50. Abiturjahrgang verabschiedet

Neue Osnabrücker Zeitung vom 11.06.2022

Reifeprüfung an den Privaten Schulen Krüger

(von Anke Schneider)

Lotte. Zum 50. Mal konnten die Privaten Schulen Krüger einen Abiturjahrgang aus dem Wirtschaftsgymnasium entlassen. Alle 35 Schüler haben trotz der Umstände durch die Corona-Pandemie ihr Abitur bestanden.

Schulleiter André Soßna erinnerte in seiner Rede an die ungewöhnliche Schulzeit dieses Jahrgangs, heißt es in einer Pressemitteilung der Privaten Schulen Krüger. Er habe Masken und Tests als Anschauungsmaterial noch einmal mitgebracht. In der Rede der Abiturientia, gehalten von Carolina Dikomey und Max Kleine Pollmann, gab es weitere Einblicke in die Zeit der Videokonferenzen, die beim Publikum heitere Erinnerungen, aber keine Wehmut erzeugten.

Denn alle konnten den Rednern zustimmen: Corona bedeutete nicht längere Ferien, wie die damals noch naiven Elftklässler im März 2020 hofften. Es bedeutete vielmehr durchzuhalten und immer wieder neue Lösungen zu finden, um in diesem Jahr das Abiturzeugnis in der Hand halten zu können.

Damit haben die ehemaligen Schüler an Erfahrung gewonnen – und jetzt eine wichtige Stufe im Leben erreicht. Darauf verwies in seiner Rede auch der Internasleiter Jörn Litsche-Niekamp, der „Stufen“ aus dem „Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse rezitierte. Seiner Aufforderung an das Publikum, die eigenen Interpretationen am Ausgang für Deutschlehrerin und Stufenleitung Elke Sonntag zu hinterlegen, kam allerdings niemand nach.

Großen Applaus gab es bei der Vergabe der Abiturzeugnisse. Die stellvertretende Schulleiterin Sabine Buschmeyer konnte stolz verkünden, dass alle bestanden haben. Besonders ausgezeichnet wurden Theresa Loggen und Bennet Janssen (beide 1,3). Nach dem offiziellen Teil folgte eine lange Ballnacht, in der die Abiturientia in ausgelassener Stimmung bis in den Morgen mit ihren Eltern und dem Lehrerkollegium feierte.

BU: 35 Jugendliche haben ihr Abitur an den Krüger-Schulen in Lotte bestanden

Das Hogwarts der Realität: Prinz Philip und sein Leben im Internat

„ …Oder ich schicke dich aufs Internat“ – das ist eine vermeintliche Drohung, die das ein oder andere Kind schon mal mehr oder weniger scherzhaft von seinen Eltern gehört haben mag. Aber sind Internate wirklich so streng, wie man ihnen nachsagt? Wie sieht der Alltag in Internaten aus und welche retrospektiven Ansichten haben InternatsabsolventInnen über ihre Schulzeit? Was für Persönlichkeiten bringt das Inter-nat hervor: Harry Potter-artige Helden oder lerneifrige Normalmenschen?

Schaut man sich bei einem der berühmtesten deutschen Internate, dem Schloss Salem, die Liste ehemaliger Schüler an, dürfte letztere Frage schnell beantwortet sein. Die Reihe prominenter Persönlichkeiten ist lang und reicht von Politikern (Erik Blumenfeld, Axel Troost u.a.)  über Schauspieler (z.B. Nicola Tiggeler), Schriftsteller (z.B. Leonie Ossowski), Journalisten (z.B Marc Zirlewagen)) bis hin zu Wissenschaftlern (z.B. Michael Braulke) und Unternehmern (z.B. Wolfgang Kiessling). Es scheint geradezu vorgezeichnet zu sein, mit einer besonderen Herkunft und Ausbildung auch einen besonderen Lebensweg einzuschlagen.

Ich bin ein Star … holt mich hier raus?

Dass sie privilegiert und nicht einfach „abgeschoben“ sind, ist den meisten Internatsschülern bewusst. So auch einem der Bekanntesten unter Ihnen, Prinz Philip, dessen Tod seine einstige Schule in große Trauer versetzt hat. Auch wenn er selbst es gegenüber der Presse, ganz seinem britischen Zynismus gemäß, als den „billigsten Weg, den Jungen aus dem Weg zu schaffen“ beschrieben hat, war seine Zeit in Salem etwas ganz Besonderes für ihn. Der damals 12-Jährige, der fernab von Eltern und Heimat aufwuchs, fand in Salem ein neues Zuhause und entwickelte eine starke emotionale Bindung zu dem Internat und dessen damaligen Schulleiter, Kurt Hahn. Bei seinen Erzählungen über die Schulzeit wird klar, dass Philip diese Phase seines Lebens als sehr prägend empfunden und sie genossen hat. Sogar so sehr, dass er dem jüdischen Kurt Hahn 1934 nach Schottland zu seiner neuen Schule folgte, nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren. Und so sehr, dass er Salem 1965 zusammen mit der Queen einen erneuten Besuch abstattete und seinen eigenen Sohn auf den schottischen Salem-Zwilling Gordonstoun schickte.

Das Internat als Raum für Befreiung und persönliche Entwicklung

Für Prinz Philip war das Internat eine Befreiung aus den schwierigen Familienverhältnissen und eine Ruhezuflucht. Seine unstete und konfliktbelastete Kindheit wurde hier durch einen intensiv geregelten und betreuten Alltag in geordnete Bahnen gelenkt. Die bislang fehlende Fürsorge enger Bezugspersonen wurde durch Kurt Hahn, kompetente Lehrer und lebenslange Freundschaften, wie man sie gerade auf dem Internat findet, ersetzt.

Besonders die Selbstdisziplin, die Philip auf dem Internat erworben hatte, betrachtete er als ein wichtiges Gut und bleibendes Geschenk. Auch wenn ehemalige Klassenkameraden von dem ein oder anderen Streich zu berichten wissen, ist es dennoch gerade die Disziplin, die für sein späteres Leben wichtig war und für die Internate bekanntlich gepriesen werden. Individualität wird dadurch keinesfalls untergraben: Prinz Philip schwärmte vor allem von den Wettkämpfen in der freien Natur sowie den körperlichen und geistigen Herausforderungen insgesamt, bei denen man sich selbst unter Beweis stellen konnte. So ist es auch wenig verwunderlich, dass der frühere Schüler zusammen mit Kurt Hahn den „Duke of Edinburgh´s International Award“ gründete, ein Programm, dass Abenteuer, sozialen Einsatz und Selbstverwirklichung fördern soll und jeweilige Leistungen mit einem Abzeichen belohnt.

Mehr als nur eine Schule

Aus Prinz Philips Erfahrungen wird ersichtlich, wie wertvoll und formend das Internatsleben sein kann. Das gilt selbstverständlich nicht nur für einen Prominenten wie ihn, sondern auch für alle anderen Schüler, die die Chance einer solchen Selbstfindung und Sozialisierung erhalten. Die eigenen Stärken zu finden, sie zu erproben, ein besonders nachhaltiges Sozialbewusstsein zu erwerben und dabei noch jede Menge Spaß zu haben: Das alles war der Dienst, den Salem dem jungen Prinzen erwiesen hat und den er rückblickend nicht hätte missen wollen. Man könnte es wohl nicht besser zusammenfassen als mit den Worten Kurt Hahns: „Salem ist keine Schule. Salem ist eine Bewegung“. Für Prinz Philip jedenfalls war die Internatszeit eine Bewegung, die ihn auch später nie ganz losgelassen hat. Salem ist dabei als Beispiel nur ein Internat unter den zahlreichen Internaten und Privatschulen, die ihren Schülern solche unvergesslichen Erinnerungen ermöglichen. Führt man sich dieses Exempel vor Augen, verwundern die großen Namen der InternatsabsolventInnen nicht mehr. Es scheint regelrecht offensichtlich: Wer so bewegt und so zum selbstdenkenden und selbstständigen Individuum ausgebildet wird, der kann und muss selbst etwas bewegen. Was für Salem gilt, gilt für jedes einzelne der zahlreichen Internate: Sozialkompetenz, exzellente Bildung und Betreuung, Selbstverwirklichung und unerschütterliche Freundschaften sind die Souvenirs einer solchen Entscheidung, die als Fundament das ganze, restliche Leben prägen. Unter dem breiten Angebot an Internaten bietet das Internateportal eine erste Orientierung bei der Wahl, das passende Internat für jede Persönlichkeit zu finden, damit auch das eigene Kind optimal für die Zukunft ausgebildet wird.

 

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