gingen die Erlöse aus dem vergangen Jahr an Kinder, die in einer indischen Ziegelei schuften, aktuell kümmert dich der Duisburger Verein um Mädchen und Jungen in Äthiopien, die von ihren Eltern als Sklaven verkauft werden, weil sie ihre Kinder nicht ernähren können.

Der 26-jährige Künstler, der sich seit 2015 als Botschafter der Kindernothilfe engagiert, überreichte Schulleiterin Sr. Biederbeck eine Urkunde: ,,In einer Welt, in der jeder immer nur an sich denkt, ist soziales Engagement von Kindern für Kinder in Not ein echter Lichtblick“, so Wincent Weiss.

Bevor er mit seinem Konzert begann, überraschten ihn die Siebtklässler noch mit einer gekonnten Version seines Hits ,,Feuerwerk“. Damit scheinen sie den Musiker so überzeugt zu haben, dass er sein Publikum im Laufe des Konzerts immer wieder aufforderte, mit ihm zu singen. Das ließen sich die jungen Fans nicht zweimal sagen, sondern stimmten gerne mit ein. Auf dem Programm standen unter anderem die Hits ,,Musik sein“, ,,Hier mit dir“, ,,Nur ein Herzschlag entfernt“ oder ,,Kaum Erwarten“.

Auch reichte Wincent Weiss ein Mikrophon durch die Reihen und beantwortete geduldig Fragen. Ob man sie mal in einem seiner Videos mitspielen könnte, wollte eine Schülerin wissen, eine andere fragte, ob er eine Freundin habe. Die Fans wollten wissen, seit wann er Musik mache und welches sein liebstes Stück sei. Keine Frage ließ der sympathische Sänger unbeantwortet, viele Anekdoten – wie zum Beispiel die von seinem Nickerchen beim Mathe-Abi – gab er obendrein zum Besten. Nach der letzten Zugabe stellte er sich bereitwillig den Klassen, die als Action!Kidz das Konzert gewonnen hatten, für gemeinsame Klassenfotos zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler waren von dem Konzert sehr begeistert: ,,Ich finde es cool, dass wir ihm Fragen stellen durften“, meinte Sophia. Karl aus der 6c kannte Wincent Weiss vorher gar nicht, ,,Aber mir hat es gefallen und ich fand gut, dass er so nett war.“

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