Schloss Torgelow

Mitarbeiterfortbildung zum Thema „Autismus-Spektrum-Störung (ASS)“ auf Schloss Varenholz

Autismus – ein allgemein bekannter und immer häufiger verwendeter Begriff. Auch im Internat Schloss Varenholz begegnet uns dieses Thema immer häufiger. Man kann den Eindruck gewinnen, Autismus sei die neue Modekrankheit. Doch ist dem tatsächlich so? Im September 2016 konnten sich die MitarbeiterInnen von Schloss Varenholz dazu informieren. Andrea Feyfar von der Autismusambulanz Minden und Marion Gauert, Leiterin der Schule am Weserbogen in Bad Oeynhausen, referierten über die Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Es wurde deutlich, dass Autismus nicht gleich Autismus ist und der subjektiv wahrgenommene Anstieg von Erkrankungen in diesem Bereich täuscht. Erstmals verwendet wurde der Begriff ,,Autismus 1943 vom Kinderpsychiater Leo Kanner, der viel zur Erforschung und den Umgang mit der Entwicklungsstörung beigetragen hat. Seit diesen Anfängen ist viel passiert. Heute unterscheidet man grob drei Hauptkategorien: den frühkindlichen Autismus, den Asperger-Autismus sowie den atypischen Autismus.

Das Spektrum ist mittlerweile entsprechend sehr weit gefächert, und es werden viel mehr Verhaltensweisen zur ASS gezählt, wodurch leicht der Eindruck entstehen kann, es gäbe einen grundsätzlichen Anstieg der Erkrankung. Menschen mit ASS zeigen Beeinträchtigungen in den Bereichen Soziale Interaktion und Kommunikation sowie eingeschränkte Interessen bzw. stereotype Verhaltensmuster. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Sie können genetischer, neuropsychologischer und/oder neuroanatomischer Natur sein. Möglicherweise spielen auch bestimmte Umweltfaktoren eine Rolle. Tatsache ist, dass das Gehirn von Menschen mit ASS auf eine eigene Weise funktioniert, was eine veränderte Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung zur Folge hat. Eine konkrete Diagnostizierung erfolgt ausschließlich durch Kinderärzte und Psychiater, je eher desto besser, möglich ab dem 24. Lebensmonat. Menschen mit ASS können in der ,,normalen“ Welt bestehen, Regelschulen besuchen und ein selbstbestimmtes Leben führen, je nach Schweregrad der Störung und frühzeitigen Möglichkeiten, daran zu arbeiten. Und ein kleines bisschen Autismus steckt in jedem von uns, und sei es nur, wenn es darum geht, beim Frühstück gern am selben Platz zu sitzen oder lieber in eine Bibliothek als auf eine Party zu gehen.

Der Sonne entgegen – Real- und Sekundarschule Schloss Varenholz freut sich über 7. Platz beim Bobby Car Solar Cup

Unter der Leitung von Techniklehrerin Anna Gieshoidt hatten sich einige 10. Klässler aus der Technik-AG der Real- und Sekundarschule Schloss Varenholz ein großes Ziel gesetzt: Gemeinsam wollten sie den „Bobby Car Solar Cup 2016“ gewinnen. Der Wettbewerb wird vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) Ostwestfalen-Lippe und Energie Impuls Ostwestfalen-Lippe veranstaltet. Hauptförderer ist die Agentur für Arbeit, die gemeinsam mit den Veranstaltern das Ziel verfolgt, dem Fachkräftemangel in den Wachstumsbranche der Erneuerbaren Energien frühzeitig vorzubeugen. Insgesamt fünf Monate hatten die Schüler Zeit, einen vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Bobby Car- und Photovoltaik-Bausatz in ein funktionsfähiges, schnelles Solarfahrzeug zu verwandeln. Fachliche Unterstützung bekommen die Jugendlichen vor Ort von den Partnerfirmen Kfz-Meisterbetrieb Rainer Lücke und Schulze Spezialbau.

Beim großen Abschlussrennen am 03. September 2016 in Bielefeld auf dem Gelände der Stadtwerke zeigte sich dann, dass das Varenholzer Gefährt durchaus konkurrenzfähig war. Bewertet wurde neben der technischen Kreativität auch das optische Design sowie die Renntauglichkeit. Beim Kopf-an-Kopf Rennen und im Hindernisparcours waren fahrerisches Geschick und natürlich die technische Zuverlässigkeit der bis zu 20 Stundenkilometer schnellen Mini-Boliden gefragt. Hier hatten es von den ursprünglich 25 gemeldeten Schulen überhaupt nur 19 an den Start geschafft. Der Flitzer der Varenholzer Schule wurde von dem 12-jährigen Leon Meyer gesteuert, der es zwar nicht auf das Siegertreppchen schaffte, aber am Ende einen beachtlichen 7. Platz belegen konnte. Und dies, obwohl das Varenholz Gefährt noch kurz vor Rennbeginn einen Radbruch zu verkraften hatte, der aber mit Hilfe von Adi Schulze aus der Partnerfirma Schulze Spezialbau sowie der tatkräftigen Unterstützung des Rennteams der Gemeinschaftsschule Kalletal rechtzeitig behoben werden konnte.

Erstmalig MINT-EC-Zertifikat an herausragende Abiturientin verliehen

Erstmalig konnte das Internat Solling eine Abiturientin im Rahmen der Zeugnisvergabe mit dem MINT-EC-Zertifikat für herausragende MINT-Leistungen ausgezeichnet. Das Internat Solling ist nach zwei Jahren Anwartschaft seit 2015 Teil des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC und darf somit das deutschlandweit einzigartige MINT-EC-Zertifikat vergeben.

,,Wir haben uns in den letzten Jahren sehr darum bemüht, unseren MINT-Bereich zu modernisieren und auszubauen, vom 3-D-Druck über die Robotik und Nanophysik bis zur Molekularbiologie. Unser Ziel ist dabei aber nicht nur die Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler. Die Lust und Freude am Forschung und Entdecken zu wecken, liegt uns mindestens ebenso am Herzen. Allerdings ist es uns natürlich eine Riesenfreude, nur wenige Monate nach Aufnahme ins MINT-EC Netzwerk das erste Zertifikat vergeben zu können. bemerkte Dr. André de Kathen, der die MINT-Aktivitäten am Internat Solling koordiniert.

Das MINT-EC-Zertifikat, das ausschließlich an MINT-EC-Schulen vergeben wird, bündelt und ehrt die besonderen Leistungen von Schülerinnen und Schülern, die sie während ihrer gesamten Schullaufbahn im MINT-Bereich erbracht haben. Die von der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) anerkannte Auszeichnung bietet Unternehmen und Hochschulen eine verlässliche, von den Schulsystemen der Bundesländer unabhängige Einordnung der Schülerleistungen. Seit der Einführung zum Schuljahr 2015/2015 wurde das MINT-EC-Zertifikat deutschlandweit an mehr als 600 Schülerinnen und Schüler verliehen.

Schülerinnen und Schüler, die das MINT-EC-Zertifikat erhalten, müssen Mindestanforderungen in den drei Anforderungsfeldern: Fachliche Kompetenz, Fachwissenschaftliches Arbeiten und Zusätzliche MINT-Aktivitäten erfüllen. Entwickelt wurde das MINT-EC-Zertifikat von einer Arbeitsgruppe aus Lehrkräften von MINT-EC-Schulen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, unter Federführung des MINT-EC.

MINT-EC – Das nationale Excellence-Schulnetzwerk
MINT-EC ist das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II und ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC bietet ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Netzwerk mit derzeit 247 zertifizierten Schulen mit rund 270.000 Schülerinnen und Schülern sowie 21.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Hauptförderer von MINT-EC sind der Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Rahmen der Initiative think ING. sowie die Siemens Stiftung und die bayerischen Arbeitgeberverbände vbm bayme / vbw.

Ansprechpartner:
Dr. André de Katen
E-Mail: andre.dekathen@internatsolling.de
T.: 05531 12 87 32

Fußball ist integrativer Sport – Wersener Krüger-Schüler spielen 2:2 gegen Flüchtlinge

Fußball hat für die Integration von Flüchtlingen auch in Lotte einen hohen Stellenwert. So entstand die Idee zu der Partie Krüger-Schüler, die im Internat wohnen, gegen Flüchtlinge auf dem Wersener Sportplatz – eine von allen gelobte rundum gelungene Aktion, die 2:2 endete. Ein Rückspiel wird es auch geben.

Damit erhielt das Engagement der Krüger-Schulen für die Lotter Flüchtlingshilfe eine weitere Facette. Die Idee von Philip Middelberg, der beim SC Halen nicht nur Fußball spielt, sondern auch die Flüchtlinge trainiert, kam bei Internatsleiter Jörn Litsche gut an. Und nicht nur bei ihm. Auch Matthias Zander, Gruppenleiter des Blauen Flures im Krüger-Internat und Fußball-AG-Trainer sowie Internatssprecher Lucas Kasel ließen sich begeistern.

Fußballbegeistertes Krüger-Internat
,,Wir haben das Thema mal beim Treffen im ,jour fix‘ angesprochen. Alle hatten Lust auf das Spiel. Ich meine, es ist eine schöne Aktion, berichtete Lucas Kasel. Er machte sich erfolgreich auf die Suche nach Sponsoren und organisierte blau-weiße Trikots. ,,Ich habe mit dem Planungsbüro ,arch-work‘ und dem ,Sitex-Service‘ zwei Unterstützer gewinnen können“, resümierte Kasel.

Und nun war es so weit. Die Mannschaften bewegten sich bei warmem Sommerwetter beim Aufwärmtraining auf dem Platz. Als Spielertrainer gesellte sich Matthias Zander hinzu, damit die Krüger-Schulen von 13 Akteuren vertreten waren. Ob das eine Glückszahl war, sollte sich noch herausstellen. ,,Es ist toll für unsere Jungs, dass sie mal einen realen Vergleich haben“, freute sich Zander auf den Anpfiff.

Aufregung bei allen Beteiligten
Auch Philipp Middelberg, der die Begegnung leitete, gab noch einige Trainingsanweisungen. ,,Mein Team ist schon ein bisschen aufgeregt und erwartungsvoll“, fasste er lächelnd die Stimmung zusammen. ,,Wir trainieren einmal wöchentlich mit Philip“, sagte der afghanische Flüchtling Amir. ,,Wir würden gern gewinnen, aber es ist ebenso gut denkbar, dass das den Schülern gelingt“, sagte Amir und berichtete über die Vorfreude auf das gemeinsame Abschlussgrillen im Krüger.

Jedenfalls waren sich alle einig: ,,Fair geht vor.“ Nun noch das Mannschaftsfoto gemacht. Dann pfiff Middelberg das integrative Fußballspiel an. Es dauerte nicht lange, da schoss Lucas Kasel das 1:0 für die Krüger-Mannschaft.

Nach 90 Spielminuten saßen alle gemütlich beisammen. ,,Das 2:2 ist ein salomonisches Ergebnis“, resümierte Jörn Litsche. ,,Auf das Elfmeterschießen haben wir verzichtet und uns geeinigt, dass wir uns zum Rückspiel in Halen treffen. Daran haben alle Interesse“, ergänzte Middelberg. ,,Ja, und dann werden wir unseren Pokal an den Gewinner überreichen“, versprach Litsche.

Kuchenverkauf für Sportausstattung der Flüchtlinge
Zudem informierte er, dass es alsbald ein Fußballspiel gegen eine andere Internatsmannschaft geben wird. ,,Die Jugendlichen haben vorgeschlagen, dass wir Kuchen verkaufen und den Erlös für die sportliche Ausstattung der Flüchtlinge spenden“, berichtete der Internatsleiter. Beim Gespräch mit den Lotter Neubürgern habe ihn eine Äußerung eines Flüchtlings am meisten beeindruckt: ,,Er hat gesagt: Ich lebe hier in Deutschland. Wenn ich etwas erreichen möchte, dann muss ich Deutsch lernen.

Ein Artikel von Ursula Holtgrewe

Internat Solling: Delegation mexikanischer Schüler in Berlin

Aktuelles aus dem Internat Solling:

Als Auftakt des deutsch-mexikanischen Jahres wurde am vergangenen Wochenende die Maya-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin eröffnet. Zu diesem Festakt wurde von der mexikanischen Botschaft auch eine Vertretung des Internat Solling eingeladen, und so fuhr eine Gruppe mexikanischer Schüler des 10. und 11. Jahrganges, begleitet von Herrn Schütte und Frau Redondo, nach Berlin.

Wir verließen das Internat am Samstag nach dem Mittagessen und kamen gegen 18.00 Uhr in Berlin an. Nach dem Einchecken im Jugendhotel besuchten wir das Berliner Ensemble, wo wir das Theaterstück ,,Woyzeck von Georg Büchner erlebt haben. Am nächsten Tag ging es mit der Ausstellung „Entdecke Mexico“ weiter, in welcher die mexikanische als eine wertvolle und fortgeschrittene Kultur präsentiert wurde.

Am Montag früh waren wir im Bundestag und später ging es weiter mit einer interessanten Tour durch die Stadt Berlin, die Herr Schütte durchgeführt hat. Die Tour fing mit dem Denkmal für die von den Nationalsozialisten verfolgten Sinti und Roma an, ging weiter über Stätten des Gedenkens an jene Ermordeten, die in der DDR-Zeit versuchten die innerdeutsche Grenze zu überwinden und in die Freiheit zu gelangen. Danach ging es mit dem Brandenburger Tor weiter. Auf dem Weg zum Holocaustdenkmal wurde Herr Schütte von Herrn Jagdfeld, dem Elternratsvorsitzenden, überrascht, der ihm zum Geburtstag gratulieren wollte. Herr Jagdfeld lud uns alle auf ein Getränk und einen sehr schmackhaften Imbiss in den China Club im Hotel Adlon ein. Anschließend besichtigten wir das Holocaustdenkmal.

Nach den vielen Besichtigungen hatten wir nun ein paar Stunden Freizeit, in denen wir durch die schöne Stadt bummeln konnten. Am Abend besuchten wir dann die Eröffnung der Maya-Ausstellung, wo wir als Mexikaner uns gut an diese Kultur erinnern konnten und wiedererkannt haben, was wir im Geschichtsunterricht in den letzten Jahren in Mexiko gelernt haben. Schon den Martin Gropius-Bau zu sehen, war sehr interessant, und die vielen Exponate der umfangreichen Ausstellung gaben einen sehr differenzierten Einblick in das Leben der Maya.

Der Dienstag war der Abschiedstag in Berlin, bei dem wir früh aufgestanden und mit dem Zug wieder nach Hause ins Internat gefahren sind. Diese Reise bleibt für uns Mexikaner Teil einer schönen Erfahrung, die wir in Deutschland erleben durften, einer Erfahrung, die im September begann, als wir in einer Abendsprache den Unabhängigkeitstag von Mexiko feierten und unsere Kultur den anderen LSH-Schülern mitteilen konnten, und die bis heute andauert.

Wir sind stolz, dass die Botschaft uns zu solch einem herausragenden Event einlud und danken noch einmal Frau Redondo, welche alles organisierte.

Anika M. R., Klasse 10.2

Minderjährig, unbegleitet, verstört – Internat und Schule Schloss Varenholz heißen 13 Flüchtlingskinder willkommen

Unter den vielen Flüchtlingen, die gegenwärtig aus Kriegs- und Krisengebieten aus aller Welt nach Deutschland strömen, befinden sich auch eine nicht unerhebliche Anzahl an unbegleiteten minderjährigen Kindern und Jugendlichen, die aufgrund fehlender familiärer Anbindung in besonderem Maße unserer Hilfe bedürfen. Diese Kinder und Jugendlichen werden zunächst von einem Jugendamt in Obhut genommen, bevor sie nach abgeschlossenen Clearingverfahren zum Beispiel dauerhaft in einer geeigneten Jugendhilfeeinrichtung untergebracht werden. Da sich auch das Internat Schloss Varenholz in der Pflicht sieht, als Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe einen Beitrag zur Unterbringung, Integration und Bildung dieser Kinder und Jugendlichen zu leisten, hat das Internat 13 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in seine Jugendhilfeeinrichtung aufgenommen.

Die allesamt männlichen Jugendlichen sind zwischen 13 und 17 Jahre alt und stammen aus Afghanistan (12) und der Elfenbeinküste (1). Untergebracht sind sie in einem dem Schloss Varenholz vorgelagerten Wohnkomplex, in dem jedem der Jugendlichen ein Einzelzimmer zur Verfügung steht. Betreut werden sie durchgängig von einem Team aus fünf pädagogischen Fachkräften. ,,Unser vorrangiges Ziel bei der Betreuung der Jugendlichen besteht zunächst einmal vorrangig darin, den nach monatelanger Flucht psychisch verstörten Jugendlichen ein sicheres Lebensumfeld mit festen Strukturen und Bezugspersonen zu bieten, fasst Ulrich Hagemann, der zuständige Erziehungsleiter für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, eine der Zielsetzungen im Rahmen der Erziehungs- und Beziehungsarbeit auf Schloss Varenholz zusammen. Zur Wahrung der Herkunftsidentität haben die jugendlichen Ausländer im Übrigen fast durchgängig die Möglichkeit, telefonisch den Kontakt zu Freunden und Verwandten im Herkunftsland aufrecht zu erhalten. Außerdem dient das Telefon of genug als Hilfsmittel, um die eigene Familie wieder zu finden.

Ein weiteres wichtiges Erziehungsziel stellt die Integration der jungen Flüchtlinge in die Internatsgemeinschaft, aber auch in die an das Internat angeschlossene private Real- und Sekundarschule dar. Die ausländischen Kinder und Jugendlichen sind zwar bildungsbereit und hoch motiviert, verfügen aber über keine deutschen Sprachkenntnisse und eine vielfach nur mangelhafte Schulbildung. Während im Gruppen- und Internatsalltag stundenweise ein Dolmetscher bei der Kommunikation behilflich ist, wurde in der Varenholzer Privatschule eine Sprachlern- bzw. Auffangklasse für die jungen Flüchtlinge eingerichtet, in der sie Förderunterricht in Deutsch erhalten. Svitlana Tebenkova, Lehrerin mit der Zusatzqualifikation Deutsch als Fremdsprache, ist voll des Lobes über den Fleiß und die Lernbereitschaft ihrer Klasse: ,,Die Jugendlichen sind überaus motiviert und machen sehr schnell Fortschritte. Ich bin sicher, dass wir sie in ein paar Monaten dauerhaft in die Regelklassen eingliedern können“. Frank Ziegler, Schulleiter der Real- und Sekundarschule Schloss Varenholz, ist übrigens gerne bereit, weitere Flüchtlingskinder und -jugendliche als externe Schüler in die neue Sprachlern- und Auffangklasse aufzunehmen. ,,Während viele andere Schulen bereits aufgrund der vielen Flüchtlingskinder überlastet sind, haben wir gegenwärtig noch Kapazitäten für zugewanderte Kinder und Jugendliche frei“, so Ziegler.

Stipendien für englische Internate

Das Internatsleben erfüllte alle Erwartungen

Für englische Internate können Stipendien vergeben werden. Wichtig dabei zu wissen ist, dass diese von den englischen Schulen direkt vermittelt werden. Leider gibt es keine deutschen Förderprogramme, die ein Stipendium für ein englisches Internat vergeben. Die englischen Internate vergeben selbst die Stipendien, auch an deutsche Schüler, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Dabei muss man darauf achten, den richtigen Einstieg in die Schulen nicht zu verpassen. Man sollte mit einem Stipendium entweder zur achten Klasse für mindestens drei Jahre oder zur englischen Oberstufe (entspricht der deutschen Klasse 11) für zwei Jahre in die Schule eintreten.

Es gibt Stipendienprüfungen, die jeder Bewerber absolvieren muss. Aus diesen Bewerbern werden die Stipendien an diejenigen vergeben, die für das Internat am besten geeignet erscheinen. Die Prüfungen finden für die Klasse acht im Januar und für die Klasse 11 im November statt.
Ein wichtiges Auswahlkriterium sind neben der sehr guten schulischen Leistungen besondere Sportarten, musikalisches Engagement auf hohem Niveau oder Begeisterung und Einsatz für Themen, die das jeweilige Internat als wichtig ersieht.

Manche Schulen vergeben auch nur für zwei Terms oder für ein Jahr Stipendien. Dabei wird bei der Vergabe der Stipendien meist auf Schüler mit besonderen Begabungen geachtet. Das sind zum Beispiel sehr gute Leistungen in Sport oder in alten Sprachen. Diese Stipendien werden von externen Förderern der Schule ausgeschrieben und bewegen sich im Rahmen einer festen Fördersumme.

Die Höhe der Fördersumme eines Stipendiums einer englischen Schule liegt zwischen 3 und 30 % der Schulgebühren. Die Höhe hängt vom Einkommen der Eltern ab, weshalb diese bei der Bewerbung einen Einkommens- und Vermögensnachweis erbringen müssen.

Wer sich für ein Stipendium und einen Aufenthalt an einem englischen Internat oder einer englischen Privatschule interessiert, informiert sich bei einer Internats- oder Schulberatung. Dort findet man reichlich Informationsmaterial und man wird über Bewerbungsfristen und –formulare aufgeklärt.

Haustiere im Internat – geht das?

Das Internatsleben erfüllte alle Erwartungen

Wenn das eigene Kind aufs Internat geht, muss das geliebte Haustier oft zuhause bleiben. Doch einige Internate, deren Gelände eine artgerechte Unterbringung gestattet, halten „Internatstiere“, die gepflegt und gefüttert werden dürfen.

In der Zauberschule Hogwarts herrschen paradiesische Zustände für Tiernarren: Haustiere sind ausdrücklich willkommen. Harry hat seine Schneeeule, Hermine ihren Kater, Neville seine Kröte – und das Zusammenleben funktioniert. In der realen Welt sind Haustiere im Internat leider eher problematisch.

Hunde und Katzen können im Internat meist nicht artgerecht gehalten werden, denn sie brauchen Auslauf und Bewegung. Auch kleine Tiere wie Hamster oder Meerschweinchen sind nicht überall willkommen, denn nicht jeder Zimmergenosse möchte sich den Raum mit einem Käfig teilen. Auch hygienische Bedenken und Tierhaarallergien können eine Rolle spielen.

Im Zweifelsfall lässt sich mit dem jeweiligen Internat klären, ob das Kind sein Haustier mitbringen kann. Meist gibt es eine Hausordnung, die eindeutig festschreibt, ob Tiere von Schülern gehalten werden dürfen, und wenn ja welche.

Wer als Eltern darauf Wert legt, dass das eigene Kind gemeinsam mit Tieren aufwächst, der findet auch andere Lösungen: Einige Internate halten „Gemeinschaftstiere“ auf ihrem Gelände, zum Beispiel Hunde, Schafe, Kaninchen, Esel und Pferde. Interessierte Schüler können Patenschaften eingehen oder sich im Team gemeinsam um die Tiere kümmern. Damit ist nicht nur Knuddeln und Schmusen gemeint, sondern auch Aufgaben wie Stallausmisten, Fellpflege, Saubermachen und Füttern.

Das Positive: Kinder und Jugendliche lernen Verantwortung zu übernehmen und die Tiere und ihre Eigenheiten zu respektieren. Im Gegenzug bekommen die Internatsschüler Trost bei Heimweh und freundschaftliche Beziehungen von „ihren“ Tieren. Es lohnt sich also, gezielt nach tierfreundlichen Internaten zu suchen.

Ein Leben in einem Fußballinternat

Das Internatsleben erfüllte alle Erwartungen

Die Schüler eines Fußballinternats verfolgen alle denselben Traum: Profifußballer sein! Doch das erfordert auch Disziplin und viel Training.

Es ist Januarmorgen und dementsprechend kalt. Die Schüler einer der 32 Fußballschulen stehen schon auf dem Feld, um zu trainieren. 90 Minuten dauert das Training, dann wird geduscht und anschließend geht es in den Unterricht. Für manche mag Sport am frühen Morgen eine Qual sein, doch in den Fußballinternaten ist er Pflicht, die gerne erledigt wird. Die Schüler leben für und durch den Fußballsport. Wenn sie nicht den Biss und den unbedingten Willen haben, sich ganz nach oben in die Profiliga zu kämpfen und dafür früh aufzustehen, haben sie kaum eine Chance in der Welt des Fußballs. Denn die wenigen Plätze, die es gibt, sind hart umkämpft. Oft ermutigen die Trainer der lokalen Vereine ihre jungen Fußballer, sich um so einen Platz zu bewerben. Manchmal sind es aber auch Trainer der Schule selbst, die zum Beispiel auf Fußballcamps auf interessante Spieler aufmerksam werden und ihn zu einer Probewoche einladen. Falls die Schulgebühren das Budget der Eltern dann übersteigen, gibt es Stipendien, die vergeben werden können.

Die Ausstattung der Fußballinternate lässt Sportherzen höher schlagen. Es gibt mehrere Fußballplätze, Fitnessstudios, teilweise Sauna und hauseigene Physiotherapeuten. Schuluniform besteht aus Trainingshose, Sportschuhen und Schulpollover. Die Trainer haben nicht selten selbst in höheren Fußballigen gespielt und trainieren manchmal heute noch Profis. Sie schaffen so die perfekte Verbindung zwischen den Schülern und dem Sport. Aber nicht nur Fußballtraining steht auf dem Tagesplan. Auch Persönlichkeitsentwicklung spielt eine große Rolle. An vielen Schulen hängen Bilder berühmter Fußballer. Lionel Messi, Mesut Özil oder auch Bastian Schweinsteiger hängen an den Wänden und motivieren die Jugendlichen. Sie lernen aber auch, nicht nur wie ihre Idols Fußball zu spielen, sondern auch wie einer von ihnen aufzutreten. Wie präsentiere ich mich während eines Interviews, wie reagiere ich im Fernsehen, wie steigere ich mein Selbstbewusstsein? All diese Aspekte sind wichtig, um sich in der Welt der vielen Fußballer durchsetzen zu können. Ein weiterer, wenn nicht sogar noch wichtigerer, Punkt als Fußball ist die Schulbildung. Die Pädagogen, Lehrer und Trainer eines Fußballinternats vergessen nie, dass es nur ganz wenige einer Klasse in einen Ligaverein schaffen. Daher darf man die Bildung auf keinen Fall außer Acht lassen. Ein gutes Abitur ist wichtig, um sich auch neben dem Fußball auf dem Arbeitsmarkt positionieren zu können. Wenn die Lehrer also merken, dass die schulischen Leistungen eines Schülers nachlassen, werden die Trainingseinheiten für ihn reduziert und er erhält Nachhilfe. Dank der dualen Ausbildung erhalten die Kinder und Jugendlichen eine tolle Ausbildung.

Therapeutische Internate

Wenn junge Menschen eine schwere Krise durchleben, sei es Tod oder Krankheit einer geliebten Person oder Scheidung und damit ein möglicher Zusammenbruch der Familie, wirkt sich das oft auf die Psyche auf. Kinder und Jugendliche können in Depressionen rutschen- nicht selten mit suizidalen Gedanken. Schulleistungen werden schlechter, manchmal gehen die Schüler gar nicht mehr zu Schule. Sie fühlen sich verloren und leiden häufig unter dem Gefühl, keine vertraute Person um sich zu haben. Der erste Schritt ist eine Psychotherapie, doch manchmal greift und hilft diese leider nicht. Therapeutische Internate nehmen schließlich diese Kinder auf, teilweise mit schweren Verhaltensstörungen, und bieten ihnen ein festes, starkes und familiäres Umfeld. Kinder und Jugendliche mit Depression, Bulimie, Borderline, Angststörungen, Spielsucht und Verhaltensauffälligkeiten werden von Jugendämtern und Therapeuten laut Paragraf 35a des Kinder- und Jugendhilfegesetzes weiter vermittelt.

Zum Team eines therapeutischen Internats gehören selbstverständlich nicht nur geschulte Pädagogen, sondern auch Psychologen und Therapeuten. Diese kümmern sich nachmittags, abends und in der Nacht um die jungen Menschen. Sie gehen offen und herzlich auf die Kinder zu und geben ihnen ein neues vertrautes Umfeld. Damit nehmen sie ihnen auch den Schlupfwinkel, in denen sich die Erkrankten oft verkriechen. Die wichtigste Komponente dabei ist nicht nur Zuwendung, sondern vor allem auch Zeit. Die Jugendlichen bleiben daher in der Regel drei bis vier Jahre in den therapeutischen Internaten. Sie leben aber nicht einer isolierten Blase; die Internate kooperieren meist mit anderen Schulen, die die Kinder schließlich tagsüber besuchen. Der Kontakt zur Außenwelt bleibt bestehen, den Kindern wird die Angst vor dem Kontakt mit anderen Menschen genommen. Sie erhalten in diesen Schulen auch keine Sonderbehandlung. Es gibt aber auch internatseigene Schulen mit einem strengen Lehrplan und Einzelunterricht. Diese sind speziell für die Kinder gedacht, die sich in den ersten Monaten überhaupt nicht zutrauen, auf eine andere Schule zu gehen. So erhalten die jungen Leute die Möglichkeit, sich neu zu finden und wieder Mensch zu werden, verpassen aber auch keinen Stoff in der Schule. Nachmittags und am Wochenende gibt es feste Hausaufgabenzeiten und auch für Prüfungen wird gepaukt. Feste Regeln und Strukturen formen den Alltag und geben ihm Ordnung. So können die Schüler trotz ihrer Krankheit und der Behandlung ihren Abschluss machen. Wenn sie diesen absolviert haben, werden die Kinder aber nicht einfach in das Leben entlassen. In Wohngruppen in benachbarten Städten werden sie auf das Studium oder Arbeitsleben vorbereitet. Therapeuten und Betreuer stehen natürlich nach wie vor jederzeit zur Verfügung.

Eine Zusammenarbeit mit Eltern ist ebenso wie in einem normalen Internat unablässig. Regelmäßig finden für die Eltern der Kinder Schulungen und Seminare statt, in denen sie auch lernen mit der Krankheit der Kinder und den Umständen umzugehen. Ein Aufenthalt in einem therapeutischen Internat ist oftmals nicht ganz günstig. Die Kosten können bis zu 6000 pro Monat betragen, dabei beteiligen die Eltern sich einkommensabhängig. Den Großteil bezahlt der Staat.

© 2026 Unterwegs Verlag GmbH