Lotte: Vom 18. Juni bis 3. Juli waren zwölf Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte aus Aserbaidschan und Usbekistan zu Gast bei der Friedrich-Krüger-Stiftung. Dass die Gruppe überhaupt bei Krüger gelandet ist, war eher ein Zufall – allerdings einer, über den sich alle heute sehr freuen.
Eigentlich sollten die Schülerinnen und Schüler an anderen Schulen untergebracht werden. Kurzfristig stellte sich jedoch heraus, dass dies nicht möglich sein würde. Über den Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz wurde daraufhin bei der Friedrich Krüger Stiftung angefragt, die seit März dieses Jahres Erasmus-Schule und damit Teil eines Netzwerks ist, über das solche Anfragen vermittelt werden.
Viel Zeit zum Überlegen blieb nicht. Nach einer kurzen internen Abstimmung war aber schnell klar: Wenn die Friedrich Krüger Stiftung helfen kann, tut sie das auch. Also wurden Zimmer vorbereitet, Programme geplant und viele kleine Dinge organisiert, damit die Gäste trotz der kurzfristigen Änderungen einen gelungenen Aufenthalt in Deutschland erleben konnten.
Die Schülerinnen und Schüler waren etwas ganz Besonderes. Alle sprachen beeindruckend gut Deutsch und hatten sich die Teilnahme an der Reise durch besondere Leistungen verdient. Viele von ihnen hatten in ihren Heimatländern erfolgreiche Debattierwettbewerbe gewonnen und sich so für das Austauschprogramm qualifiziert.
Natürlich sollten die Gäste nicht nur Unterricht erleben. Deshalb wurde ihnen auch unsere Region gezeigt. Gemeinsam ging es nach Münster, wo Rathaus und Dom besichtigt wurden. Zufällig fiel der Besuch auf den Tag der Einführung des neuen Bischofs von Münster. Entsprechend voll war die Stadt, was für eine ganz besondere Atmosphäre sorgte. Auch Osnabrück wurde bei einer Stadtführung erkundet, die Universität besucht und ein Ausflug nach Kalkriese zur Varusschlacht durfte ebenfalls nicht fehlen. Eine Fahrt in das idyllische Dorf Giethoorn in der niederländischen Provinz Overijssel bot den Teilnehmenden dann auch noch wunderschöne Eindrücke vom Venedig des Nordens.
Daneben gab es viele kleinere gemeinsame Aktivitäten. Beim Minigolf wurde ehrgeizig um jeden Punkt gespielt, auf einer Wanderung zum Malepartus entstanden zahlreiche Gespräche und neue Bekanntschaften. Ein besonderes Projekt war die gemeinsame künstlerische Arbeit zum Thema Frieden, bei der viele kreative Ideen zusammenkamen.
Der Höhepunkt des Aufenthalts war für viele sicherlich der Internationale Grillabend am 2. Juli. Die Gäste stellten ihre Heimatländer vor, zeigten traditionelle Tänze und Kleidung und hatten einige unterhaltsame Quizfragen vorbereitet. Wer gut aufpasste, konnte landestypische Süßigkeiten gewinnen. Besonders schön war, dass an diesem Abend Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Friedrich-Krüger-Stiftung zusammenkamen: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Mitarbeitende, Schulleitung und Geschäftsführung und natürlich die Gäste.
Auch Bürgermeister Philipp Middelberg nahm sich Zeit für einen Besuch. Dabei nutzte er die Gelegenheit, die verschiedenen Bereiche der Stiftung kennenzulernen und mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.
Wenn die Organisatoren auf die zwei Wochen zurückblicken, bleibt vor allem die Erinnerung an viele interessante Begegnungen. Der Besuch kam zwar unerwartet und hat an einigen Stellen Improvisationstalent erfordert, aber genau solche Erfahrungen machen internationale Begegnungen oft besonders. Die Gäste waren offen, neugierig und freundlich und haben den Schulalltag in diesen Tagen auf jeden Fall bereichert.
Sollte irgendwann wieder eine ähnliche Anfrage erfolgen, wird das Team der Friedrich Krüger Stiftung nicht lange überlegen.
Weitere Informationen
KRÜGER Internat und Schulen
Westerkappelner Straße 66
49504 Lotte
Telefon:
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