Hermanns Brunnen schafft Lösungen

Haubinda gut gerüstet für Katastrophen

Wasser ist die Quelle allen Lebens, für Menschen, Tiere und Pflanzen unentbehrlich. Im Prinzip ist genügend nutzbares Süßwasser auf der Erde vorhanden, doch es ist sehr ungerecht verteilt. Bereits Hermann Lietz versorgte den Schulgarten im Internatsdorf Haubinda mit Wasser aus dem schuleigenen Brunnen und sicherte sich damit ein Stück Unabhängigkeit. Hermanns Brunnen wurde nun von den technischen Mitarbeitern reaktiviert – und dies nicht nur aus alter Tradition heraus.

Das Jahr 2018 war das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881. In Folge von Hitze und Dürren erreichte auch der Trinkwasserverbrauch neue Spitzenwerte. Zugleich fielen weniger als 60 Prozent des sonst üblichen Regens. So sank die monatliche Niederschlagsmenge auf 586 Liter pro Quadratmeter – das sind 200 Liter weniger als der langjährige Mittelwert.

Mit dem Rasenplatz, der in die neue Sportanlage integriert wird, kam in Haubinda jetzt ein weiterer Bewässerungsbedarf hinzu – neben Schulgarten, Streuobstwiese, Landwirtschaft und Trinkwasser für Tiere. Da gleichzeitig vom Katastrophenschutz die Auflage kam, für eine Löschwasserreserve zu sorgen, war Handlungsbedarf in Hinblick auf Wasserversorgung angesagt. Und gemeinsam kamen Schulleitung und die technischen Mitarbeiter zu einer Lösung, bei der mit einem Schlag gleich mehrere Probleme gelöst wurden.

In Eigenleistung, mit viel Kreativität, Engagement und unter Mithilfe von Schülern wurde aus dem alten Brunnen drei Kubikmeter Bauschutt herausgefördert – er fasst nun 16 Kubikmeter Wasser. Die alte leistungsstarke Pumpe wurde reaktiviert, eine weitere Pumpe installiert. Gleichzeitig wurden neben dem Sportgelände vier Zisternen verbaut, die insgesamt 40 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Vom Brunnen, der zudem ein neues Haus zum Schutz der Pumpen bekommen hat, wird nun das Wasser über rund 300 Meter in die Zisternen hochgepumpt.

Eine automatische Beregnungsanlage auf dem Rasenplatz, die über Zeitschaltuhren angesteuert wird, sichert ab sofort eine regelmäßige, gleichmäßige und ausreichende Bewässerung der neuen Grünanlage. Insgesamt 10 Beregner sorgen automatisch abwechselnd für das lebenswichtige Element Wasser. Und auch der Katastrophenschutz muss eine Katastrophe weniger fürchten – die Auflagen sind entschärft. ,,Wir haben für einen Erstangriff, im Brandfall, eine gute Voraussetzung geschaffen, zeigt sich der technische Leiter Manuel Both zufrieden.

Text u. Fotos: Volker Kilgus

Lietz-Internat Spiekeroog: Oberstufenschüler*innen fahren mit dem Forschungsboot raus aufs Wattenmeer

Die innovative Hochschule Jade-Oldenburg (IHJO) führte vom 3. – 6. Juni 2019 eine Schülerakademie am Internat Hermann Lietz-Schule durch. Dazu sind die Oberstufenschüler*innen des Inselinternats auch mit dem Forschungsboot ins Wattenmeer gefahren. Das Thema der dreitägigen Schülerakademie lautete ,,Gewässerfarben von Indigoblau bis Colabraun. Untersuchungsgegenstand der Akademie war das Wattenmeer vor Spiekeroog.

Bei der Schülerakademie haben die Oberstufenschüler*innen vom Forschungsboot OTZUM, der Universität Oldenburg aus physikalische, chemische und biologische Messdaten erhoben und für die anschließenden Laboruntersuchungen Gewässerproben genommen.

Die Messdaten wurden im Labor des Nationalpark-Haus Wittbülten unter fachwissenschaftlicher Begleitung analysiert und ausgewertet. Konzipiert und angeleitet wurde die Akademie von Anja Wübben, Referentin für Wissenstransfer an Schulen, der IHJO.

Untersuchungsziel der Schülerakademie war es, die Lichtverfügbarkeit für Organismen in Küstengewässer zu untersuchen. Diese lassen wiederum Rückschlüsse auf den ökologischen Zustand des Lebensraums für die zahlreichen Organismen zu.

Die Untersuchungen lehnen sich an das aktuelle Forschungsprojekte des Meeresphysikers Prof. Oliver Zielinski am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg an. Das Forschungsprojekt untersucht die Ursachen der Farberscheinung von Gewässern und die Lichtverfügbarkeit in Küstengewässern. Angenommen wird, dass es eine mögliche Reduzierung der Lichtverfügbarkeit in Küstengewässer (eine so genannte Verdunkelung) gibt.

Zum Abschluss der Schülerakademie präsentierten alle Gruppen ihre Ergebnisse.

„Seid mutig und bleibt dynamisch“ – Erfolgreicher Berufsinformationstag im Lietz Internat Hohenwehrda

Der Berufsinformationstag ist seit mehr als einem Jahrzehnt fester Bestandteil im Jahreskalender des Lietz Internats Hohenwehrda. Ein Dutzend Eltern, Lietzer und Freunde stellten ihre Werdegänge vor und überzeugten dabei mit Kurzvorträgen und auch bei den anschließenden Einzel- und Gruppengesprächen mit Kompetenz, Klarheit und auch Forderungen an die SchülerInnen der Stufen 9 und 10.

,,Mich hat die Mischung begeistert – die Mischung aus Lebenswegen, beruflichen Erfolgen und auch die Offenheit, dass nicht immer alles geklappt hat, man es aber weiter versucht hat, sagte Michelle nach dem Berufsinformationstag im Lietz Internat Hohenwehrda. Amelie war begeistert, dass ,,wir die Chance bekamen, so viele Lebenswege bei einer Gelegenheit präsentiert zu bekommen. Das hatte ich noch nie“. Der Dank von Internats- und Schulleiterin Sabine Hasenjaeger galt dabei den Gästen: ,,Sie tragen dazu bei, unseren Schülerinnen und Schülern Perspektiven zu öffnen und Möglichkeiten aufzuzeigen.“

Der Beruf des Kinderarztes ist eine 24-Stunden-Aufgabe

In einer ersten Runde hörten die gut 60 Schülerinnen und Schüler Impulsvorträge zu den verschiedensten Berufen und Werdegängen, erhielten Erklärungen, warum Immobilienmanagement in einer Gesellschaft, die neue Formen des Zusammenlebens ausprobiert und immer mehr in Wohneigentum investiert wird, eine Branche mit Zukunft ist. Dr. Elisabeth Knolle, ehemalige Kinderärztin und Mitglied im Vorstand der Stiftung Deutsche Landerziehungsheime, beschrieb die freudigen, wie auch die ernsten Seiten ihres Berufes. ,,Die Work-Life-Balance ist als niedergelassener Arzt eine große Herausforderung.“ Und der Beruf des Kinderarztes eine 24-Stunden-Aufgabe. Dr. Knolle berichtete aus der Praxis: ,,Da kann es vorkommen, dass Eltern auch an Heiligabend zu Ihnen kommen, wenn sie Ihnen als Arzt vertrauen.“ Um auf unvorhersehbare Ereignisse vorbereitet zu sein, riet die Ärztin: ,,Arbeiten Sie Ihren Schreibtisch jeden Abend ab. Damit verschaffen Sie sich Luft.“

In aller Offenheit sprachen die Gäste in Hohenwehrda an, dass bei ihren beruflichen Erfolgen harte Arbeit die Basis war, aber eben auch Glück. Ein Jobangebot in der FAZ zum passenden Zeitpunkt, auf die die Bewerbung aber ohne vorherige Ausbildung wenig Erfolg versprochen hätte das Abitur erst im zweiten Versuch, danach aber die richtige Idee und passende Antwort auf die Frage: Wo geht die Welt hin? Alle Referentinnen und Referenten rieten den Schülern zu Mut – auch zur Veränderung, wenn man merkt: Der Job passt nicht zu einem. ,,Wenn du dauerhaft keinen Spaß an deiner Arbeit hast, dann mach etwas anderes. Just do it!“ Und noch ein Tipp gab es: ,,Gelegenheiten sind wie Seifenblasen. Wartet man lange genug, werden sie platzen. Bleibt dynamisch.“

Ernst-Friedrich Kellner, Rechtsanwalt, forderte die Schülerinnen und Schüler auf: ,,Horcht in euch rein, wie tickt ihr? Experimentiert, macht Praktika, lest Biografien. So erfahrt Ihr etwas über Menschen und findet Berufe, die euch vielleicht Spaß bereiten.“ Kellner, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Landerziehungsheime, gab Tipps für die Zeit unmittelbar nach dem Abitur und Schulabschluss: ,,Fahrt ein halbes Jahr um die Welt und schaut euch die Menschen an.“ Zum Schluss wünschte er ,,viel Spaß beim Suchen und beim In-euch-Reinhören.“

Folgende Berufe wurden vorgestellt:

  • Hausverwaltung und Immobilienmanagement
  • Meisterin Veranstaltungstechnik und Tour-Management
  • Rechtsanwalt
  • Fachanwalt für Steuerrecht
  • Asset-Manager (Vermögensverwaltung)
  • Markt- und Wettbewerbsanalyse
  • Kinderärztin
  • Unternehmensberater und -gründer
  • Zahnärztin
  • Zahntechniker-Meister(in)
  • Maschinenbau und mittleres Management.

 

Durch Bouldern die eigene Frustrationstoleranz erhöhen

Das Internat der Steinmühle hat eine Kletter-AG und die ist jede Woche in der Marburger Kletterhalle aktiv. Begonnen wird im Boulderbereich. Bouldern ist seilfreies Klettern in Absprunghöhe. Hierbei sind Koordination, Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer, aber eben auch viel Durchhaltewille und Wiederholung erforderlich.

Unverzichtbar sind auch eine hohe Frustrationstoleranz und die Fähigkeit, sich mit anderen zusammen durch Interaktion und Kommunikation der meist schweren Schlüsselstelle zu widmen, um diese dann endlich zu schaffen. Transfer in Schule und Alltag ist hier ein großer pädagogischer Ansatz.

Angst überwinden, Vertrauen schenken

Im zweiten Teil der AG findet dann meist das Seilklettern statt. Dort wird das eigenständige Sichern des Kletterers geübt wie auch das Vorsteigen. Beim Vorsteigen gilt es, das Seil, das zur Sicherung im Sturzfall dient, eigenständig beim Ersteigen der Wand mithochzunehmen. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich vom Topropen, bei dem das Seil oben schon angebracht ist. Sowohl das Klettern im Vorstieg als auch das Sichern des Vorsteigenden sind wesentlich schwieriger und fordernder als das Klettern im Toprope.

Auch dabei ist der Transfer von Trial and Error, das Scheitern und immer wieder Versuchen, von zentraler Bedeutung, ebenso wie das Überwinden eigener Angst, das Vertrauen in andere Menschen und die Verantwortungsübernahme für andere.

Tag der offenen Tür & Musischer Assessment-Tag mit Musikalischer Matinee

Am 30. Mai 2019 von 14.00 – 17.00 Uhr im Lietz Internat Hohenwehrda

Nutzen Sie einmal die Gelegenheit und lernen das Lietz Internat Hohenwehrda bei einem Besuch in aller Ruhe kennen.

Freuen Sie sich auf folgende Programmpunkte:

  • Rundgänge über das Internatsgelände mit Schülerinnen und Schülern
  • Informationsgespräche mit der Schulleitung
  • Allgemeine Informationen und News aus dem Internatsleben in Hohenwehrda
  • Theater & Musik: Darbietungen der Stipendium-BewerberInnen
  • Große Kaffeetafel mit leckerem Kaffee & Kuchen

Weitere Informationen sowie Anmeldung zum Musischen Assessment-Tag finden Sie auf der Homepage vom Lietz Internat Hohenwehrda.

Das ganze Team vom Lietz Internat Hohenwehrda freut sich jetzt schon ganz herzlich auf Sie.

Steinmühle – Schule & Internat: Elektronik und Programmieren im Wahlunterricht

Die Steinmühle mit Schule & Internat in Marburg stellt sich für die Zukunft auf: Im Rahmen des Wahlunterrichts (WU) wurde in diesem Schuljahr das Angebot im Bereich Technik und Computer erweitert. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen 8 und 9 hatten aktuell die Möglichkeit, mithilfe von Arduino Mikrocontrollern eigenständige Elektronik-Projekte zu realisieren. Arduino, so Malte Klimczak als zuständiger Lehrer in seinem Bericht, ist eine Open-Source-Elektronik-Prototyping-Plattform für flexible, einfach zu bedienende Hardware und Software. Sie wird vor allem von Künstlern, Designern, Tüftlern und Bastlern verwendet, um kreative Ideen zu verwirklichen. An den Mikrocontroller können verschiedene Sensoren (z.B. Temperatur, Bewegung, Helligkeit etc.) und LEDs, Motoren, Taster und Displays angeschlossen werden. Die einzelnen Komponenten werden durch eine einfache Programmierung gesteuert. Auf diese Weise entstehen in kurzer Zeit kleine interaktive Objekte.

Analytisches Denken wird trainiert

Die Schülerinnen und Schüler bauten auf diese Weise unter anderem einen kleinen Roboter, der dem Licht einer Taschenlampe folgt, ein per Bluetooth und Smartphone gesteuertes Auto oder ein digitales Thermometer. Weiterhin wurde von einer Schülergruppe in Eigenregie eine Motorensteuerung für ein ferngesteuertes Modellflugzeug entwickelt.

In dem Projekt ging es nicht nur um die Programmierung der Mikrocontroller, sondern auch um den praktischen Aufbau der elektronischen Schaltungen. Insbesondere können Fähigkeiten im technischen Bereich entwickelt und Kompetenzen in Informatik/Programmierung erworben werden. Logisches und analytisches Denken werden trainiert und in Anwendungssituationen umgesetzt. Das Angebot schließt sich an den Physik- und den Projektunterricht an und stellt eine sinnvolle Ergänzung dar, ganz im Sinne von ,,Bereit für die Zukunft!

10. Klasse Gymnasium mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt

Das Lietz Internat Schloss Bieberstein bietet zum Schuljahr 2019/2020 im G9-Zweig erstmalig eine 10. Klasse Gymnasium (10G) mit dem Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften an. Die Besonderheit dieser 10. Klasse ist die Vermittlung von wirtschaftswissenschaftlichen Kernkompetenzen sowie eine optimale Vorbereitung auf die gymnasiale Oberstufe und an die sich später anschließende Studium- oder Berufsphase.

Dabei ermöglicht der Besuch der 10G allen Schülerinnen und Schülern, die auf Grund ihrer unterschiedlichen Bildungswege bis Klasse 10 nicht direkt in die Einführungsphase eintreten können, die hierfür erforderlichen Voraussetzungen zu erwerben. Es wird besonders darauf geachtet, dass sich soziale Kompetenzen im Gleichgewicht mit fachlichen Inhalten gegenseitig ergänzen und den Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Ausgangsbasis für den Besuch der weiterführenden Oberstufe bieten.

Die Schüler erhalten in der 10G und der sich anschließenden Einführungsphase eine umfassende Berufs- und Studienorientierung durch spezielle Profilbereiche und Praxistage und können so ihre persönlichen Stärken erkennen, festigen und weiter ausbauen.

Hierzu zählen beispielsweise

  • Vermittlung von Kernkompetenzen
  • Persönliche Stärken erkennen, festigen und weiter ausbauen
  • Umfassende Berufs- u. Studienorientierung durch Profilbereiche und Praxistage
  • Vertiefung von Praxiserfahrung durch Betriebsbesichtigungen
  • Sammeln von ersten Praxiserfahrungen in internatseigenen ,,Schülerbetrieben
  • Bewerbertrainings in Kooperation mit der Agentur für Arbeit und dem BBZ
  • Schuleigenes Curriculum
  • Verstärkte Berücksichtigung von Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsenglisch und Mathematik
  • Optimale Vorbereitung auf die Oberstufe
  • Verteilung der Stofffülle über ein zusätzliches Jahr

 

Darüber hinaus werden neben den schulischen Schlüsselbereichen der selbständigen Arbeit, Fachkompetenz und Medienkompetenz auch soziale und persönliche Skills erworben: Die Fähigkeit, gegenüber anderen für seine Auffassung einzustehen, sowie Selbstsicherheit und Verantwortungsbewusstsein für sich und andere sind in einem Lietz Internat – insbesondere im Oberstufeninternat Bieberstein, dem die 10G Wiwi als jüngste Lerngruppe angehört – essentiell.

Weiterhin wird es ein schuleigenes Curriculum geben, in dem die Profilfächer Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsenglisch und Mathematik im Lehrplan verstärkt Berücksichtigung finden werden.

Stofffülle wird über ein zusätzliches Jahr verteilt

Zur Verbesserung der Kompetenz der Schülerinnen und Schüler werden E-Learning in ausgewählten Fächern sowie soziales Lernen innerhalb des Klassenteams Bestandteil des Lernkonzeptes sein.

Ein weiterer Vorteil der 10G ist der Umstand, dass die zu vermittelnde Stofffülle über ein zusätzliches Jahr verteilt wird und somit dem Leistungsdruck der Oberstufe effektiv begegnet wird. Dabei sind die Jugendlichen altersmäßig unter Ihresgleichen, denn in Bieberstein arbeiten und leben ausschließlich Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 aufwärts.

Nach erfolgreichem Abschluss der 10G kann zwischen dem Besuch der üblichen Einführungsphase oder der besonderen Einführungsphase ,,E-International“ gewählt werden. Die anschließende Belegung des wirtschaftswissenschaftlichen Leistungskurses in der Qualifikationsphase ist mit beiden Wegen möglich.

Mit der 10G steht die Tür für einen passgenauen und optimal vorbereiteten Einstieg in eine wirtschaftlich orientierte, akademische Karriere weit offen.

Jugend forscht: Team der „Steinmühle – Schule und Internat“ holt gleich drei Preise

Besser hätte es beim „Jugend Forscht-Regionalwettbewerb“ gar nicht klappen können, endete die Teilnahme der Steinmühle doch gleich mit drei Preisen: Die Schülerinnen Lena Noelle Joußen und Janina Seip holten zusammen mit ihrem Lehrer Dr. Dietmar von der Ahe den Projektpreis, den Umweltpreis und den Betreuerpreis.

,,Macht weiter, schöpft das Potenzial dieses Projektes aus und beteiligt euch wieder an dem Wettbewerb.“ So lautete genau vor einem Jahr der Rat der Jury, als die damaligen Elftklässlerinnen ihre Hypothese beim Wettbewerb ,,Jugend Forscht“ erstmals dem Expertenkreis bekanntmachten. Sie stellten in den Raum, dass das Plastik-Umweltproblem möglicherweise durch die Große Wachsmotte (Galleria Mellonella) gelöst werden könnte. Für das Experiment waren von Wachsmottenlarven befallene Bienenwaben in Plastiktüten verstaut worden. Schon wenige Zeit später war das Plastik durchlöchert und zerkrümelt. Es konnte im Labor nachgewiesen werden, dass die Larven tatsächlich Polyethylen (PE) abbauen.

Auf der Suche nach passendem Enzym
Um dem Thema weiter auf den Grund zu gehen, erforschten Lena und Janina nun die Frage, ob die Larven der Großen Wachsmotte im Darm so genannte Symbionten tragen, also Mikroorganismen, die den Plastikabbau mit fördern. Die Arbeiten am frisch verstorbenen Tier, die Übernahme der Bakterien in ein Nährmedium, das Anwachsen der Bakterien, die Bakterienklone und die Durchführung der Polymerasekettenreaktion (PCR) erbrachten die Erkenntnis, dass sich ein bestimmtes Gen aus den Bakterien vermehrt – und warfen gleichzeitig die Frage auf, ob dieses Gen als Bestandteil eines vielleicht schon bekannten ähnlichen Enzyms in der Natur vorliegt und dieses durch die Fähigkeit, Kohlenstoffverbindungen zu zersetzen, entscheidend zum Plastikabbau beitragen kann.

,,Wir sind dem Ergebnis ein entscheidendes Stück nähergekommen“, berichtet Biologielehrer Dr. Dietmar von der Ahe. ,,Es ist nicht nur ein Bakterium allein. Auf rund zwei Dutzend mögliche Bakterien haben wir den Kreis der Bakterienkandidaten verringert“, sagt der Fachmann. Hier noch weiterzuforschen, sei eine Zeit- und vor allem auch Kostenfrage.

Misserfolge entmutigten nicht
Bis November, so der promovierte Biologe, sah es so aus, als würden die Forschungsarbeiten nicht funktionieren. Über 200 PCR-Reaktionen hätten die Zwölftklässlerinnen durchgeführt und sich trotzdem nicht entmutigen lassen. Dank vieler motivierender Worte, der Koordination und der schlüssigen Strategie des Projekts fiel der Steinmühle auch der Betreuerpreis zu. Das aktuelle und brisante Thema ,,Plastik“ war für den Umweltpreis ein geeignetes Feld. Den Projektpreis in Höhe von 1600 Euro entrichtete der Sponsorenpool Hessen des Wettbewerbs für beharrliches, genaues und zielstrebiges Arbeiten.

Voraussetzungen durch Schülerlabor
Für die Arbeiten der jungen Steinmühlen-Forscherinnen ist das vom Förderverein ausgestattete Schülerlabor der Steinmühle eine wichtige Voraussetzung. Jasmine Weidenbach, Vorsitzende des Fördervereins, hatte im Juni 2014 die Finanzierung (5100 Euro) bei Roche Deutschland als Hauptsponsor beantragt. Die Zentrale genehmigte den Antrag einen Monat später, das Labor wurde im Herbst 2014 eingerichtet. Die offizielle Eröffnung des Labors fand im Februar 2015 statt.

Der Gesamtwettbewerb Jugend Forscht wird von der gleichnamigen Stiftung organisiert. Sie möchte Nachwuchsforscherinnen und -forscher für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern und das Interesse an diesen Berufsfeldern fördern.

Die Auferstehung des ehemaligen Dorfladens

Lietz Internatsdorf Haubinda übernimmt Verantwortung für die örtliche Bevölkerung und betreibt ab sofort in Eigenregie einen Schul-Konsum. Somit haben die Dorfbewohner in Westhausen wieder „ihren“ Dorfladen zurück bekommen und die Internatsschüler können in einem realen Projekt unternehmerisches Handeln erkennen, begreifen und erlernen.

Eine Win-win-Strategie, auch als Doppelsieg-Strategie bekannt, hat das Ziel, dass alle Beteiligten und Betroffenen einen Nutzen erzielen. Jeder Verhandlungspartner respektiert auch seinen Gegenüber und versucht, dessen Interessen ausreichend zu berücksichtigen, so lautet die Definition beim Internetportal Wikipedia. Und genau diese Situation gibt es mit dem neuen Dorfladen ,,Schul-Konsum, der am vergangenen Dienstag (19.03.2019) offiziell in Westhausen seine Pforten öffnete. Die beiden Partner sind das Lietz Internatsdorf Haubinda und die Gemeinde Westhausen.

Nach Schließung des Dorfladens gab es keine Einkaufsmöglichkeit mehr

Nach der Schließung des Konsums vor zwei Jahren, war eine wichtige Einrichtung in der Gemeinde verloren gegangen – nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit, sondern zugleich ein Treffpunkt zum Austausch von sozialen Kontakten und Informationen rund um das Geschehen im Ort, der 600-Seelen-Gemeinde. Dem Unternehmergeist von Burkhard Werner, Internats- u. Schulleiter in Haubinda und Bürgermeister Ulf Neundorf war es zu verdanken, dass die beiden Visionäre die Idee entwickelten, in einer gemeinsamen Aktion den Lebensmittelpunkt der Gemeinde mit einem neuen Ladengeschäft – unter Federführung der Hermann-Lietz-Schule – auferstehen zu lassen.

Die Gemeinde stellte als Mieter die Räumlichkeiten zur Verfügung und die Mitarbeiter des Internatsdorfes unter Leitung von Manuel Both begannen mit den Renovierungsmaßnahmen, hauchten dem ehemaligen Konsum mit viel Energie, handwerklichem Geschick und zahlreichen Einsatzstunden innerhalb eines halben Jahres neues Leben ein.

Während für die Dorfgemeinschaft nun wieder eine Einkaufsmöglichkeit und ein zentraler Treffpunkt besteht, haben die Schüler des Internatsdorfes die einzigartige Möglichkeit unternehmerische Fähigkeiten nicht am Computer im Planspiel mit Mausklick zu üben, sondern in der Realität anzuwenden: kalkulieren und planen, organisieren und improvisieren sowie Kundenfreundlichkeit, Zuverlässigkeit, Engagement und Unternehmergeist zu trainieren, um erfolgreich als Unternehmen zu bestehen. Eine besondere Herausforderung für die Schüler und Schülerinnen der Fachoberschule und des Beruflichen Gymnasiums – getreu dem Motto: Learning by doing.

Pfarrer, Landrat und Bürgermeister kamen zur Eröffnung des Schul-Konsums

Dass die Auferstehung des neuen Ladens unter einem guten Stern steht, dafür sorgte Pfarrer Johannes Heinze, der bei der Eröffnung die Räumlichkeiten segnete. Zuvor hatten die weltlichen Vertreter das Wort. Landrat Thomas Müller lobte den Mut und Weitblick der Initiatoren, die mit dem Projekt einen großen Beitrag und sozialen Dienst für die Dorfgemeinschaft leisten – und er wünschte sich Nachahmer. Bürgermeister Ulf Neundorf lobte das Engagement der Hermann-Lietz-Schule Haubinda, die nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber in der Region ist, sondern auch immer wieder die umliegenden Gemeinden mit ihren Aktivitäten bereichert.

Internats- u. Schulleiter Burkhard Werner letztendlich bedankte sich für die zahlreiche Unterstützung von kommunaler Seite und zahlreichen Partnerunternehmungen und Handwerksbetrieben. Gleichzeitig lobte er das außerordentliche Engagement seiner Mitarbeiter aus dem Handwerksbereich, die über das normale Maß hinaus großen Einsatz gezeigt haben, um das Projekt zeitnah fertigzustellen.

Schul-Konsum verfügt über umfangreiches Sortiment vom Alaska-Seelachsfilet bis zu Zitronen

Gleichzeitig rührte der ,,Unternehmer“ kräftig die Werbetrommel für das reichhaltige Sortiment, das über die Edeka-Gruppe ständig ergänzt wird und von den gängigen Lebensmitteln, Molkereiprodukten, frischem Obst und Gemüse über Tiefkühlkost, Fleisch und Wurstwaren bis hin zu Backwaren, Getränken und Zeitschriften keine Wünsche offen lässt. Eine gemütliche Plauderecke lädt zudem zum Verweilen und Gedankenaustausch ein. Und für die nahe Zukunft ist auch ein Lieferservice geplant, der von den Schülern des Internatsdorfes mitgetragen wird.

,,Immer wieder geht die Sonne auf“, sang der Nachwuchs des Kindergartens aus Westhausen vielstimmig und überbrachte Geschenke an Anett Schlemmer, die als Mitarbeiterin der Hermann-Lietz-Schule für die Betreuung des Schul-Konsums verantwortlich ist. Der Schul-Konsum ist täglich geöffnet: montags bis freitags von 8 -12.30 Uhr sowie dienstags, donnerstags und freitags von 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Wer vom Chef selbst bedient werden möchte, muss die Öffnungszeiten am Samstag von 8 – 11.30 Uhr nutzen. Dann wird der Kunde von Burkhard Werner persönlich bedient.

Text u. Fotos: Volker Kilgus

High Seas High School – Das segelnde Klassenzimmer

Bis zum 31. März nimmt das Segelprojekt der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog noch Bewerbungen von Schüler*innen der 9. und 10. Klasse aus ganz Deutschland an.

Am 12. Oktober 2019 startet dann der 27. Törn des ‚Segelnden Klassenzimmers‘ über den Atlantik.

Fast sieben Monate sind die etwa 30 SchülerInnen auf einem traditionellen Großsegler unterwegs. Nach einem Zwischenstopp auf den Kanaren geht es quer über den Atlantik, in die Karibik, nach Panama und Kuba und wieder zurück nach Norddeutschland. An Bord unterrichten vier Lehrer nach gymnasialem Lehrplan.

Segelsetzen, steuern, das Wetter lesen, die Gezeiten verstehen, navigieren: Das alles übernehmen die Schüler nach einigen Wochen selbst, bei Tag und Nacht, Wind und Wetter. In Mittelamerika gehen sie für vier Wochen an Land; leben in Gastfamilien, lernen Spanisch vor Ort, arbeiten auf einer Finca bei der Kaffee- und Zuckerrohrernte, erkunden auf Exkursionen den Regenwald und lernen Tauchen – eine echte Entdeckungsreise.

Bewerbung bitte NUR per Email:

High Seas High School – Das segelnde Klassenzimmer an der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog

bewerbung@high-seas-high-school.de

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