Internat Solling

Das ABC der Internate

Das ABC der Internate

Ausgezeichnete Bildung –
Beschützender Rahmen –
Club of best friends

Der Begriff „Helikopter Eltern“ ist ein Modewort geworden. Gemeint sind damit Eltern, die über ihrem Kind, ihren Kindern schweben, alles beobachten, beurteilen und steuern möchten, was das Leben des Kindes angeht. Ist das bedenklich? Eigentlich nein, denn alle Eltern sollten die Verantwortung für ihren Nachwuchs übernehmen. Verantwortung übernehmen bedeutet schon immer, den Kindern auch die besten Möglichkeiten einer Ausbildung und Bildung zu geben. Und gleichzeitig ihnen eine Freizeit zu ermöglichen, die Sport, Freundschaft, Erlebnis, Diskurs mit Gleichaltrigen erlaubt. Entscheidend dabei ist, dass das Kind in allen seinen Möglichkeiten gesehen wird. Gerade Eltern, die „über“ ihren Kindern schweben, werden erkennen, dass sie beim Thema Bildung nichts Besseres finden, als ihrem Kind eine Schulzeit in einem Internat zu schenken. Gut geführte Internate, und das sind die bei uns vorgestellten, fördern und fordern ihre Schüler
zielgenau, schaffen für Kinder und Jugendliche soziale Kompetenz, die Fähigkeit zur Kommunikation, das Interesse für und in geschützten Räumen – auch Bereitschaft zur Auseinandersetzung und zum täglichen Neuen.

Doch wie können Eltern wissen, wieviel Förderung ihr Kind braucht?
Mit Schuleintritt ist es Kindern wichtig, im Klassenverband integriert und anerkannt zu werden, einen „guten Platz“ in der Klasse zu haben. Mit zunehmendem Alter bekommen Freunde einen sehr hohen Stellenwert, denn die meisten Freundschaften entstehen an den Schulen. Von ihren Eltern möchten sie Interesse spüren, möchten „gesehen werden“ und doch auch klare Strukturen, Grenzen, konsequente und gerechte Folgen erfahren. Wie und wo können nun die Wünsche und Bedürfnisse sowohl von den Kindern und Jugendlichen als auch von den Eltern „erfüllt“ werden?

Die Antwort lautet: Im Internat!

 Das ABC der InternateImmer mehr Jugendliche verstehen und schätzen die Sinnhaftigkeit einer umfassenden Bildung im Internat. Junge Leute informieren sich oft eigenständig über Zugangsvoraussetzungen, Schwerpunkte und Besonderheiten der verschiedenen Einrichtungen. Wenn wir die Fragen analysieren, die über das Internate-Handbuch oder das internate-portal.de an den Verlag herangetragen werden, so stellen wir gerade in den letzten Jahren fest, dass fast die Hälfte der Anfragen inzwischen von den Jugendlichen selbst kommt. Jugendliche wissen sehr genau, dass sie heute eine gute Ausbildung und ein gutes Netzwerk benötigen. Und das ermöglicht im Besonderen das Leben im Internat. Die Zeiten scheinen vorbei zu sein, in denen ein Internatsbesuch negativ besetzt gewesen ist. Die Jugendlichen wissen um diese Chance, um dieses besondere Privileg. Im angelsächsischen Raum kann sich eine verantwortliche Familie kaum vorstellen, dass ihre Kinder nicht in den Genuss einer Internatsausbildung kommen sollen.

 

Und wie schaut das Leben im Internat aus?

Durch die vielfältigen Freizeit- und Fördermöglichkeiten, die in den meisten Internaten geboten werden, bleibt wenig Raum für Langeweile. Beschäftigungen wie Computerspiele und TV-Berieselung kommen nur in ausgewählten Zeiten vor und werden auch von den Kindern und Jugendlichen selbst als sekundär betrachtet. Schule und Hausaufgaben sind eng mit dem Internatsleben verknüpft, so dass in vielen Internaten gute Betreuung und Unterstützung gewährleistet sind. Auch die kleineren Klassen, die besser ausgestatteten Klassenzimmer und das größere Angebot an pädagogischen Konzepten lassen Schule in einem sehr interessanten Licht erscheinen.

Das Thema „Freunde“ nimmt auch bei den Internatsschüler den wichtigsten Stellenwert ein. Im Internat lebt man mit Gleichaltrigen in einer Gemeinschaft zusammen. Es wird zusammen gelacht, geteilt, gelernt, und bei alldem werden wichtige Erfahrungen gesammelt und lebenslange Freundschaften geschlossen. Gleichzeitig kann immer wieder festgestellt werden, wie stark und eng doch die Verbindung zum Elternhaus ist. Die Beziehung zu den Eltern ist durch das Ausbleiben der täglichen Streitpunkte oft entspannter. Eltern müssen nicht mehr ständig auf die konsequente Umsetzung von Regeln achten und können das Leben ihrer Kinder im Internat positiv begleiten. Deshalb ist es wichtig, dass Internate nicht als „letzte Instanz“ gesehen werden, sondern als „besonderer Glanzpunkt“ einer guten Erziehung und Bildung.

Machen Sie sich zusammen mit Ihrem Kind auf die Suche nach einem guten Internat! Ein Internat, in dem Ihr Kind in den unterschiedlichsten Bereichen gefördert wird und in dem es sich unter Gleichaltrigen wohlfühlt. Gerade für Jugendliche hat die Peergroup einen ganz besonderen Einfluss. Umso wichtiger ist es, das Leben in der Clique im Blick zu behalten und sich zusammen mit den Jugendlichen außerhalb der Schule auseinanderzusetzen, Werte zu vermitteln, Positionen zu beziehen und standzuhalten. Solch ein intensiver Austausch kann in dieser Form nur in einem Internat stattfinden. Es ist den vielen sich ausführlich darstellenden Internaten zu verdanken, dass dieses Buch bei der Auswahl nach ideellen und pädagogischen Schwerpunkten für Sie eine gute Hilfe sein wird. Aber auch der Überblick über mehr als 300 deutsche Internatsadressen (alle uns bekannt gewordenen Internate wurden in diesem Buch kostenlos aufgenommen) und die 45 Internate in der Schweiz ermöglichen eine wirkliche Bestandsaufnahme der Heimerziehung.

Es liegt in der Verantwortung der Eltern, sofern sie sich für diesen Weg entschieden haben, die richtige Auswahl für ihr Kind zu treffen. Nehmen Sie sich Zeit. Denken Sie daran, dass das nächstgelegene Internat nicht unbedingt das Beste ist. Im Gegenteil: Eine zu große Nähe kann sogar von Nachteil sein. Das Kind kann gewohnte Strukturen verlassen und sich ganz in die pädagogischen Notwendigkeiten der neuen Umgebung einfügen. So fällt es den Pädagogen vor Ort wesentlich leichter, die Fähigkeiten der Heranwachsenden zu optimieren.

 Das ABC der Internate

Unser Rat an Sie: Schmökern Sie in diesem Buch. Gehen Sie vorurteilsfrei an die Internate in unterschiedlicher Trägerschaft heran. Lassen Sie sich durch konfessionelle oder finanzielle Aspekte etc. nicht abhalten, die einzelnen Schulen im Sinne Ihres Kindes zu prüfen. Es bleibt festzuhalten, dass auch im Bereich der Pädagogik genau verglichen werden sollte. Schauen Sie zuerst nach dem Angebot und dann nach dem Preis. An dieser Stelle ist ausdrücklich zu erwähnen, dass einige Internate Stipendien vergeben. Bitte erkundigen Sie sich bei den von Ihnen ausgewählten Internaten. Auch möchten wir Sie darauf hinweisen, dass sich unter bestimmten Voraussetzungen Jugendämter an den Kosten beteiligen oder sie gar ganz übernehmen. Informieren Sie sich beim Finanzamt über die steuerlichen Vorteile eines Internatsbesuchs.

Treffen Sie anhand des Buches eine erste Vorauswahl und besorgen Sie sich dann ausführliche Informationsmaterialien. Die Internate stellen sich auch über ihre Homepage im Internet vor. Vereinbaren Sie bei mehreren Internaten einen Termin vor Ort. Lassen Sie sich in Ruhe alles zeigen. Fragen Sie, ob sich Ihr Kind allein mit anderen Internatsschülern unterhalten kann. Einige Internate bieten „Schnuppertage“ oder Sommercamps an.

In Gesprächen mit Verantwortlichen von Schulen und Verbänden haben sich folgende Fragen für eine qualifizierte Entscheidung ergeben:

Im schulischen Bereich

  • Welche Schulabschlüsse sind möglich?
  • Ist nach dem Internatsbesuch in einem anderen Bundesland für das Kind ein Wiedereinstieg in eine Schule im Heimatbundesland möglich?
  • Gibt es Patenschaften für die Neuankömmlinge?
  • Gibt es Leistungskurse?
  • Wie ist das Lernen organisiert?
  • Gibt es betreute Räume für die Hausaufgaben oder lernt jeder allein auf seinem Zimmer?
  • Sind während dieser Zeit ein Lehrer oder Erzieher anwesend/erreichbar?
  • Lernt das Kind selbstständig zu lernen?
  • Gibt es einen geregelten Alltag?
  • Findet eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Internat statt?
  • Werden Erzieher/Mentoren bei Lehrerkonferenzen mit einbezogen?
  • Wie viele Lehrer und Erzieher sind für die Kinder da – wie ist der Lehrerschlüssel?
  • Wie ist das Zahlenverhältnis von internen und externen Schülern?

Freizeitangebot:

  • Wie sieht das Freizeitangebot aus?
  • Kosten die Freizeitangebote extra?
  • Von wem werden die Freizeitangebote betreut?
  • Gibt es einen handwerklichkünstlerischen, sportlichen, sozialen Bereich?
  • Welche Konsequenzen hat eine Nichteinhaltung der Hausordnung?
  • Wie sieht der Ausgang am Wochenende aus?

Allgemeine Fragen:

  • Wie sieht der Speiseplan aus?
  • Gibt es vegetarisches Essen?
  • Wie lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen?
  • Wird das Thema Drogen angesprochen? Gibt es ein Drogenkonzept?
  • Steht für Krisensituationen ein Psychologe zur Verfügung?

Spätestens wenn eine Vorauswahl von 2–3 Internaten gefallen ist, sollten die Kinder in den Prozess einbezogen werden. All die Gründe, die aus Ihrer Sicht für ein Leben im Internat sprechen, sollten dargelegt werden. Ein Internatsaufenthalt sollte vom Kind nie als Strafmaßnahme empfunden werden. Einige familientherapeutische Hilfen möchten wir Ihnen für die Vorbereitung auf die neue Schule mitgeben:

  • Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Ängsten und Sorgen in Bezug auf ein Internat.
  • Besprechen Sie, wie sich Ihr Kind während des Aufenthalts Kontakt mit Ihnen und seinen Geschwistern wünscht.
  • Wie sehen die Wochenendheimfahrten aus?
  • Was könnten die anderen Familienmitglieder tun, damit sich das Kind von Anfang an in seiner neuen Umgebung wohl fühlt?
  • Wie hält Ihr Kind Kontakt zu seiner heimatlichen Clique, zu seinen bisherigen Bekannten und Freunden?

Besondere Beachtung sollten die ersten Wochen in einem Internat finden. In dieser Zeit werden die Weichen für die Nutzung dieses Angebots gestellt. Es kann sein, dass Neue im Internat zunächst mit bestimmten „Aufnahmeprüfungen“ von Mitschüler konfrontiert werden. Dies können Hilfsdienste beim Essen, Einführungsprozedere zur Gruppenaufnahme etc. sein. Sie können – wenn möglich – telefonisch beratend zur Seite stehen. Stärken Sie Ihrem Kind den Rücken. Es wird sich danach sehr bald in die Gemeinschaft integriert fühlen und sich in der Regel in gleicher Weise an der Tradition gegenüber Neuankömmlingen beteiligen.

Wenn Ihr Kind sehr starkes Heimweh bekommt, vereinbaren Sie eine Mindestaufenthaltsdauer von ca. 3–4 Monaten, während der sich in der Regel das natürliche Heimwehgefühl in ein Gefühl des Wohlbehagens umwandelt. Sollte nach der vereinbarten Zeit immer noch der Wunsch des Kindes vorhanden sein, das Internat verlassen zu wollen, ist ein gemeinsames Gespräch zwischen Eltern, Kind und Internatsleitern ratsam. Vielleicht können durch praktische Veränderungen – etwa ein neuer Zimmerkollege oder eine neue Klasse – die Schwierigkeiten ausgeräumt werden. In seltenen Fällen ist es auch vorstellbar, dass ein Internatswechsel angebracht ist und dadurch den Bedürfnissen des Kindes mehr entsprochen wird. So kann z.B. ein introvertiertes Kind ein Internat mit starker familiärer Atmosphäre, weniger Schüler etc. bevorzugen. Die bisher gemachten Internatserfahrungen können dann auf das neue Internat übertragen werden.

Das Leben im Internat führt erfahrungsgemäß zu lebenslangen Bindungen und Freundschaften. Gerade dieser interkommunikative Aspekt kann für das spätere Leben des Kindes von unschätzbarem Vorteil sein und öffnet Ihrem Kind das „Tor zur Welt“.

In Deutschland sind die meisten Internate in verschiedenen Internatsverbänden und ­vereinigungen zusammengeschlossen, die sich jedoch in den Zielsetzungen und Schwerpunkten unterscheiden.

Im Anschluss stellen sich alle Verbände/Vereinigungen selbst vor. Vergleichen Sie dabei die unterschiedlichen Ausrichtungen. Unser Internate­Führer versteht sich als Bindeglied zwischen Eltern, Schülern und dem breiten Angebot der Internate/Schulen. Wir möchten Sie mit unserem Buch „rund um das Thema Internate“ informieren. Sie bekommen hier sowohl Informationen über die verschiedenen Internate (die wir innerhalb der Bundesländer nach dem Ortsalphabet geordnet haben) wie auch über die verschiedenen Verbände und über die Internatsberatungen. Da Bildung nicht mit dem Abitur endet, haben wir in dieser Auflage ausgewählte private Fach­ und Hochschulen aufgenommen.

Das Buch entstand nach gründlicher Recherche und wir hoffen damit einen Beitrag zum Bildungs­/Ausbildungswesen zu leisten. Das Buch wird als Standardwerk jährlich überarbeitet.

 

Die Gedanken in diesem Vorwort stammen von Silke Mäder Silke Mäder ist Herausgeberin und war Gründerin (zusammen mit Manfred Klemann) des Internate-Handbuchs und der Webseite www.internate-portal.de, dem größten Portal für Internate und Privatschulen in Deutschland.

 

Im Internat das Leben lernen?

Ein Beitrag von Prof. Dr. Volker Ladenthin

 

Manchmal wird etwas längst Abgelegtes hochaktuell: Auf dem Höhepunkt der Krise empfahl die Bundesregierung als eine der wichtigsten Maßnahmen, neben dem Lüften: „Hände waschen!“ Eine Regierung muss ihren Bürgern empfehlen, die Hände zu waschen? „Nach dem Klo und vor dem Essen/Händewaschen nicht vergessen!“ habe ich als Steppke in der damaligen Volksschule gelernt; offensichtlich nachhaltig. Und ebenso offensichtlich wurden seitdem die bundesdeutschen Lehrpläne so durchgelüftet, dass man in den Schulen vieles lernt, nur nicht, was in der Krise als wichtigste Maßnahme öffentlich propagiert wurde: Schlichte Alltagsregeln.

Die Internate lehren diese Regeln aber sehr gewissenhaft. Im Internat wird nämlich auch der Alltag zum Lehrplan. Und zwar deshalb, weil ein Internat vom Eingang bis zum Ausgang, von der Grundidee bis zur letzten Heftzwecke, mit der die Internatsordnung ans Schwarze Brett montiert ist, alles durchdacht hat. Durchdacht – nicht verordnet. Das ist ein gewaltiger Unterschied: Ein Internat ist durchdacht, aber kein Haus der Vorschriften. Es gibt Regeln, „do’s und don’t‘s“, wie man heute sagt – aber alles zielt darauf, die Internatler selbsttätig selbständig werden zu lassen. Damit ihnen keiner später, wenn wieder einmal eine Krise kommt, sagen muss, was sie tun sollen. Sie wissen es dann selbst. Sie haben es gelernt: „…Händewaschen nicht vergessen …!“

Der Alltagslehrplan im Internat enthält nicht nur Mathe und Englisch, sondern auch (welch vor Corona schreckliches Wort!) Hygiene. Sauberkeit. Tischmanieren. Kurz: Umgang mit anderen. Im Internat wird der Alltag zum Lernanlass, und zwar deshalb, weil Pädagogen ihn durchdacht haben. Sie haben sich gefragt, was man bedenken muss, wenn 200, 300 oder mehr Menschen in einem Haus leben? Wie muss der Tagesablauf sein? Was soll man essen? Wie ist ein Ausgleich zwischen Körper und Geist, Anspannung und Entspannung zu regeln? Und wie lebt man auf eine Art miteinander, dass man sich nicht gegenseitig mit unangenehmen Krankheiten infiziert? Es ist die Grundlage jeden Internats, diese Fragen zu beantworten – und zwar so, dass die Internatler die Antworten lernen und im weiteren Leben nutzen konnten.

Das Internat macht etwas, was die Schule nicht macht: Das Internat macht den Alltag lernbar. Es befähigt, wenn man es politisch sagen will, zur umfassenden selbständigen Daseinsvorsorge, nach bestem pädagogischem Wissen und Gewissen. Dass man sich regelmäßig die Hände wäscht, war da längst vor der Krise eine gelernte Selbstverständlichkeit. Hätten doch mehr Menschen eine solche Bildung erfahren!

Prof. Dr. Volker Ladenthin
Lehrstuhl für Historische und Systematische Erziehungswissenschaften an der Universität Bonn

Das Internat: Struktur und Zukunft.
Ein Handbuch

Herausgeber: u.a. Volker Ladenthin
Ergon Verlag

Internate – Schreib Deine Zukunft!

Was macht den Lern- und Lebensraum Internat so besonders? Warum bleiben Schülerinnen und Schüler weit über ihre Schulzeit hinaus ein Leben lang mit diesen Orten verbunden?

Ein lyrischer Zugang, Die Internate Vereinigung e.V. in Zusammenarbeit mit dem Poetry Slam Meister Lars Ruppel:

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Mehr Informationen

Die Internatsschulen der DIE INTERNATE VEREINIGUNG bieten internationale Bildungs- und Lebensräume, die Mädchen und Jungen wertvolle und vielfältige Erfahrungen ermöglichen, um sie stark für ihre Zukunft zu machen. Persönlichkeitsbildung wird verbunden mit einer sorgfältigen, an aktuellsten pädagogischen Standards orientierten Schulausbildung.

Unsere vierzehn Internate in Deutschland und der Schweiz eröffnen jeder Schülerin, jedem Schüler die Chance auf eine breit gefächerte Bildung und Erziehung in einer ganz besonderen geographischen Umgebung – von der Nordsee bis ins Gebirge. In einer Atmosphäre der Achtsamkeit werden individuelle Begabungen gefördert und soziale Kompetenzen gestärkt.

Die Internate Vereinigung

Die Internate der Vereinigung verbindet eine intensive Zusammenarbeit, in deren Zentrum eine kontinuierliche, progressive Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung steht.

Die konsequente Umsetzung und Weiter­entwicklung des 2014 veröffentlichten Rahmenkonzepts für das Qualitätsmanagement in Internatsschulen ist für unsere Mitglieder wichtiger Bezugspunkt für eine kritisch reflektierte pädagogische Arbeit. Die Internate lassen sich regelmäßig in- und extern evaluieren, kooperieren mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen und legen einen großen Wert auf die Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

DIE INTERNATE VEREINIGUNG unterstützt sie in ihrer pädagogischen Entwicklung, berät sie in allen Fragen der Qualitätsentwicklung und erarbeitet gemeinsam mit den Internatsschulen pädagogische Konzepte und Programme. Der Austausch in Tagungen, Arbeitskreisen, Fachgruppen, Projekten und im Bereich der Fortbildung trägt wesentlich zur Professionalisierung der Arbeit in den Mitgliedsinternaten bei. Die Vereinigung vertritt die Interessen ihrer Internatsschulen in Medien, Politik, Ämtern, Forschung und Fachorganisationen. Sie kommuniziert die Aktivitäten und Konzepte nach Außen und Innen und sorgt für eine Atmosphäre des kritischen Dialogs.

Jedes einzelne Internat hat sein ganz eigenes pädagogisches Profil, das sich in den jeweiligen Lebens-, Internats- und Schulräumen spiegelt. Unsere Internate sind konfessionell nicht gebunden, sie stehen für Weltoffenheit und Toleranz. Schulrechtlich sind die Internate anerkannte Ersatzschulen, das heißt unter anderem, dass die an ihnen erworbenen Zeugnisse unter den gleichen Bedingungen erteilt werden und die gleichen Berechtigungen verleihen wie die Zeugnisse staatlicher Schulen. Dies gilt für nationale und internationale Abschlüsse.

Pädagogisches Profil

Unsere Internatsschulen arbeiten eng mit den Familien zum Wohle ihrer Kinder zusammen. Gerade in der Kindheit mit der beginnenden Pubertät und in der Jugend stehen Mädchen und Jungen vor wichtigen Entwicklungsaufgaben. Insbesondere die Neugestaltung sozialer Beziehungen, der Aufbau eigener sozialer Netzwerke, die Übernahme sozialer Verantwortung, wie auch das Entwickeln neuer Lernmotivationen und -strategien bei der Bewältigung schulischer und außerschulischer Anforderungen sind zentrale Herausforderungen. Der sehr strukturierte Alltag in unseren Internatsschulen, die kontrollierten pädagogischen Settings, der intensive Kontakt mit den Peers und das Finden des eigenen Platzes in der Internatsgemeinschaft bieten dabei eine große Unterstützung. Die Schülerinnen und Schüler, wie auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, leben und arbeiten in einer Kultur der Achtsamkeit und Fürsorge.

Die gemeinsamen Bildungsziele unserer Internatsschulen spiegeln sich in gemeinsamen pädagogischen Prämissen:

  • Individuelles, soziales und emotionales Lernen
    Lernen in den Internaten ist individuell und sozial. Jede Schülerin, jeder Schüler wird als einzigartige Persönlichkeit wahrgenommen, respektiert und gefördert. Im Vordergrund stehen die Stärken der Kinder und Jugendlichen. Die unterschiedlichen Lernweisen, Lernstände, Interessen und Begabungen werden (an)erkannt und in spezifischen Lehr-Lernarrangements weiter entwickelt.
  • Kulturen des Sprechens und Zuhörens
    Kinder und Jugendliche haben das Recht auf die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeiten, Ermutigung und fördernde Unterstützung. Sie haben das Recht auf Achtung ihrer persönlichen Grenzen und Anspruch auf Hilfe und Schutz.
  • Kooperation und Selbstverantwortung
    Verantwortung innerhalb und außerhalb der Internatsgemeinschaft zu übernehmen, Werte nicht nur zu diskutieren, sondern so zu leben, dass sie im täglichen Umgang miteinander, in gegenseitigem Respekt wirksam werden, ist unser Anspruch an alle Internatsbeteiligte.
  • Partizipation und Selbstwirksamkeit
    Die Schülerinnen und Schüler nehmen aktiv an den Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen ihrer Internatsschule teil. Sie erleben ein Gefühl von Selbstwirksamkeit, erfahren, dass sie wichtig sind, dass sie gebraucht werden. Dabei werden individuelle, kognitive und soziale Kompetenzen gleichermaßen gefördert.
  • Interkulturelle Kommunikation
    Unsere Internatsschulen sind konzipiert als internationale Bildungsräume. Sie fördern und fordern interkulturelle Kompetenzen, die heute wesentlich für die gesamte Bildungs- und Berufsbiographie sind.

Die Internate der Vereinigung haben zum Ziel, ihre Schülerinnen und Schüler auf ein Leben über Grenzen hinaus vorzubereiten. Es gilt, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Verstehen möglich zu machen.

Orientierung bei der Suche nach dem passenden Internat

Um Familien bei der Suche nach dem passenden Internat zu unterstützen, bietet DIE INTERNATE VEREINIGUNG auf www.die-internate.de eine erste Orientierung: In einem Vergleichsportal können sich Interessierte einen schnellen, aber doch detaillierten Überblick über die verschiedenen pädagogischen Profile, schulischen und außerschulischen Schwerpunkte unserer Mitgliedsinternate verschaffen. Sie können eigene Wünsche und Kriterien angeben und bekommen eine Auswahl der für ihre Kinder in Frage kommenden Internate.

Um den Bildungsweg ihres Kindes dann sorgfältig und individuell zu planen, stehen den Familien direkt die Ansprechpersonen in den Internatsschulen zur Verfügung. Dort werden sie kompetent beraten und können Besichtigungstermine vereinbaren, um die so wichtigen eigenen Eindrücke zu sammeln.

Eva-Maria Kemink
Geschäftsführerin
DIE INTERNATE VEREINIGUNG e.V.

 

Vereinssitz:c/o Internat Solling
Einbecker Str. 137603 HolzmindenGeschäftsstelle:
Postfach 15 41
61405 Oberursel (Taunus)
Telefon: 061 72/9 08 11 41
sekretariat@die-internate.de
www.die-internate.de
www.die-internate-vereinigung.de

Internate im deutschen Bildungssystem

Internate im Verband Deutscher Privatschulverbände VDP

Ein Beitrag von Dr. Klaus Vogt

 

Internate haben traditionell eine besondere Stellung in der deutschen Schullandschaft. Obwohl ihre Zahl im Vergleich zur Gesamtzahl allgemeinbildender Schulen relativ klein ist, genießen sie in der Öffentlichkeit hohe Aufmerksamkeit und hohes Ansehen.

Wie Schulen in freier Trägerschaft insgesamt bereichern auch die im Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) organisierten Internatsschulen die Bildungslandschaft: Sie setzen wichtige pädagogische Impulse und sind mit ihren innovativen Konzepten geeignete Antworten auf die Bildungsanforderungen einer zunehmend internationalisierten und globalisierten Welt. Sie sind einer ganzheitlichen Bildung verpflichtet, die kognitives Fachwissen mit Sozial- und Kulturkompetenzen verbindet. Um diese Bildungsziele zu erreichen, sind, neben dem individuellen Unterricht, zahlreizahlreiche zusätzliche Angebote und Leistungen wie z.B. Mannschaftssport, Spiel- und Kreativangebote, Studienfahrten und Arbeit in Sozialprojekten wichtig.

Wie Schulen in freier Trägerschaft insgesamt bereichern auch die im Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) organisierten Internatsschulen die Bildungslandschaft: Sie setzen wichtige pädagogische Impulse und sind mit ihren innovativen Konzepten geeignete Antworten auf die Bildungsanforderungen einer zunehmend internationalisierten und globalisierten Welt.

Leben im Internat – Chance und Herausforderung
Das Leben im Internat ist nicht mit dem Leben in der eigenen Familie vergleichbar. Das Internat kann und will das Elternhaus nicht ersetzen. Im Internat gelten andere Regeln, es bietet gleichzeitig jedoch viele Chancen für die individuelle Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Intensive gemeinsame Erlebnisse und gruppendynamische Prozesse stärken wirksam Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit, Durchsetzungsvermögen und Hilfsbereitschaft. Kinder und Jugendliche lernen, sich in die Gemeinschaft einzuordnen, aber auch ihren Standpunkt zu vertreten und Kompromisse auszuhandeln.

In VDP-Internatsschulen kommen Kinder und Jugendliche aus vielen Landesteilen mit verschiedenen sozialen Hintergründen und Nationen zusammen. Das stärkt die Sozialkompetenzen und lässt enge Freundschaften entstehen. Darüber hinaus spielt eine lebendige und altersgerechte Erziehung eine große Rolle für die positive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Dazu gehört es auch, sie bei ihren entwicklungsbedingten Krisen aktiv und kompetent zu begleiten.

VDPEinbindung der Eltern und Kosten
Die Erfolge des Zusammenlebens im Internat werden erst dann richtig wirksam, wenn ständiger Kontakt zum Elternhaus die Erziehungsarbeit der Internate unterstützt. Neben einer kontinuierlichen, persönlichen Kommunikation ist den VDP-Internatsschulen die enge Zusammenarbeit mit den Eltern sehr wichtig. Die Eltern sollen immer über ihre Kinder informiert sein und auch aus der Ferne an den Erlebnissen ihrer Kinder teilhaben können. Zudem nehmen die VDPInternate gerne Anregungen der Eltern für ihre Erziehungsarbeit auf.

Auch bedingt durch eine nur unzureichende staatliche Finanzhilfe zum Unterrichtsbetrieb liegen die monatlichen Kosten für einen Internatsplatz in den VDP-Schulen derzeit zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Das ist im Vergleich zu entsprechenden Einrichtungen in anderen Ländern ein knapp kalkulierter Betrag. Dennoch stellt auch dieser für viele Familien eine hohe Belastung dar. Deshalb gewähren viele Schulen finanzielle Hilfen in Form von Ermäßigungen, Förderplätzen oder Stipendien.

Gemeinsame Ziele, vielfältige Angebote
Alle VDP-Internate haben zahlreiche gemeinsame Qualitäts- und Zielvorstellungen. Dies kommt auch durch ihre Mitgliedschaft im VDP zum Ausdruck. Dennoch sind alle VDP-Internatsschulen sehr individuell, kein Internat ist wie das andere. Auf den folgenden Seiten finden Sie Kurzprofile der einzelnen VDP-Internate mit den jeweiligen Schwerpunkten und Besonderheiten. Bei weitergehendem Interesse ist es zu empfehlen, das persönliche Gespräch mit dem Schul- oder Internatsleiter bzw. der Schul- oder Internatsleiterin zu suchen. Bei einem Besuch der Internatsschulen können alle Fragen ausführlich erörtert und die Einrichtungen vor Ort kennengelernt werden.

Über den VDP
Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im Hochschulbereich. Als 1901 gegründeter Verband binden wir unsere Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der Freien Waldorfschulen und der Internate Vereinigung bilden wir die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen.

Dr. Klaus Vogt
Präsident des VDP
Verband Deutscher Privatschulverbände e.V.
(VDP – gegründet 1901)

Bundesgeschäftsstelle
Reinhardtstr. 18
10117 Berlin
Tel.: 0 30 / 28 44 50 88 – 0
Fax: 0 30 / 28 44 50 88 – 9
Internet: www.privatschulen.de
E-Mail: vdp@privatschulen.de

Das Internatsleben erfüllte alle Erwartungen

Felix Fröhlich
Ein Beitrag von Felix Fröhlich

 

Ende der zehnten Klasse fasste ich den Entschluss, ins Internat zu gehen. Ich hatte den Drang nach neuen Begegnungen und neuen Erfahrungen. Ich wollte aus dem gewohnten Umfeld raus, nicht aus Unzufriedenheit, sondern vielmehr aus Neugier, was es noch alles zu entdecken gab.

Das Internatsleben erfüllte alle ErwartungenMeine Erwartungen waren hoch, an die Schule wie auch an mich selbst. Vor allem erwartete ich eine gute Gemeinschaft, eine Vielzahl von AGs sowie eine angenehme Lernatmosphäre, soweit man sich das als Schüler wünschen kann. All diesen Ansprüchen wurde das Internat mehr als gerecht. Aus Erzählungen von Freunden wusste ich, dass es strenger und gesitteter zugehen würde, als ich es gewohnt war. Doch so extrem hatte ich es mir niemals ausgemalt, doch das soll nicht negativ gemeint sein, ganz im Gegenteil.

Der ganze Tag ist durch einen vorbestimmten Ablauf geprägt, in dem man wenig Zeit für sich selber findet, weil immer was geht. Aber diese Abläufe lassen einen auch disziplinierter werden, weil, wie ich finde, man als Jugendlicher mit klaren Regeln und Aufgaben besser zurecht kommt als mit zu vielen Freiheiten. Das hat mich in meinem Lernverhalten und auch im Umgang mit meinen Mitmenschen sehr viel weiter gebracht. Anfangs fiel es mir schwer, mit einem Fremden mein Zimmer zu teilen, es gab viele Probleme und Streitigkeiten. Doch die positiven Aspekte überwogen bei weitem.Wo es anfangs wegen Kleinigkeiten zum Streit kam, entwickelte sich eine Normalität.

Da man sich Tag und Nacht sieht, muss man lernen, miteinander auszukommen, wenn man den Punkt einmal überschritten hat. Es folgen Freundschaften, die extrem persönlich sind und, wie man oftmals sagt, ein Leben lang halten. Mein Horizont hat sich auch enorm erweitert durch die Menschen aus verschiedenen Bundesländern und zum Teil aus anderen Staaten dieser Erde. Man lernt neue Gewohnheiten kennen, zudem bekommt man ein Gefühl der Internationalität. Dies verändert den Blick auf viele Dinge wesentlich und man lernt vor allem sehr viel über andere Sitten und Gewohnheiten. Somit hat mich die Schulzeit für meinen weiteren Werdegang wesentlich geprägt und zum Positiven entwickelt.

Felix Fröhlich
ehemaliger Internatsschüler

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